Die Oberfranken werden heuer nach Schätzungen des Handelsverbandes Bayern (HBE) rund 1,7 Millionen Euro für Raketen und Feuerwerk ausgeben. Bayernweit sind es etwa 22 Millionen Euro, deutschlandweit 132 Millionen Euro.

"Das ist in etwa Vorjahresniveau", sagt Bernd Ohlmann, Pressesprecher des HBE. "Was sich fortsetzt ist der Trend zum High-Tech-Feuerwerk. Immer greller, bunter und lauter muss es sein", so Ohlmann. Demnach wird heuer über die Hälfte des Geldes für Batterie-Feuerwerke ausgegeben. Danach folgen die Raketen (etwa 20 Prozent). "Mit klassischen Böllern und Knallfröschen holt man heute keinen mehr hinter dem Ofen hervor", kommentiert Ohlmann. Dreiviertel der Feuerwerkskörper werden importiert, meist aus China. Vom Feuerwerksverkauf profitierten in Bayern vor allem die Discounter: Etwa die Hälfte der Knaller und Raketen werden dort gekauft.

Wirken sich "Kriesenjahre" auf den Verkauf aus? "Nein", sagt Ohlmann. "Gerade da wird mehr geballert. A la: Jetzt erst recht!" Einen größeren Einbruch in den Feuerwerk-Verkaufszahlen gab es laut Ohlmann nur nach dem Tsunami im Jahr 2004. Zu dieser Zeit haben viele Menschen das Geld lieber gespendet.





Kommentar: "Böllern statt Ballern"



Nun können wir sie wieder mosern hören, die Sparfüchse des Landes: Rund 21 Millionen Euro werden in Bayern an Silvester in die Luft geblasen. Ich mosere mal zurück: Was wird denn täglich durch die Auspuffrohre geblasen, an Geld und an Treibhausgasen? Dass Amazon im kommenden Jahr nun auch noch Lebensmittel vor die Haustüre kutschieren will, wird das nicht besser machen. Viele Millionen Euro (und ein paar Kugeln) wird die Bundeswehr im neuen Jahr in Mali und Afghanistan in die Luft feuern. Über den Sinn lässt sich mindestens streiten. Und warum stellt niemand die Frage, was jährlich für Geschenkpapier, Weihnachtsbäume, -beleuchtung und -schmuck ausgegeben wird? Ja, man täte besser daran, das Knaller-Geld zu spenden. Das gilt allerdings auch für die meisten anderen Ausgaben.

Aber weg davon, weg vom Zeigefinger, hin zu Silvester. Das heißt für mich: Eine Nacht kindisch sein! Sich der Faszination und der Ästhetik des Feuers und des Krachs hingeben. Wie erhaben die Explosion einer Rakete aussieht! Hunderte leuchtende Sterne in feierlicher Formation. Ein würdiges Ritual, um den alten Geistern mit Böllergedonner Lebewohl zu sagen und ein neues Jahr mit sprühenden Funken willkommen zu heißen.
Übrigens, liebe einmal-im-Jahr-Tierschützer: Für ein Tier ist ein Gewitter und die Böllerei quasi das Gleiche: Sie sind aufgeregt, suchen Schutz, aber sie halten das aus. Die sind keine solchen Mimosen wie ihre Besitzer.

Seit rund 900 Jahren kennen die Menschen das Schwarzpulver. Ich behaupte: Lieber kindisch damit böllern als durch Waffen damit ballern.

Natürlich sollte man bei allem Spaß auch aufpassen, dass die Menschen, die in der Notaufnahme arbeiten, nicht allzu viel zu tun haben...