Update vom 01.02.2023, 12.40 Uhr: Verurteilte wollen Entscheidung nicht akzeptieren - Revision eingelegt

Die beiden Verurteilten im Prozess um den Doppelmord von Mistelbach wollen die Entscheidungen des Gerichts nicht akzeptieren. Sie hätten das Rechtsmittel der Revision eingelegt, sagte ein Sprecher des Landgerichts Bayreuth am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

Am 23. Januar war ein 19-Jähriger für den Mord an den Eltern seiner damaligen Freundin zu 13 Jahren und 6 Monaten Jugendstrafe verurteilt worden. Wegen Mordes in zwei Fällen verurteilte das Landgericht Bayreuth auch die älteste Tochter des Paares zu einer Jugendstrafe von neun Jahren und sechs Monaten.

Zugestochen hatte in dem spektakulären Fall zwar der 19-Jährige, die heute 17 Jahre alte Tochter war aber nach Ansicht der Kammer die treibende Kraft hinter den Morden. "Sie ist die Initiatorin dieser Tat", hatte die Vorsitzende Richterin erklärt. Ohne sie wäre es nie zu den Morden gekommen.

In der Nacht vom 8. auf den 9. Januar 2022 waren ein 51 Jahre alter Kinderarzt und seine 47 Jahre alte Frau, ebenfalls Medizinerin, erstochen in ihrem Schlafzimmer aufgefunden worden. Das Paar hinterlässt vier Kinder.

Update vom 24.01.2023, 07.40 Uhr: Tat mit Ansage? Eskalation deutete sich wohl früh an

Am Montag ist ein Urteil zum grausamen Doppelmord in Mistelbach gefallen - die Tochter des ermordeten Ärzte-Paares und ihr Freund wurden zu langen Haftstrafen verurteilt. Nun kommen immer mehr Details zu der Bluttat ans Licht, die im vergangenen Jahr weit über Franken hinaus für Entsetzen gesorgt hat. Und es kommt die Frage auf - war es eine Tat mit Ansage?

Laut der Bild-Zeitung soll es schon früh Anzeichen gegeben haben, dass der Hass der Tochter auf ihre Eltern irgendwann eskalieren könnte. "Jetzt muss ich wieder heim zu den Arschlöchern, irgend­wann bring’ ich die um", soll die verurteilte Jugendliche laut dem Blatt schon 2019 zu einer Mitschülerin gesagt haben. Die heute 17-Jährige sei in der Schule auffällig gewesen und habe oft geschwänzt, berichtet die Bild - dabei sei sie aber hochbegabt.

Außerdem berichtet die Zeitung, dass die Mittäterin im Internet Recherchen rund um ihre Tat angestellt haben soll. "Darf man mit 16 allein im Haus der Eltern wohnen, wenn diese verstorben sind?" lautete wohl eine Suchanfrange bei Google aus dem Januar des vergangenen Jahres. 

Auch im familiären Umfeld soll die Spannung stark gewesen sein. Die Mutter hatte wohl Angst vor ihrer Tochter und fragte laut der Bild beim Jugendamt nach einem Selbstverteidigungskurs an. Wie sehr sich die Medizinierin vor ihrem eigenen Kind fürchtete, wurde auch bei der Verkündung des Urteils deutlich: "Sie hatte Angst".

Update vom 23.01.2023, 19.40 Uhr: Verteidiger betont: Täter schämt sich "unendlich"

Nach dem Urteil im Prozess um den Doppelmord von Mistelbach im Landkreis Bayreuth hat der Verteidiger des 19 Jahre alten Verurteilten betont, wie sehr sein Mandant die Tat bereue. Er schäme sich "unendlich" dafür. "Dies kann er mit Worten kaum ausdrücken", sagte Strafverteidiger Hilmar Lampert am Montag (23. Januar 2023) vor Journalisten.

Sein Mandant habe die Schuld vollumfänglich eingeräumt und versucht, so gut wie möglich an der Aufklärung des Falls mitzuwirken.

Zuvor hatte das Landgericht Bayreuth den 19-Jährigen wegen Mordes an den Eltern seiner Freundin zu einer Jugendstrafe von 13 Jahren und 6 Monaten verurteilt. Das Mädchen, inzwischen 17 Jahre alt, wurde ebenfalls wegen Mordes zu neuneinhalb Jahren Jugendstrafe verurteilt. Die Jugendkammer sah es als erwiesen an, dass der junge Mann vor etwa einem Jahr die Eltern seiner Freundin im Schlaf brutal erstochen hat. Angetrieben wurde er nach Ansicht des Gerichts aber von dem Mädchen, das die Eltern gehasst hatte.

Hätte sein Mandant die Mitangeklagte nicht kennengelernt, wäre es nie zur Tat gekommen, betonte der Verteidiger. Die beiden Opfer hätten ihn gut aufgenommen und gut behandelt. Trotzdem habe er sich zu dieser schrecklichen Tat hinreißen lassen, sagte Lampert weiter. Sein Mandant stehe für die Tat gerade. Die Verhandlung hatte abgesehen vom Auftakt und von der Urteilsverkündung unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden.

