"Es geht jetzt streng nach Wartezeit", sagte Festspielsprecher Peter Emmerich am Donnerstag - zumindest bei den Karten im freien Verkauf. Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) hatte bereits am Vortag mitgeteilt, dass künftig 65 statt bislang 40 Prozent der Karten frei verkäuflich sein sollen. Der Bundesrechnungshof hatte die bisherige Vergabepraxis kritisiert.

In der Vergangenheit war der größere Teil der begehrten Karten in Kontingenten an langjährige Abnehmer wie die Mäzenatenvereinigung Gesellschaft der Freunde von Bayreuth oder die Wagnerverbände gegangen. Die Vorsitzende des mitgliederstärksten Verbandes in Würzburg, Margot Müller, begrüßte die Entscheidung. Wie genau die Vergabepraxis aussehen soll, darüber will der Verwaltungsrat der Festspiele in der kommenden Woche beraten. Verwaltungsrats-Chef Toni Schmid wollte sich zu Details noch nicht äußern.

Die Wartezeiten für Festspiel-Karten im freien Verkauf lagen bislang nach Angaben Emmerichs im Schnitt bei fünf bis sieben Jahren in der Spitze und - in Ausnahmen - bei bis zu 13 Jahren. Dabei komme es aber immer auf die Kartenwünsche an, betonte der Sprecher.