Schon die Diktion seines Claudius ist schön zynisch-höhnisch; er läuft zu wahrhaft dämonischer Form auf und schafft auch überzeugend die Transformation vom verheuchelten Intriganten zum Verbrecher, der alle Masken fallen lässt. Peter Albers spielt den Polonius solide, Chris Nonnasts Gertrud bleibt eher blass. Immer wieder schön zu sehen ist das Bühnentier Alfred Schedl, diesmal als Geist und Totengräber.

Schöne Einfälle wie Fortinbras (ebenfalls Maria Weidner) im Fliegeranzug und mit Megaphon und der Knaller zum Schluss, Rosenkranz (William Danne) und Güldenstern (Johann Anzenberger) als lächerliche Hofschranzen kamen wohl beim Publikum unter dem keineswegs voll besetzten Zeltdach an, das reichlich applaudierte. Es war ein zwiespältiger "Hamlet". Das passt gut zur ewig spannenden Figur.