Update vom 23.01.2023, 15.30 Uhr: "Eine Tragödie" - Richterin verurteilt Doppelmord aufs Schärfste

Der Hass auf die eigenen Eltern gipfelte in zwei brutalen Morden: Im Prozess um den Doppelmord von Mistelbach sind die beiden Angeklagten schuldig gesprochen worden. Ein 19-Jähriger wurde am Montag vor dem Landgericht Bayreuth zu einer Jugendstrafe von 13 Jahren und 6 Monaten verurteilt. Er war der Freund der ältesten Tochter des Arzt-Ehepaars, das vor etwa einem Jahr in einem Dorf bei Bayreuth brutal erstochen worden war. Auch die Tochter selbst ist wegen Mordes verurteilt worden – zu neuneinhalb Jahren Jugendstrafe.

Die Jugendkammer sah die 17-Jährige als treibende Kraft der Tat, obwohl ihr Freund zugestochen hatte und sie nicht am Tatort war. "Sie handelte aus Hass auf ihre Eltern", sagte die Vorsitzende Richterin Andrea Deyerling. Beide Eltern sollten aus dem Weg geräumt werden. "Sie ist die Initiatorin dieser Tat." Ohne sie wäre es nie zu den Morden gekommen.

Die Juristin umriss die Dimension der Tat: "Eine Tragödie, eine Katastrophe." Das ermordete Ehepaar, ein 51 Jahre alter Kinderarzt und eine 47 Jahre alte Medizinerin, hinterlässt neben der nun verurteilten Tochter noch drei jüngere Kinder. Die Tat bleibe unfassbar, sagte Deyerling, und habe viel Leid über viele Menschen gebracht. "In diesem Saal sind noch nie so viele Tränen geflossen", blickte sie auf die 14 Verhandlungstage zurück, bei denen die Öffentlichkeit ausgeschlossen worden war.

Die Kammer zeichnete in der Urteilsbegründung detailliert nach, wie es zum brutalen Mord kam: Demnach behauptete die Angeklagte immer wieder, die Eltern würden sie schlecht behandeln und schlagen. Sie und ihr Bruder hätten sogar Suizidgedanken.

Doch tatsächlich habe es anders ausgesehen, die Behauptungen des Mädchens seien widerlegt worden, sagte die Richterin: Die Eltern seien überfordert gewesen mit ihrer schulschwänzenden Teenager-Tochter, hätten sogar das Jugendamt um Hilfe gebeten. Es sei so weit gekommen, dass die Mutter einen Selbstverteidigungskurs machen wollte, weil sie Angst vor Auseinandersetzungen mit ihrer ältesten Tochter hatte. Die heute 17-Jährige habe gegenüber Freunden und Geschwistern immer wieder kundgetan, dass sie ihre Eltern tot sehen wollte.

Der Angeklagte war wenige Wochen vor der Tat zu seiner Freundin gezogen, er war zu Hause rausgeflogen. Die Familie habe ihn freundlich aufgenommen, sogar auf dem Weihnachtsgruß der Familie sei er mit fotografiert gewesen, hieß es weiter. Dennoch glaubte er den Schilderungen seiner Partnerin, dass die Eltern sie schlagen würden. Die Jugendliche habe erkannt, dass er leicht manipulierbar sei, sagte Deyerling: "Er war bereit, alles für sie zu tun."

Tochter hielt ihre Geschwister ab, Hilfe zu holen

Als ihr Freund in der Nacht zum 9. Januar 2022 vor ihr stand – mit Sturmhaube, Stirnlampe und mit dem Messer in der Hand, soll die heute 17-Jährige gesagt haben: "Du siehst echt sexy aus." Im Schlafzimmer der beiden Eltern stach er schließlich brutal zu – eine Vielzahl von Stichen, die sogar durch Knochen hindurchgingen, traf die beiden Opfer. Sie starben noch am Tatort. Derweil blieb das Mädchen in der oberen Etage. Als sein Bruder durch die Schreie der Mutter geweckt wurde, hielt es ihn davon ab, einzuschreiten oder Hilfe zu holen.

Das junge Paar hatte beschlossen, nach der Tat zu fliehen. Zu Fuß ging es nach Bayreuth, weil sie das Familienauto nicht aus der Garage bekamen. Dort stellte sich der nun verurteilte Täter schließlich der Polizei. Seine Freundin hielt er lange heraus, gab an, aus einer Aggressionsstörung heraus gehandelt zu haben. Erst später räumte er ein, dass sie ihn angestiftet hatte.

Das Mädchen jedoch stritt eine Beteiligung an der Tat laut Jugendkammer weiterhin ab. Ihr Verteidiger hatte in den Plädoyers einen Freispruch verlangt. Sie habe geschlafen und sei selbst erst durch die Schreie erwacht, hatte sie demnach erklärt. Das sei aber alles durch Zeugenaussagen des Bruders widerlegt, sagte die Richterin. Eineinhalb Stunden dauerte die Urteilsbegründung, die nun verurteilte Täterin blickte meist direkt nach vorne. "Die Eltern wurden getötet, die Geschwister wurden zu Vollwaisen", fasste Deyerling zusammen. Und blickte dem Mädchen ebenso fest in die Augen.

