"Viele Bayreuther waren vermutlich noch nie hier und wissen gar nicht, wie schön es hier eigentlich ist", sagt Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe heute (29. September) beim Spatenstich zum Bau des neuen Wohngebietes "Untere Rotmaninaue" auf dem Gelände der ehemaligen Herzogmühle. Denn die Gegend nahe der Innenstadt ist erstaunlich grün, fällt aber zwischen Nordring und Bundesstraße 22 kaum auf. Auf der Baustelle nahe des Roten Mains sollen nun fünf Wohnhäuser mit je acht bis zwölf Wohnungen entstehen. Das erste Gebäude soll bereits Ende des kommenden Jahres bezugsfertig sein, im Jahr 2020 sollen alle Wohnhäuser stehen. Die Wohnungen entstehen unter der Vorgabe, mehr bezahlbaren Wohnraum in Bayreuth zu schaffen. Die Miete wird laut Merk-Erbe pro Quadratmeter ungefähr 5,50 Euro betragen (der durchschnittliche Mietpreis liegt derzeit in Bayreuth bei etwa 9 Euro pro Quadratmeter).


Venedig auf Beton


Betreiber ist die Wohnungsbau- und Wohnungsfürsorgegesellschaft der Stadt Bayreuth mbH (Gewog). Die städtische Gesellschaft schätzt die Kosten auf rund 1,5 Millionen Euro pro Wohnhaus. "Mit der Vorgabe, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen war es nicht leicht, hier zu bauen", führt der leitende Architekt der Gewog, Andreas Baier aus. Wegen der Tieflage und der Nähe zum Grundwasser können die immerhin dreistöckigen Wohnhäuser nicht unterkellert werden. Auch massive Zementplatten seien deshalb nicht in Frage gekommen. Die Lösung: "Die Gebäude werden auf Rohrpfähle gestellt. Quasi wie in Venedig, nur dass die Stelzen aus Beton statt aus Holz sind", erklärt Baier. Wegen der Kostenvorgaben habe man die Architektur schlicht halten müssen, "aber schlicht und modern", so Baier. Kosten sparen soll ebenfalls die energieeffiziente Holzpellet-Heizung. Dafür wird eine Heizzentrale errichtet, die alle fünf Gebäude mit Energie versorgen wird.

"Bezahlbaren Wohnraum schaffen ist ein großes Thema für Bayreuth und viele Bayreuther", sagte Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe. So werde mit einem Spielplatz und Grünanlagen auch geplant, das Wohngebiet für verschiedene Menschen attraktiv zu gestalten.


Weitere Bauprojekte

Wegen der vorherrschenden Wohnungsnot wird in der Wagnerstadt noch an vielen weiteren Ecken gebaut. In den kommenden fünf Jahren sollen insgesamt mehr als 450 zusätzliche Wohnungen im Stadtgebiet entstehen.

Seit Ende Juli wird etwa in der Röntgenstraße ein Wohnhaus gebaut, das 17 Wohnungen mit je 45 Quadratmetern beinhalten wird. Es soll bereits im Frühjahr 2017 beziehbar bleiben. Bauherr ist das Staatliche Bauamt Bayreuth, auch hier sollen die Mieten günstig bleiben. Weitere Wohnungen sollen unter anderem zwischen Leuschnerstraße und Schwindstraße, an der Wölfelstraße und im Glockengurt entstehen.