Zwei Tage nach der bitteren Heimniederlage gegen die Bietigheim Steelers (2:5) lassen die Bayreuth Tigers einen 7:5-Auswärtssieg beim ESV Kaufbeuren folgen. Dabei sah es auch dort zunächst nicht nach einem Erfolg aus.

DEL2

Bayreuth Tigers - Bietigheim Steelers 2:5(1:2, 0:0, 1:3)

Ziemlich dezimiert, mit vier Verteidigern sowie neun Angreifern gingen die Steelers das Spiel in Bayreuth an. Bei den Tigers kehrte der zuletzt fehlende Gron zurück. Walther und Kislinger wurden kurzfristig aus Nürnberg abgestellt, und mit Schug und Wagner gaben zwei Spieler ihr Debüt, die im Laufe der Woche verpflichtet wurden. Mit Veisert, Heider, Kunz, Wölfl und Bindels fehlten aber auch im Line-Up der Tigers einige Akteure.

Die Bayreuther hofften, die dezimierten Steelers "müde laufen" zu können und dem Spiel ihren Stempel aufzudrücken. Doch das war an einem Abend, den man getrost als "gebraucht" bezeichnen darf, nicht der Fall. Dabei ging es für die Tigers gut los. Den ersten Gäste-Treffer durch Hauner, der wie aus dem Nichts fiel, hätten die Bayreuther gut verkraften können - wenn die Gastgeber die eine oder andere der zahlreichen Chancen genutzt hätten. Doch nur Kislinger traf zum zwischenzeitlichen Ausgleich.

Selbst Überzahlsituationen - teilweise spielten die Tigers für 90 Sekunden mit zwei Mann mehr - brachten keinen Erfolg. Im Gegenteil. Bietigheim ging, nach einem leichtsinnigen Scheibenverlust der Bayreuther im Angriffsdrittel, durch Sheen erneut in Führung. Im zweiten Drittel fielen keine Treffer, obwohl die Tigers vier Mal - und meist sehr unnötig - die Strafbank drücken mussten. Doch das nutzten die Steelers nicht. Dies änderte sich mit Beginn des Schlussdrittels.

Als Gron noch eine Strafe aus dem vorherigen Abschnitt absitzen musste, schlug Preibisch, der klug freigespielt worden war, zu und stellte auf 3:1 für die Gäste. Und keine zwei Minuten später - zwischenzeitlich befand sich mit Lillich der nächste Akteur auf der Strafbank - polierten die Steelers ihre Powerplay-Quote auf. Hauner erhöhte auf 4:1. Nach dem zwischenzeitlichen Anschlusstreffer durch einen von Mannes abgefälschten Schuss waren erneut die Steelers dran. Sheen traf mit seinem zweiten Treffer des Abends zum 5:2-Endstand.

Bayreuth: Herden, Zimmermann Nico - Karrer, Pokovic, Davis, Schug, Karlssson, Mannes - Rajala, Davidek, Kolozvary, Järveläinen, Meisinger, Lillich (4), Zimmermann Tim, Wagner, Kislinger, Walther, Gron (6) / Strafminuten: 10:10 / Tore: 0:1 Hauner (6.) 1:1 Kislinger (11.), 1:2 Sheen (17., 4 gegen 5), 1:3 (41., 5 gegen 4), 1:4 Hauner (42., 5 gegen 4), 2:4 Mannes (48.), 2:5 Sheen (55.)

ESV Kaufbeuren - Bayreuth Tigers 5:7(4:2, 0:4, 1:1)

Mit einem erneut kleinen Kader, der fünf Verteidiger und neun Stürmer auf den Feldspielerpositionen umfasste, gingen die Tigers das Spiel im Allgäu an. In Kaufbeuren starteten die Gäste mit einer gefühlten Tiefschlaf-Phase, die über die Hälfte des ersten Drittels anhielt. Auch eine Auszeit von Coach Kujala nach sieben Minuten - bis zu diesem Zeitpunkt hatte der ESVK bereits zwei Mal die Scheibe im Netz der Tigers untergebracht - brachte zunächst keine Besserung. Nur kurz nach dem "Extra-Coaching" verwandelte Spurgeoen einen Pass, der von hinter dem Tor auf ihn gespielt wurde aus der Drehung zur 3:0-Führung.

