Nach dem 73:67-Derbycoup in Bamberg erwartet Medi Bayreuth am Samstag (20.30 Uhr) den amtierenden Vizemeister und aktuellen Bundesliga-Tabellenführer Riesen Ludwigsburg in der Oberfrankenhalle. Medi-Trainer Raoul Korner war nach dem Derby-Sieg in Bamberg natürlich bester Laune: "Meine Mannschaft hat eine tolle Reaktion auf eine nicht einfache Phase gezeigt. Ich glaube, das Spiel war der beste Beweis dafür, dass es nicht immer nur um Talent geht, nicht nur um das, was auf dem Papier steht, sondern dass der Kampf und das Füreinander den Ausschlag geben können."

Dabei war die Ausgangssituation alles andere als optimal für die Wagnerstädter gewesen, die sich tags zuvor von ihrem amerikanischen Spielmacher Ryan Woolridge getrennt hatten. "Wir haben uns nicht unterkriegen lassen, sondern haben gekämpft. Das hat sich am Ende rentiert, und darüber bin ich sehr glücklich", freute sich Korner. Aus der kampfstarken Bayreuther Formation ragten Bastian Doreth (acht Punkte, fünf Rebounds, drei Vorlagen) sowie Nationalcenter Andreas Seiferth (14 Punkte, acht Rebounds) als Leitwölfe heraus.

Die Ludwigsburger sind der Bayreuther Angstgegner. Die Schwaben stellen das Team, gegen das die Bayreuther unter Trainer Raoul Korner seit Herbst 2016 die meisten Pflichtspiele absolviert haben. In seither 13 Duellen hieß der Sieger neunmal Ludwigsburg, den letzten Bayreuther Erfolg gab es Ende März 2018 zu bejubeln.

Erfolgreicher Umbruch

Für die Schwaben war die Saison 2019/20 die erfolgreichste Spielzeit ihrer Vereins-Geschichte. Im Finalturnier eliminierten sie zunächst den amtierenden Meister FC Bayern München und im Halbfinale den schwäbischen Rivalen Ulm. Erst Alba Berlin konnte die Barockstädter stoppen - vielleicht auch, weil diese in den beiden Finalspielen mit Marcos Knight (Fußverletzung) auf ihren besten Mann verzichten mussten.

Auf Knight, dem besten Spieler des Finalturniers, müssen die Barockstädter seither verzichten, denn der bullige US-Guard hat sich dem französischen Erstligisten Monaco angeschlossen. Mit Nick Weiler Babb (FC Bayern München) und Thomas Wimbush (Petkim Spor/Türkei) verabschiedeten sich zwei weitere Leistungsträger. Der Erfolg ist Trainer John Patrick und seinem neuformierten Team dennoch treu geblieben: Mit neun Siegen und bislang nur einer Niederlage starten die Schwaben als Tabellenführer in das neue Jahr 2021.

Harris zieht wohl weiter

Jaleen Smith (Heidelberg), Barry Brown (Iowa Wolves/NBA G-League), Jordan Hulls (Würzburg), Tremmell Darden (MBC), Yorman Polas Bartolo (Bonn) und nicht zuletzt Elias Harris (Bamberg) heißen die neuen Riesen-Stars. Ob Harris allerdings in Bayreuth auflaufen wird, erscheint fraglich. Dem bisherigen Topscorer liegt ein gut dotiertes Angebot des spanischen Erstligisten Casademont Zaragoza vor. "Aus finanziellen Gründen würde es für Elias keinen Sinn ergeben, hierzubleiben", schätzt Trainer John Patrick die Situation realistisch ein. Patrick weiter: "Bis es offiziell bestätigt ist, können wir hoffen, dass er bleibt." fk