Update vom 23.01.2023, 14 Uhr: Doppelmord von Mistelbach - Haupttäter bekundet Reue

DIe Urteile im Prozess um den grausamen Doppelmord von Mistelbach sind gefallen - und die Tochter des getöteten Ehepaares und ihr Freund müssen für lange Zeit hinter Gittern. Der 19-Jährige Hauptangeklagte erhielt 13 Jahre und 6 Monate, die heute 17-Jährige Tochter wiederum 9 Jahre und 6 Monate

Eines ist nach dem mehr als einjährigen Prozess aber klar: Viele Fragen werden wohl offen bleiben. Die Tat "werden wir nie verstehen", sagte die Anwältin der Nebenklage, Dorrit Franze, nach der Urteilsverkündung gegenüber Medienvertretern. "Eine gerechte Strafe für den Tod zweier Menschen zu finden ist nicht möglich. Im Rahmen ist ein Urteil ergangen, doch die Angehörigen der Opfer, die Verwandten und Bekannten, werden noch lange mit der Aufarbeitung dieser Tat zu tun haben", so die Rechtsanwältin. Dabei betonte sie, wie wichtig der Schutz und die Rechte der Opfer seien

Ebenso stellte sich der Anwalt des Hauptangeklagten, Hilmar Lampert, der Presse - und betonte die Reue seines Mandanten. "Er bereut seine Tat zutiefst und schämt sich hierfür. Dies kann er mit Worten kaum ausdrücken", so Lampert. Gleichzeitig  hob der Anwalt hervor, dass die Verantwortung für die Tat in erster Linie bei der Tochter des ermordeten Ärzte-Ehepaares liegt. "Er selbst hatte kein eigenes Motiv für die Tatbegehung. Wenn er die Mitangeklagte nicht kennengelernt hätte, wäre es zu dieser Tat nie gekommen. Die Familie hatte ihn gut aufgenommen und gut behandelt, er war ihnen hierfür sehr dankbar. Tortzdem ließ er sich in der fatalen Nacht zu dieser schrecklichen Tat hinreißen." Aus Liebe habe er die Rolle der Mitangeklagten falsch geschildert. Eine Stellungnahme der 17-Jährigen Tochter und ihrer Verteidigung liegt bisher noch nicht vor. 

Hilmar Lampert ist sich bereits jetzt sicher, dass sein Mandant frühzeitig aus der Haft entlassen werden könnte, da er gestanden, Reue gezeigt und "auf alle Fragen offen und vollumfänglich geantwortet" habe. "Dieses Verfahren war für alle Beteiligten sehr schwierig, natürlich auch für meinen Mandanten und seine Familie. Ihm ist mittlerweile klar geworden, dass Ausgangspunkt der Tat die für ihn unheilvolle Liebesbeziehung zur Mitangeklagten war, gegen die er damals machtlos war. Sie hat sein Gehirn und seine natürlichen Reflexe im Hinblick auf diese Tat ausgeschaltet."

Update vom 23.01.2023, 11.25 Uhr: Doppelmord von Mistelbach - Hohe Haftstrafen für beide Angeklagten

Im Prozess um den Doppelmord von Mistelbach sind die beiden Angeklagten schuldig gesprochen worden. Für den Mord an den Eltern seiner Freundin muss ein 19-Jähriger 13 Jahre und 6 Monate in Haft.

Wegen Mordes in zwei Fällen verurteilte das Landgericht Bayreuth am Montag auch die älteste Tochter des Paares zu einer Gefängnisstrafe von 9 Jahren und 6 Monaten. Zugestochen hatte in dem spektakulären Fall zwar der 19-Jährige, die heute 17 Jahre alte Tochter fasste mit ihrem Freund den Entschluss zur Tat. Nach Erkenntnissen der Ermittler hielt sie zudem ihre jüngeren Geschwister davon ab, Hilfe zu holen oder einzuschreiten.

In der Nacht vom 8. auf den 9. Januar 2022 waren ein 51 Jahre alter Arzt und seine 47 Jahre alte Frau, die ebenfalls Medizinerin war, erstochen in ihrem Schlafzimmer aufgefunden worden. Das Paar hinterlässt vier Kinder. Der heute 19-Jährige hatte sich wenige Stunden nach der Tat bei der Polizei in Bayreuth gestellt. Die Tatbeteiligung der Tochter kristallisierte sich nach Angaben der Ermittler erst später heraus.

Der Prozess hatte im Oktober 2022 begonnen. Doch bereits nach dem Auftakt war die Öffentlichkeit ausgeschlossen worden - vor allem wegen des Alters der beiden Angeklagten und wegen ihrer psychischen Verfassung. Zahlreiche Zeuginnen und Zeugen sowie Sachverständige waren seitdem hinter geschlossenen Türen befragt worden. Erst zur Verkündung des Urteils am Montag durften Zuschauerinnen, Zuschauer und Medienschaffende wieder in den Gerichtssaal.

