Die Meldung machte schnell die Runde: "Familiendrama: Zwei Kinder getötet - Vater begeht Selbstmord in Bayreuth", heißt es auf einer gestern (14. November) ins Leben gerufenen Facebook-Seite namens "Bayreuth Aktuelle Nachrichten" - Doch ist der Lokalbezug frei erfunden. Die reale Tat ereignete sich Mitte Oktober nahe Hamburg. Folgt man dem angegebenen Link auf der Fake-Seite, erkennt man schnell, dass im Grunde nur der Ort "Bayreuth" eingefügt wurde, dann geht es weiter mit dem "benachbarten Stadtteil Rissen", der aber rund 500 Kilometer entfernt liegt. Unter dem selben Logo und der selben Masche gibt es Fake-Nachrichtenseite für Bamberg, Bad Kreuznach, Ingolstadt und viele weitere Städte. Dass es sich um eine falsche Meldung handelt, wird schnell erkennbar. Die Frage ist, was sich die Menschen hinter der falschen Facebook-Gruppe davon versprechen.


Polizei sieht keine Gefahren und keinen Grund zu ermitteln

"Keine Ahnung", gibt Jürgen Stadter, Pressesprecher der oberfränkischen Polizei zu. "Bis jetzt gibt es keinerlei Hinweise auf eine Gefahr", sagt Stadter, entgegen der Warnungen einiger Nachrichtenportale vor Schadsoftware, die durch den Link auf den Computer gelangen könnte.

Grundsätzlich rate Stadter zu Achtsamkeit und Vorsicht in Bezug auf Nachrichten im Internet. In der Regel lasse sich so schnell feststellen, ob es sich um ernste oder falsche Meldungen handle. Stadter geht nicht davon aus, dass der Vorfall polizeilich verfolgt werde: "Wir können nur dagegen vorgehen, wenn strafrechtlich relevante Inhalte verbreitet werden. Das ist hier nicht der Fall."

Die Cyberkriminalität nehne aber grundsätzlich weiter zu. Zur Prävention hat die Polizei einen "Sicherheitskompass" erstellt, in dem Tipps zum sicheren Surfen angegeben sind.