Das erklärten Schulleiter Franz Eisentraut und Studienrat Heiko Weiß, der das Jubiläumsprogramm federführend koordiniert, im Gespräch mit dem Bayreuther Sonntag. "Highlight" des Jubiläumsjahres soll das Wochenende des eigentlichen 350. Schulgeburtstages am 27. Juli 2014 sein.

Nach einem Festgottesdienst am Freitag, 25. Juli, in der Stadtkirche, ist für Samstag, 26. Juli, vormittags ein großer Festakt in der Oberfrankenhalle mit dem früheren Kultusminister Hans Maier als Hauptredner geplant. Am Abend des 26. Juli steigt dann ein Schulball.

Den Auftakt des Jubiläumsjahres werden im kommenden Juni die Ab iturienten der derzeitigen 12. Jahrgangsstufe gestalten. Im Städtischen Stadion ist dabei, organisiert von einem Praxisseminar der elften Klasse, ein ganztägiger Sponsoringlauf zur Mitfinanzierung der Veranstaltungen des Schuljubiläums sowie für soziale Zwecke geplant.
Während Läufer pro absolvierter Runde auf der 400-Meter-Bahn spenden, soll im Stadion parallel der Abiturscherz 2013 ablaufen. Man darf gespannt sein.

Neujahrsempfang als Höhepunkt
Ein weiterer absoluter Höhepunkt des Jubiläumsjahres wird sicherlich der "Neujahrsempfang" zu Beginn des Schuljahres 2013/14. Dort soll auch eine von Historiker Rainer Trübsbach, einem früheren Lehrer am GCE, erstellte umfassende Schulchronik, die auch gleichzeitig die Geschichte der anderen Bayreuther Gymnasien mit anschneidet, vorgestellt werden.

"Das GCE war bis auf das WWG bei allen anderen Bayreuther Gymnasien in gewisser Weise immer mit Geburtshelfer. Die Chronik von Rainer Trübsbach, die 430 Seiten und 320 Abbildungen umfasst, ist von ihrer umfassenden Darstellung der Geschichte der Bayreuther Gymnasien her einzigartig. Trübsbach hat sich eine unheimliche Arbeit gemacht und herausgekommen ist eigentlich eine richtige Doktorarbeit, die rechtzeitig zum Jubiläums-Schuljahr in gebundener Form vorliegen wird", erklärt Schulleiter Eisentraut.

Ursprünglich war das Humanistische Gymnasium seit seiner feierlichen Einweihung am 27. Juli 1664 - dem 21. Geburtstag seines Namensgebers Markgraf Christian Ernst - in der erweiterten alten Lateinschule, dem heutigen Historischen Museum der Stadt Bayreuth, untergebracht. Innerhalb des Fürstentums Bayreuth besaß das neue Gymnasium eine Vorrangstellung vor allen anderen Schulen.

Umzug 1804
Im Jahr 1804 erfolgte die Verlegung der Schule in das einstige Waisenhaus an der Friedrichstraße 14. Nachdem sich die Größe und die Ausstattung des Schulgebäudes an der Friedrichstraße in den Jahren nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs als nicht mehr zeitgemäß erwiesen, wurde ein neues Schulhaus am heutigen Standort an der Albrecht-Dürer-Straße errichtet, der im Jahr 1966 bezogen werden konnte.

An der Vorbereitung der Veranstaltungen des Jubiläums-Schuljahres 2013/14 nehmen auch die Schüler mit großem Eifer teil. So kamen kürzlich am eigentlich schulfreien Buß- und Bettag 40 Schüler der Mittelstufe freiwillig in die Schule, um sich zweieinhalb Stunden lang detailliert Gedanken über die Ausgestaltung des Jubiläums zu machen. "Dabei kamen gute Ideen heraus, die auch zur Schule passen", so Weiß.

Geplant ist etwa eine eigene App für das GCE-Jubiläumsjahr, ein Seminar der Kollegstufe arbeitet die Schulgeschichte im Schularchiv auf. Am Schulgebäude soll innen und außen in passender Form auf das Schuljubiläum hingewiesen werden.

Alle machen mit
Unter dem Motto "Wir sind das GCE" werden alle Schüler und Lehrer gebeten, Interviewbögen auszufüllen, die dann abwechselnd gruppenweise während des Schuljahres eine zeitlang in der Schule ausgehängt werden und einen Überblick über die Schulgemeinschaft am GCE geben.

Außerdem ist auf dem Flur eine Zeitschiene zu 350 Jahren Schulgeschichte und 350 Jahren Weltgeschehen geplant. Die Fachschaft Physik wird sich mit den vergangenen 350 Jahren in der Geschichte der Naturwissenschaften beschäftigen. Zudem soll in einem Raum ei ne visuelle Darstellung der Schulgeschichte mit 15 Feldern, auf denen jeweils 25 Jahre GCE behandelt werden, erfolgen.

Die Germanisten am GCE planen einen Goetheabend, die Anglisten veranstalten eine Lesenacht mit englischer Literatur. Nicht fehlen darf natürlich auch der Verein der Freunde des humanistischen Gymnasiums, der einen Vortragsabend mit ehemaligen Schülern organisiert, in dem diese darlegen, wo sie humanistische Werte in ihren jeweiligen Fachbereichen wiederfinden.

Humanistisch ist nicht nur die Sprachauswahl
"Der Humanismus ist bei uns nicht nur durch Latein als erste Fremdsprache und die Möglichkeit, später Altgriechisch zu lernen, verankert. Humanistische Werte werden bei uns in allen Fachbereichen gelebt. Wir sehen uns als Schulfamilie, in der man sich gegenseitig kennt und sich vertraut. Entsprechend überdurchschnittlich motiviert sind unsere Schüler und das Lehrerkollegium. Zudem sind wir aber auch modernen Sachen gegenüber sehr aufgeschlossen, wie etwa die zahlreichen Erfolge unserer Robotik-AG, unser Bildungspakt mit der Firma Tennet oder unser geplanter Schüleraustausch mit Indien zeigen", so Schulleiter Eisentraut.

Einen großen Wunsch zum 350. Geburtstag hegt die Schulfamilie des GCE: Da das Schulhaus mit mittlerweile 739 Schülern aus allen Nähten platzt, ist dringend ein Anbau vonnöten. "Sämtliche Fachräume sind durch Klassen belegt, nicht einmal einen Raum für unsere Schulbibliothek haben wir mehr, weil dort unterrichtet wird. Die Klasse 8a wird derzeit auf 32 Quadratmetern Raum unterrichtet und für unsere 160 Kollegiaten haben wir einen nur 17 Quadratmeter großen Aufenthaltsraum. Derzeit wird der Raumbedarf durch die Regierung von Oberfranken festgelegt. Das Thema wurde jetzt auch im Zuge der Aufstellung einer Investitions-Prioritätenliste an den Stadtrat herangetragen. Wir wissen, dass die Kommune nicht viel Geld hat, hoffen aber, dass rechtzeitig zum Schuljubiläum der Spatenstich für den dringend nötigen Anbau stattfindet", erklärte der Schulleiter.