Update vom 22.01.2023, 17.25 Uhr: Doppelmord von Mistelbach - Urteil am Montag erwartet

Drei Monate lang wurde verhandelt - unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Nun steht ein Urteil im Prozess um den Doppelmord in einem Dorf nahe Bayreuth bevor, verkündet werden soll es am Montag (23. Januar 2023) gegen 11 Uhr.

In dem grausamen Fall geht es um die Nacht vom 8. auf 9. Januar 2022: Damals fand die Polizei in einem Einfamilienhaus in Mistelbach im Landkreis Bayreuth zwei Leichen. Ein 51 Jahre alter Kinderarzt und seine 47 Jahre alte Frau, ebenfalls Ärztin, wurden in ihrem Schlafzimmer erstochen. Unter Mordverdacht gerieten die älteste Tochter des Paares und ihr Freund. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft stach der heute 19-Jährige zu. Die 17-Jährige soll derweil ihre Geschwister davon abgehalten haben, einzugreifen oder Hilfe zu holen.

Wegen des Alters der beiden Angeklagten und ihrer psychischen Verfassung wurde am ersten Prozesstag im Landgericht Bayreuth die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Wenig ist seitdem nach außen gedrungen. 33 Zeuginnen und Zeugen wurden nach Worten eines Justizsprechers vernommen, vier Sachverständige gaben Auskünfte, darunter zwei Rechtsmediziner.

Erst zu den Plädoyers gab es wieder mehr Informationen: Die Staatsanwaltschaft forderte, die Angeklagten wegen Mordes in zwei Fällen schuldig zu sprechen. Der 19-Jährige soll wegen der besonderen Schwere der Schuld zu einer Jugendstrafe von 13 Jahren und 6 Monaten verurteilt werden. Für die 17 Jahre alte Angeklagte forderte die Staatsanwaltschaft 9 Jahre und 6 Monate.

Der Verteidiger des Mädchens verlangte dagegen einen Freispruch, da die Mittäterschaft der Jugendlichen nicht erwiesen sei. Der Verteidiger des 19-Jährigen sprach sich für eine Haftstrafe von 9 Jahren und 6 Monaten aus, eine besondere Schwere der Schuld konnte er bei seinem Mandanten nicht erkennen. Die Urteilsverkündung und das Verlesen der Begründung sind wieder öffentlich.

Die Plädoyers lassen Raum für Spekulationen: Was hat es also auf sich mit der Rolle des Mädchens, wenn ihr Verteidiger einen Freispruch gerechtfertigt sieht, die Staatsanwaltschaft aber am Mord-Vorwurf festhält?

Ebenso im Dunkeln blieb bislang, warum es überhaupt zur Bluttat kam. Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrer Anklage von "Streit" und "Hass" gesprochen, war aber nicht ins Detail gegangen.

Dass Teenager Stress mit Mutter und Vater haben, ist eigentlich ganz normal. Laut Anklage hatte der heute 19-Jährige mit im Haus der Familie seiner Freundin gelebt. Möglicherweise lief das nicht reibungslos.

Von außen betrachtet bot die Familie ein idyllisches Bild: vier Kinder, die Eltern arbeiteten als Mediziner. Die Familie lebte in einem schicken Einfamilienhaus vor den Toren Bayreuths. Das 51 Jahre alte Opfer war als Kinderarzt in der Region bekannt und geschätzt, Anfang 2022 wollte der Mann eigentlich mit seinem Praxis-Partner ein neues Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin eröffnen.

Update vom 11.01.2023, 17 Uhr: Letzte Plädoyers gehalten - Urteil im Doppelmord von Mistelbach steht bevor

Ein Jahr nach dem Doppelmord an einem Ärztepaar in Mistelbach soll am 23. Januar 2023 das Urteil gegen die angeklagte Tochter und ihren Freund verkündet werden. Am Mittwoch wurden vor dem Landgericht Bayreuth die Plädoyers gehalten, wie ein Sprecher mitteilte. Verhandelt wurde wegen des Alters der Angeklagten ohne Öffentlichkeit. Die Staatsanwaltschaft forderte die Kammer demnach auf, die Angeklagten wegen "mittäterschaftlich begangenen Mordes in zwei tatmehrheitlichen Fällen" schuldig zu sprechen.

Der Angeklagte soll die Eltern seiner Freundin im Schlaf überrascht und erstochen haben, die Angeklagte soll derweil ihre Geschwister davon abgehalten haben, einzuschreiten. Zum Prozessauftakt im vergangenen Oktober hatte die Staatsanwalt den beiden vorgeworfen, die Tat geplant zu haben. Der 51 Jahre alte Kinderarzt und seine 47 Jahre alte Frau, die ebenfalls Ärztin war, starben in der Nacht zum 9. Januar 2022 durch eine Vielzahl von Stichen in Brust-, Hals- und Gesichtsbereich, wie die Staatsanwaltschaft erläutert hatte.

