Besagte Designerdroge, die es als Pulver oder in kristalliner Form gibt und die sehr schnell körperlich wie psychisch abhängig macht, scheint immer mehr Bedeutung im einschlägigen Milieu zu bekommen, gerade bei Erstkonsumenten. Vor allem in den Kreisen Hof und Wunsiedel griffen Beamte immer wieder Konsumenten und Schmuggler auf, die sich auf Billigmärkten im angrenzenden Tschechien mit Crystal eingedeckt hatten.

Und das taten sie nach Aussage von Polizeipräsident Reinhard Kunkel nicht zu knapp: Allein die im vergangenen Jahr sichergestellte Menge der gefährlichen Substanz stieg auf mehr als zwei Kilogramm. "Das ist ein Plus von 93 Prozent gegenüber 2010. Zum Vergleich: 2008 waren es gerade mal 37 Gramm." In den präsentierten Zahlen sahen Kunkel sowie der leitende Kriminaldirektor Harald Osel zugleich einen Erfolg des konsequenten Vorgehens der Polizei, die unter anderem mit Schleierfahndern operiert.


Hohe Aufklärungsquote



Überhaupt kann die oberfränkische Polizei mit einer hohen Aufklärungsquote von fast 70 Prozent aufwarten. "Damit belegen wir in Bayern Platz 1 bei allen Regierungsbezirken", sagt Kunkel. 51.519 Straftaten wurden registriert: ein Anstieg von viereinhalb Prozent. Die Entwicklung der Kriminalität in den Mittelzentren verläuft dabei durchaus unterschiedlich. Mehr als 20.000 Straftaten verzeichnet die Polizei für Bamberg (plus 6,2 Prozent), Hof (4,4), Coburg (1,8) und Bayreuth (14,1) - das macht annähernd 40 Prozent aller Delikte in Oberfranken aus. Und dennoch spricht Zuversicht aus diesen Erhebungen, wie Kunkel erläutert: "Trotz der Steigerung unterschreiten alle Werte den Durchschnitt aus den vergangenen zehn Jahren."

Rückläufig sind die politisch motivierten Straftaten. 252 Fälle registrierte die Polizei; 163 mit rechts-, 48 mit linksextremem Hintergrund. Laut Kunkel konnten die Beamten nach den Morden der Zwickauer Terrorzelle NSU trotz verstärkter Suche bislang keine Verbindung f inden, die von der Neonazi-Gruppe nach Oberfranken führe.