Seit zwei Jahren betreibt Kristina Stefanie Dauth den Barclub "Suite" in der Innenstadt. Hauptberuflich ist die 27 Jahre alte Bayreutherin Produktmanagerin bei einem Verlagshaus. Wie sie zur Leitung der "Suite" kam, was sich in den vergangenen Jahren verändert hat und wie sie das "Vorglühen" aus den WG-Zimmern holen will, verrät sie im Interview.

Wie hast du die Bayreuther Partyszene in deiner Jugend erlebt und was für Musik hörst du gerne?

Die Jugend hier war eigentlich ganz gut (lacht). Privat höre ich gerne Hip Hop und RnB. Früher war ich oft im Halifax (Großraumdisko in Himmelkron), da hatte es auch noch mittwochs geöffnet. Also das Standardprogramm früher war am Mittwoch Halifax, am Donnerstag Rosenau und am Wochenende dann je nach Musikrichtung in die Innenstadt, da war ja eigentlich überall was los.

Wie kamst du dazu, selbst in der Veranstaltungsbranche zu arbeiten?

Das hat leider einen traurigen Hintergrund: Mein damaliger Lebensgefährte hat die "Suite" im Jahr 2006 eröffnet und ist acht Jahre später an Krebs verstorben. Seitdem mache ich das weiter. Davor habe ich ihn schon immer unterstützt, wo ich konnte. Aber ich bin ja auch noch hauptberuflich tätig, ich mach das Ganze hier nebenbei. Veranstaltungen zu machen war ursprünglich nicht das Ziel, da bin ich eher so reingeschlittert.

Du bist immer noch vier Tage die Woche mit deinem Hauptberuf ausgelastet. Was motiviert dich so am Veranstaltungswesen in Bayreuth, dass du deine Wochenenden dem Laden widmest?

Die Suite ist mir einfach sehr ans Herz gewachsen, auch schon bevor ich die Leitung übernommen hatte. Nach dem Tod von Christian stand die Entscheidung an, ob ich das jetzt weiter mache oder jemand anders. Aber man will ja das, woran das Herz hängt, nicht einfach weggeben. Und es macht mir sehr viel Spaß. Vor allem zu sehen, wie sich was verändert und wie es weiter geht. Und bald gibt es die "Suite" schon zehn Jahre lang: Die Jubiläumsfeier ist am 4. und 5. November.

Wie oft bist du hier und wie bist du involviert?

Eigentlich bin ich jedes Mal hier. Wenn wenig los ist gehe ich höchstens etwas früher. Wenn viel los ist, stelle ich mich aber auch mal hinter die Bar. Ansonsten hängt da neben der Organisation sehr viel dran: Die Buchhaltung, das Booking und so weiter.

Wie triffst du eine Auswahl an DJs und Künstlern, die in deinem Laden spielen?

Es bewerben sich sehr viele Künstler bei uns über die verschiedensten digitalen Kanäle oder fragen direkt hier nach. Viele kennt man auch so vom Weggehen, vor allem regionale DJs. Mein jetziger Freund legt schon seit vielen Jahren auf, und wenn ich mit dem unterwegs bin lernt man immer mal wieder Leute auch von weiter weg kennen, die auflegen. Ansonsten sind hier ganz viele regionale DJs vertreten. Teilweise arbeiten wir auch mit externen Veranstaltern zusammen, die das Booking übernehmen. Oft sind auch Leute aus Erlangen, Nürnberg, Bamberg und Coburg zu Gast. Ende Oktober haben wir zudem DJs aus Berlin da, "King Kong Kicks", die spielen eine Deutschland-Tour in so 20 Städten und kommen auch zu uns nach Bayreuth.

Welchen DJ würdest du am liebsten Mal im Laden haben?

Also persönlich gehe ich ehrlich gesagt nicht wegen eines bestimmten DJs auf eine Veranstaltung; sondern mir ist eher die Musikrichtung wichtig, nicht so sehr, wer hinter dem Pult steht. Neben Hip Hop und RnB höre ich auch gerne Elektro, was hier auch sehr viel gespielt wird. Dazu läuft viel aus allen möglichen Richtungen, etwa Indie, Partysound, Dancehall... wir sind da sehr breit aufgestellt.

Was hat sich in den vergangenen zehn Jahren verändert?

Generell ändert sich jedes Jahr ein bisschen was. Christian (der ehemaliger Betreiber) hat so alle zwei Jahre umgebaut. Und jetzt haben wir den Schritt vom Club zum Barclub geschaffen, in dem wir die Atmosphäre gemütlicher gestaltet haben; mit viel Liebe zum Detail und vielen Akzenten, die auf einander abgestimmt sind. Wir haben eine neue Cocktail- und Getränkekarte, um das Konzept so zu verändern, dass man nicht nur zum Clubben in die Suite kommt, sondern auch schon davor, um seinen Feierabend gemütlich einzustimmen. Wir wollen damit das "Vorglühen" aus den WG-Zimmern holen; in eine stilvolle gemütliche Atmosphäre und zu fairen Preisen. Bis elf Uhr ist es deshalb besonders günstig und kostet keinen Eintritt, um den Studenten zu vermitteln: Bevor ihr euch zu Hause mit ner billigen Flasche Wodka hinsetzt, könnt ihr auch hier gemütlich mit guten Longdrinks oder Cocktails vorglühen, und ihr spart euch dabei gleich auch den Eintritt für die spätere Party.

Glaubst du, die Leute gehen heute später weg als früher?

Ja, es fängt generell schon sehr spät an inzwischen. Also wir sind früher auch ein bisschen später weggegangen als die Generation vor uns, so um zehn oder elf. Aber mittlerweile fängt es meistens erst um halb eins oder eins an. Und deshalb versuchen wir da jetzt mit unserem neuen Konzept ein bisschen gegenzusteuern.

Wie würdest du die Suite jemandem beschreiben, der noch nie in Bayreuth war?

Wir sind ein Laden mit viel Liebe zum Detail, mit individuellen Drinks, die es sonst nirgends gibt - mein persönliches Highlight ist der "Wild Safari Mojito". Man kann hier zu fairen Preisen seinen Feierabend genießen und ansonsten auf sehr facettenreichen, abwechslungsreichen Partys feiern; zu ganz vielen verschiedenen Musikrichtungen. Bei uns ist jedes Wochenende anders.