Der 19-Jährige soll laut Staatsanwaltschaft wegen der besonderen Schwere der Schuld zu einer Jugendstrafe von 13 Jahren und 6 Monaten verurteilt werden. Für die 17 Jahre alte Angeklagte forderte die Staatsanwaltschaft 9 Jahre und 6 Monate. Ihr Verteidiger dagegen verlangte einen Freispruch, da ihre Mittäterschaft nicht erwiesen sei. Der Verteidiger des 19-Jährigen sprach sich für eine Haftstrafe von 9 Jahren und 6 Monate aus.

Update vom 10.01.2023, 11.15 Uhr: Doppelmord in Mistelbach nähert sich seinem Ende - Plädoyers am Mittwoch

In Bayreuth startet der Prozess infolge des Doppelmords von Mistelbach am Mittwoch (11. Januar 2023) in seine Schlussphase. In dem Strafverfahren hat die 1. Große Jugendkammer an bisher elf Verhandlungstagen in nichtöffentlicher Verhandlung insgesamt 33 Zeuginnen und Zeugen vernommen und vier Sachverständige gehört, davon zwei aus dem Bereich der Rechtsmedizin. Das berichtet das Landgericht Bayreuth in einer Pressemitteilung.

Am Mittwoch kommt es zur Fortsetzung der Hauptverhandlung. Vorgesehen sind sowohl der Schluss der Beweisaufnahme sowie die Plädoyers von Staatsanwaltschaft, Nebenklage und Verteidigung. Der Prozess findet wie gehabt als nichtöffentliche Verhandlung statt. Über die dann gestellten Anträge sowie den Termin der in öffentlicher Verhandlung geplanten Urteilsverkündung und Urteilsbegründung will das Landgericht Bayreuth gesondert informieren.

Ein Urteil werde nicht vor dem 19. Januar erwartet, teilte ein Sprecher des Landgerichts im vergangenen Dezember mit. Angeklagt sind eine 17-Jährige und ihr zur Tatzeit 18 Jahre alter Freund. Die junge Frau soll einen Tatplan zum Mord an ihren eigenen Eltern gefasst haben. Ausgeführt haben soll die Tat Anfang Januar ihr Freund. Laut Anklage soll er das Mistelbacher Ärzteehepaar im Schlaf überrascht und erstochen haben.

Update vom 13.12.2022, 17.30 Uhr: Doppelmord-Prozess verzögert sich - Urteil erst im neuen Jahr

Der Prozess um den mutmaßlichen Doppelmord von Mistelbach zieht sich ins kommende Jahr. Ein Urteil werde nicht vor dem 19. Januar erwartet, teilte ein Sprecher des Landgerichts Bayreuth am Dienstag mit. Ursprünglich sollte der Prozess Mitte Dezember zum Abschluss kommen, wegen der Erkrankung eines Richters verzögert sich nun der Zeitplan. Verhandelt wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit, erst zum Urteil sind Zuhörer und Journalisten wieder zugelassen.

Vor Gericht aufgearbeitet wird der gewaltsame Tod eines Ärzte-Ehepaares aus Mistelbach (Landkreis Bayreuth). Angeklagt wegen Mordes sind die 17 Jahre alte Tochter und deren 19 Jahre alter Freund. Sie sollen Anfang Januar 2022 den Plan zum Mord gefasst haben. Zugestochen haben soll der heute 19-Jährige. Als Motiv nannte die Staatsanwaltschaft Hass und Streit in der Familie.

Update vom 07.12.2022, 10.45 Uhr: Urteil zum Doppelmord in Mistelbach soll vor Weihnachten fallen

Im Prozess um den mutmaßlichen Doppelmord von Mistelbach (Kreis Bayreuth) soll noch vor Weihnachten ein Urteil fallen. Die Verkündung sei für den 22. Dezember geplant, teilte das Landgericht Bayreuth am Mittwoch mit. Der Prozess wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt.

Eine 17-Jährige und ihr zur Tatzeit 18 Jahre alter Freund sind vor der Jugendkammer des Gerichts angeklagt. Die junge Frau soll einen Tatplan zum Mord an ihren eigenen Eltern gefasst haben. Ausgeführt haben soll die Tat Anfang Januar ihr Freund. Er soll, so die Anklage, die Eltern im Schlaf überrascht und erstochen haben. Es sollte demnach so aussehen wie ein Einbruch.

Die Staatsanwaltschaft geht von einer genau geplanten Tat aus und vermutet als Motiv Hass der Angeklagten auf ihre Eltern. "Die Angeklagte hasste ihre Eltern und wollte sie tot sehen." Es habe zuvor immer wieder Streit gegeben. Worum es dabei ging, blieb wie viele weitere Fragen bislang unklar. Am Landgericht Bayreuth hält man sich bedeckt. Am 16. Dezember soll die Beweisaufnahme abgeschlossen werden, dann möchte das Gericht über den genauen Zeitpunkt der Urteilsverkündung informieren.

