Wie der Sprecher der Stadt Joachim Oppold auf Nachfrage erklärte, hatte das Sozialministerium sich nicht an einen im November ausgehandelten Vorvertrag mit der Stadt gehalten. In dem hatte Ministerin Emilia Müller (CSU) zugesagt, Kosten der Stadt Bayreuth für zusätzlichen Personalaufwand für das Projekt in der Herzogmühle übernehmen zu wollen. Davon will man in München jetzt angeblich nichts mehr wissen. Auch über die Höhe der Miete, die der Freistaat entrichten soll, herrscht offenbar keine Einigkeit.

Ergebnis: Der Freistaat soll die Baumaßnahme jetzt in Eigenregie durchführen. Aufgrund des Streits verzögert sich in jedem Fall die für Frühjahr 2016 vorgesehene Inbetriebnahme der Einrichtung. Problematisch angesichts des Flüchtlingsstroms.

Umso mehr, als nach Mitteilung der Grünen auch die Pläne für eine Erstaufnahmeeinrichtung in Augsburg gestoppt seien. Das Sozialministerium verwies auf derzeit laufende Gespräche aller Beteiligten. Deren Ergebnis wolle man abwarten.