Jetzt wachten die Tigers auf, denn nur 16 Sekunden darauf zielte Kolozvary genau und setzte den ersten Treffer für die Tigers. Lillich und Pokovic hatten im Anschluss weitere Möglichkeiten. Wütende Angriffe der Gastgeber, die Oppolzer, Gracel und Ketterer allerdings nicht verwerten konnten, folgten. Den wichtigen Anschlusstreffer durch Järveläinen kurz vor dem Pausenpfiff konterten die Allgäuer durch Pfaffengut, der nach einem gewonnenen Bully schnell den Schuss nahm und zum 4:2 für seine Farben traf.

Tigers wie ausgewechselt

Wie verwandelt und überhaupt nicht schläfrig kamen die Tigers zum Mittelabschnitt aus der Kabine. Nach Davis und Davidek, die noch scheiterten, nahm sich nach 22 Minuten Karlsson ein Herz - sein Schlenzer von der blauen Linie schlug ein. Die erste Strafe der Partie, in diesem Fall gegen Kaufbeuren, brachte den nächsten Bayreuther Erfolg, der den Ausgleich bedeutete. Davidek zog stramm ab und traf in Überzahl nach nur neun Sekunden.

Im ersten Überzahlspiel der Gastgeber passierte nicht viel - jedenfalls auf Seiten des ESVK. Ein schneller Pass über die Bande der Lillich erreichte, wurde von diesem klug in die Mitte gespielt. Dort lauerte Zimmermann, der die erstmalige Führung nach 31 Minuten für die Tigers auf die Anzeigentafel schreiben konnte. Kurz darauf war es eine doppelte Überzahl für die Bayreuther, die für Gefahr vor dem Kasten der Hausherren sorgte. Das Powerplay wurde aber erst genutzt, als Kaufbeuren schon wieder mit vier Feldspielern auf dem Eis war. Gron kam in halblinker Position zum Schuss und netzte zum 6:4 für die Tigers ein.

Wieder stark aus der Kabine

Auch zum Schlussabschnitt kamen die Tigers mit voller Betriebstemperatur aus der Kabine und kreierten sofort Chancen. Eine davon nutzte Mannes, als er nach einem Fehler des ESVK einen uneigennützigen Pass von Wagner im Tor der Gastgeber unterbrachte. Kaufbeuren rannte nun an und versuchte, das Ergebnis zu drehen. Doch die Bayreuther hatten genug Möglichkeiten, weitere Treffer zu erzielen.

Den letzten Treffer der Partie setzten trotzdem die Kaufbeurer und dieser stammte aus dem Kuriositäten-Kabinett. Eine hochfliegende Scheibe landete auf dem Netz des Bayreuther Tores, streifte die dort abgelegte Trinkflasche von Goalie Herden und sprang diesem an den Rücken und von dort aus ins Tor. Die letzte Möglichkeit des ESVK blieb ohne Erfolg - der Sieg der Tigers war perfekt.

"Ich glaube, man hat von Anfang an gesehen, dass beide Mannschaften unbedingt gewinnen wollten. Wir hatten keinen optimalen Start, aber wir haben uns zurück gekämpft. Das 4:2 von Kaufbeuren vor der Pause hat uns fast noch einen Knacks gegeben aber es war schön zu sehen, wie sich die Jungs am Ende zurück gekämpft haben", so Tigers-Coach Petri Kujala nach dem Spiel.

Bayreuth: Herden, Zimmermann Nico - Karrer, Pokovic, Davis, Karlsson (2), Mannes (2) - Rajala, Davidek, Kolozvary, Järveläinen, Meisinger, Lillich (2), Zimmermann Tim, Wagner (2), Gron / Strafminuten: 8:8 / Tore: 1:0 Lewis (1.), 2:0 Wörle (7.), 3:0 Spurgeon (8.), 3:1 Kolozvary (9.), 3:2 (20.) Järveläinen (20.s), 4:2 Pfaffengut (20.), 4:3 Karlsson (22.), 4:4 Davidek (24., 5 gegen 4), 4:5 Zimmermann Tim (31.), 4:6 Gron (35., 5 gegen 4), 4:7 Mannes (42.), 5:7 Lammers (51.)