Update vom 17.11.2022, 9.20 Uhr: Tochter soll aus Hass gehandelt haben

Es war am frühen Nachmittag des ersten Prozesstags, als Zuhörer und Medienschaffende den dunkel getäfelten Schwurgerichtssaal des Landgerichts Bayreuth verlassen mussten. Seit einem Monat wird der mutmaßliche Doppelmord von Mistelbach hinter verschlossenen Türen verhandelt. Kaum etwas dringt nach draußen.

Dabei gibt es viele Fragen. Denn der Fall sorgte bundesweit für Aufsehen. Bekannt sind diese Fakten: Ein 17 Jahre altes Mädchen ist angeklagt, weil es einen Tatplan zum Mord an den eigenen Eltern gefasst haben soll. Ausgeführt haben soll die Tat Anfang Januar ihr Freund, damals 18 Jahre alt. Er soll, so die Anklage, die Eltern im Schlaf überrascht und erstochen haben. Es sollte so aussehen wie ein Einbruch.

Die Staatsanwaltschaft geht von einer genau geplanten Tat aus, Motiv: Hass. "Die Angeklagte hasste ihre Eltern und wollte sie tot sehen." Es habe zuvor immer wieder Streit gegeben. Worum es dabei ging? Auch das ist eine Frage, die unbeantwortet bleibt und bislang vermutlich nur hinter den verschlossenen Türen des Gerichtssaals erörtert wurde.

Während der Freund zustach, sollte das Mädchen im oberen Stockwerk die jüngerenGeschwister davon abhalten, einzugreifen. Es müssen sich dramatische Szenen abgespielt haben, denn die Angeklagte soll sogar einen von den Geschwistern gewählten Notruf abgebrochen haben. Das Pärchen ließ demnach auch die Geschwister alleine im Haus mit den toten Eltern zurück - und floh zunächst nach Bayreuth, wo sich der damals 18-Jährige schließlich der Polizei stellte.

Zwei weitere Geschwister sollten nach Plänen der Kammer im Lauf des Prozesses aussagen. Stattgegeben wurde dem Antrag, dass in dieser Zeit die beiden Angeklagten den Raum verlassen müssen. Zu aufreibend wäre es, wenn die zu Waisen gewordenen Kinder ihre Schwester und deren Freund wiedersehen müssten.

Dass Teenager Stress mit Mutter und Vater haben - ganz normal eigentlich. Aber dass das zu zwei brutalen Morden führt? Was war da los? Am Landgericht Bayreuth hält man sich bedeckt. Nur wenig dringt nach draußen. Der erste Verhandlungstag zog sich bis in die Nacht, erst nach 20 Uhr war Schluss, hieß es etwa. Das bedeutet: Der Angeklagte und die Angeklagte haben sich ausführlich geäußert.

Aufgrund des jugendlichen Alters der beiden Angeklagten war erwartet worden, dass die Jugendkammer die entsprechenden Anträge zum Ausschluss der Öffentlichkeit billigt. Während bei dem Mädchen klar ist, dass nach Jugendstrafrecht zu entscheiden ist, muss beim Angeklagten erst überprüft werden, ob noch Jugendstrafrecht gilt. Erst wenn ein Urteil verkündet und begründet wird, dürfen wieder Zuschauerinnen, Zuschauer und Medienschaffende in den Saal. Verhandlungstermine bis zum 16. Dezember sind angesetzt.

Update vom 28.10.2022, 10 Uhr: Zahlreiche Zeugenaussagen - Welche Rolle spielte die Tochter?

In dem Strafverfahren wegen Mordes an einem Arztehepaar in Mistelbach hat die Große Jugendkammer an den auf den Tag des Prozessauftakts folgenden bisher vier weiteren Verhandlungstagen in nicht öffentlicher Verhandlung bereits eine Vielzahl an Zeugen vernommen. Dies teilte das Landgericht Bayreuth mit.

Unter anderem berichtete wohl eine Beamtin der Kriminalpolizei über die umfangreichen Spurensicherungsmaßnahmen. Mehrere Sachverständige aus dem Bereich der Rechtsmedizin wurden gehört.  Außerdem berichtete der kriminalpolizeiliche Sachbearbeiter zum Gang des Ermittlungsverfahrens. Wie das Landgericht betont, können weitere Einzelheiten im Hinblick auf die Nichtöffentlichkeit der Hauptverhandlung nicht mitgeteilt werden. Erst die Urteilsverkündung und -begründung werden dann wieder öffentlich sein. Dies ist für den 16. Dezember geplant. Zunächst geht es aber am 10. November 2022 mit der nicht-öffentlichen Verhandlung weiter.

Dann dürfte es auch weiter um die Frage gehen, welche Rolle die Tochter bei der Tat gespielt hat. Ihr wird vorgeworfen, ihre Geschwister davon abgehalten zu haben, Hilfe zu holen, während ihr 18-jährige Freund die Eltern im Keller mit einem Messer erstochen haben soll.

