"Was ich Ihnen jetzt zeige, das haben Sie garantiert noch nicht gesehen." Robert Klupp geht an seinen PC und öffnet einige in der Tat hochinteressante Bilddateien. Fische beim Ablaichen - Forellen, Saiblinge, Karpfen, Mühlkoppen, Äschen. Unglaubliche Bilder. "Wie um alles in der Welt kommen Sie an solche Bilder? "Die hab ich von einem guten Bekannten, von Andreas Hartl. Der Oberbayer teilt mit Klupp eine große Leidenschaft: Fische. Hartl hat seine Garage in ein einziges Aquarium umgebaut und dort eine künstliche Bachlandschaft geschaffen - mit Strömung und allem, was dazugehört - um hier heimische Fische beim Ablaichen fotografieren zu können. Tage und Nächte sitzt er da, bis er endlich fotografieren kann. Für Klupp sind die Bilder nicht nur einmalig, sondern auch hilfreich. "Schauen Sie sich die weibliche Äsche an! Wie die sich beim Ablaichen buchstäblich in den Kies eingräbt." Und er fügt hinzu: "Und genau an diesem Punkt bekommen wir Probleme wegen der Verschlammung unserer Bäche und Flüsse.

Die nehme nämlich immer mehr zu, zum Leidwesen der Fischarten, die Kiesbänke zum Ablaichen dringend benötigen. Fehlen diese Kiesbänke, sei die Existenz vieler fränkischer Fischarten bedroht. Das bedrückt den Fischfreund. Auch wenn er am Freitag seinen letzten Arbeitstag beim Bezirk hatte. 38 Jahre lang kümmerte er sich als Fischereifachberater um die heimischen Fischarten und um die Teichwirte, die von der Fischaufzucht leben. Bequem war Robert Klupp dabei nie. Zumindest nicht für diejenigen, die mit dem Leben im Wasser nicht viel anzufangen wussten. Streitbar war er, wenn es darum ging, den Lebensraum der Fische zu verteidigen, Und das von allem Anfang an. Mit 27 Jahren war er jüngster Fischereirat Bayerns, zuletzt war er als leitender Regierungsdirektor Leiter der Fischereifachberatung in Oberfranken.


Enger Kontakt zu den Teichwirten

Zu den Teichwirten hielt Klupp stets engen Kontakt. Der Vater des gebürtigen Oberpfälzers war selbst Teichwirt, sein Bruder bewirtschaftet mit über 80 Hektar Teichfläche einen der größten Betriebe in der Oberpfalz. Wunderbare Biotope würden da mit der Anlage von Teichen in einer Kulturlandschaft geschaffen, so sein Credo. Oft buchstäblich aus dem Nichts. Und dann kämen einige bürokratische Naturschützer daher und würden den Teichwirten, die diese Biotope geschaffen hatten, durch eine Vielzahl von Auflagen das Leben unnötig erschweren. Das macht ihn bis heute zornig, bekennt er.

Wobei er in der Rückschau auf sein Berufsleben eine gewisse Zufriedenheit nicht verhehlen kann. Ob sich die Situation der Fische in den letzten 38 Jahren verbessert oder verschlechtert hat, wollen wir wissen. Der Genetik-Experte, der allein auf 140 Veröffentlichungen zu fischereirechtlichen Fragen verweisen kann, zieht eine gemischte Bilanz. Die Wasserqualität unserer fränkischen Fließgewässer habe sich eindeutig verbessert, so Klupp. Auch was die Durchgängigkeit der Flüsse angeht, habe sich einiges getan. Aber: Der Artenreichtum habe gelitten. Es gebe einige starke gefährdete heimische Fischarten, besonders wegen der Verschlammung der Flüsse. Hier müsse in den nächsten Jahren gegengesteuert werden. Der Fischfreund Klupp isst auch leidenschaftlich gern Fisch."Je größer ein Fisch ist, desto besser schmeckt er," so sein Credo. "Am besten ein Karpfen mit 10 bis 20 Pfund, frisch aus dem Baggersee gezogen."