Update vom 20.10.2022, 9.51 Uhr: Angeklagte äußerten sich nach Ausschluss der Öffentlichkeit

Im Prozess um den mutmaßlichen Doppelmord an einem Ärztepaar in Mistelbach haben sich beide Angeklagten (17 und 18 Jahre alt) geäußert. Am Donnerstag (20. Oktober 2022), dem zweiten Verhandlungstag, sollten sie weiter befragt werden, sagte ein Gerichtssprecher. Zum Inhalt gab es keine Angaben, denn die Jugendkammer am Landgericht Bayreuth hatte nach dem Prozessauftakt am Mittwoch die Öffentlichkeit ausgeschlossen.

Bereits am Mittwoch, nachdem Zuschauerinnen, Zuschauer und Medienschaffende den Saal verlassen hatten, hätten sich beide "zur Sache eingelassen", erklärte der Sprecher. Im weiteren Prozessverlauf sind eine Vielzahl von Zeugen sowie auch Sachverständige geladen. Nach derzeitigem Stand könnte das Urteil am 16. Dezember fallen. Die Öffentlichkeit ist dann auch wieder zugelassen.

Aufgearbeitet vor Gericht wird der Mord an einem Ärzte-Ehepaar, das Anfang des Jahres in Mistelbach (Landkreis Bayreuth) tot aufgefunden worden war. Der 51 Jahre alte Kinderarzt und seine 47 Jahre alte Frau, die ebenfalls Ärztin war, starben in der Nacht zum 9. Januar durch eine Vielzahl von Stichen in Brust-, Hals- und Gesichtsbereich, wie die Staatsanwaltschaft erläutert hatte.

Das junge Pärchen habe geplant, die Tat wie einen Einbruch aussehen zu lassen. Während ihre Eltern starben, soll das Mädchen seine anderen Geschwister davon abgehalten haben, Hilfe zu holen. Die Vorsitzende Richterin Andrea Deyerling hatte den Ausschluss der Öffentlichkeit unter anderem mit der besonderen Schutzwürdigkeit der beiden jungen Angeklagten begründet.

Update vom 19.10.2022, 14.45 Uhr: Staatsanwaltschaft verliest Anklageschrift zum Mistelbacher Doppelmord

Die Gesichter der beiden Angeklagten sind zunächst nicht zu erkennen. Tief hat das 17 Jahre alte Mädchen die Kapuze ihrer hellblauen Jacke ins Gesicht gezogen, außerdem trägt sie eine FFP2-Maske. Auch der 18-Jährige hat sich eine Kapuze aufgesetzt. Oberstaatsanwalt Daniel Götz fasst in wenigen Minuten zusammen, was den beiden vorgeworfen wird: Sie sollen die Eltern des Mädchens umgebracht haben. Zugestochen haben soll der 18-Jährige. Zur Rolle der Tochter heißt es: "Die Angeklagte hasste ihre Eltern und wollte sie tot sehen." Vor dem Landgericht Bayreuth hat am Mittwoch der Prozess um den mutmaßlichen Doppelmord von Mistelbach begonnen.

Nach dem Vortrag der Anklageschrift stellen die Verteidiger der beiden deutschen Angeklagten Anträge, die Öffentlichkeit auszuschließen. Die Jugendkammer stimmt zu, erst zur Urteilsverkündung, die für Dezember geplant ist, dürfen Zuschauerinnen und Zuschauer sowie Medienschaffende wieder in den Saal.

Die nüchterne Zusammenfassung der Vorwürfe verstärkt allerdings noch deren Wucht: Die beiden sollen geplant haben, die Tat in der Nacht zum 9. Januar wie einen Einbruch aussehen zu lassen. Der Freund zog sich demnach eine Ski-Maske über den Kopf und ging ins Schlafzimmer, das sich im Kellergeschoss des Hauses in Mistelbach befand. Zunächst tötete er den 51 Jahre alten Vater seiner Freundin mit Stichen in Brust-, Hals- und Gesichtsbereich, dann stach er auch auf die 47 Jahre alte Mutter ein, sodass sie starb.

Währenddessen müssen sich oben im Schlafzimmerbereich der vier Kinder der Familie dramatische Szenen abgespielt haben. Denn die Angeklagte sollte - so der Plan - ihre Geschwister davon abhalten, einzugreifen. Das zweitälteste Kind der Familie, inzwischen 15 Jahre alt, soll die Schreie seiner Mutter gehört haben. Doch die Angeklagte habe jede Hilfe verhindert. Als der Angeklagte ins obere Stockwerk zurückkehrte, sollen beide den Geschwistern Handys und Festnetztelefon abgenommen haben, sodass sie keine Hilfe holen konnten. Die beiden Beschuldigten seien dann geflüchtet.

Die 17-Jährige sitzt aufrecht, blickt Richtung Staatsanwalt und Richterin, wenn diese sprechen. Der 18-Jährige dagegen hat Kopf und Schultern gesenkt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft lebte der junge Mann seit November mit im Haus der Familie seiner Freundin. Worum genau gestritten wurde mit den Eltern? Woher der Hass rührte? Diese Fragen müssen zunächst offen bleiben. Der Angeklagte sei bereit, ausführlich vor Gericht zu reden, hatte sein Verteidiger erklärt. Sollte die Sitzung aber öffentlich weiterlaufen, fürchte er Hemmungen und Scham bei ihm.

Den Ausschluss der Öffentlichkeit begründet die Vorsitzende Richterin Andrea Deyerling unter anderem damit, dass die 17-Jährige nach Experteneinschätzung als gefährdet für Selbstverletzungen gilt. Sie lebe deshalb in der U-Haft in einem videoüberwachten Raum und sei auch bereits in einer Klinik behandelt worden. Man wolle die schutzwürdigen und privaten Interessen der beiden wahren.

Als Zeugen aussagen sollen im Lauf des Verfahrens auch zwei der jüngeren Geschwister. In dieser Zeit dürfen die beiden Angeklagten nicht im Saal sein. Es sei eine Retraumatisierung zu befürchten, wenn sie wieder auf ihre Schwester und den 18-Jährigen treffen, argumentierte die Jugendkammer. Das Interesse an dem Prozess war groß, viele Zuschauerinnen und Zuschauer wollten in den Saal. Der Wohnort der Familie hat nicht einmal 2000 Einwohner, der Schock sitzt dort immer noch tief. Zudem war das Opfer ein in der Region bekannter Kinderarzt, der Anfang des Jahres mit seinem Praxis-Partner ein modernes, großes Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin eröffnen wollte.

Originalmeldung: Ärztepaar im Schlafzimmer ermordet - schwere Anschuldigungen gegen Tochter

Was ereignete sich in der Nacht zum 9. Januar 2022 im oberfränkischen Mistelbach? Dieser Frage geht seit diesem Mittwoch (19. Oktober 2022) das Landgericht Bayreuth auf den Grund. Der Prozess zum Fall des getöteten Ärztepaares ist gestartet.

Angeklagt sind die Tochter des Ehepaares und ihr Freund. Ihnen wird zur Last gelegt, dass sie mit einem "gemeinsamen Tatplan" das Ehepaar in deren Schlafzimmer getötet haben.  "Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Angeklagte aus der Motivation Hass heraus gehandelt habe", schildert Bernhard Böxler, stellvertretender Pressesprecher am Landgericht Bayreuth, den möglichen Tathintergrund.

Findet der Prozess öffentlich statt? "Gesonderte Maßnahmen" möglich

Obwohl eine Angeklagte noch minderjährig ist, muss die Verhandlung "nach dem Gesetz" öffentlich stattfinden, erklärt Böxler weiter. Denn: "Der andere Angeklagter ist Heranwachsender". Dennoch können "gesonderte Maßnahmen" möglich sein, um die Minderjährige zu schützen, kündigt der Pressesprecher an. Details dazu nannte er keine. Auch ein Antrag der Verteidigung, den Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchzuführen, steht im Raum.

Das Landgericht plant zunächst eine öffentliche Verhandlung vor der 1. Großen Jugendkammer. Doch bei entsprechenden Anträgen könnte die Jugendkammer auch anders entscheiden und die Öffentlichkeit ausschließen. 16 Prozesstage sind angesetzt, ein Urteil könnte am 16. Dezember verkündet werden. Die Richter haben demnach 16 Verhandlungstage bis zum 16. Dezember 2022 anberaumt.

Streitereien in der Familie waren nach Auffassung der Staatsanwaltschaft der Auslöser dafür, dass das Ehepaar Anfang Januar erstochen wurde. Nach einem neuerlichen Streit mit ihrem Vater habe die heute 17 Jahre alte Angeklagte mit ihrem 18 Jahre alten Freund den Plan gefasst, die Eltern zu töten, so die Staatsanwaltschaft. Der 51 Jahre alte Kinderarzt und seine 47 Jahre alte Frau waren demnach in ihrem Schlafzimmer von dem 18-Jährigen erstochen worden. Das Mädchen soll währenddessen verhindert haben, dass ihre Geschwister Hilfe holten. Sie soll ihnen die Handys und das Festnetztelefon weggenommen haben.

Ehepaar wohl im Schlaf von 18-Jährigem erstochen: Welche Rolle spielte die Tochter?

Der junge Mann und die Tochter waren nach der Tat ins wenige Kilometer entfernte Bayreuth geflohen und stellten sich später der Polizei. Der Jugendliche kam gleich in Untersuchungshaft. Die Rolle der Tochter blieb zunächst unklar, erst einige Wochen später wurde auch gegen sie Haftbefehl erlassen. Beide sind wegen Mordes angeklagt. Geplant sind 16 Verhandlungstage.

Zum Thema: Ein Schatten liegt über Mistelbach! Vier Kinder wurden zu Vollwaisen - Wie soll man das begreifen?

Vorschaubild: © Daniel Karmann (dpa)