"Soda" wird die Brücke im Volksmund genannt. Weil sie einfach so da steht über der Bahnlinie von Trebgast nach Bayreuth. Ohne Funktion, seit mindestens zehn Jahren. Das soll sich aber bald ändern. Nach den Osterfeiertagen ist an dem Bauwerk zwischen Ramsenthal und Crottendorf wieder ein reger Betrieb festzustellen. Das Hoch- und Tiefbauunternehmen Scharnagl aus Weiden hat vom Staatlichen Bauamt den Auftrag bekommen, die Gründung für die noch fehlenden beiderseitigen Straßendämme herzustellen.

1700 Pfähle werden eingerammt


Dazu müssen wegen des Trinkwasserschutzgebiets der "Benker Gruppe" rund 1700 Rammpfähle aus Stahlbeton eingebracht werden, die Kosten sind mit rund drei Millionen Euro veranschlagt. Die Arbeiten sollen in diesem Jahr zum Abschluss gebracht werden, so dass 2013 auf dem Gründungspolster die Dammschüttung und der Straßenbau, der Ramsenthal mit Bindlach verbindet, erfolgen können.
Für Planer und Straßenbauer ist das Verfahren eine technische Herausforderung. Baudirektor Diplomingenieur Fritz Baumgärtel, der Bereichs- und Abteilungsleiter beim Staatlichen Bauamt Bayreuth ist, kann indes den Namen "So-da-Brücke" schon gar nicht mehr hören.

"Brücke ist kerngesund"


"Richtig ist, dass die Brücke kerngesund ist. Sie muss auch nicht stabilisiert werden und sie hat keine Konstruktionsmängel. Und sie ist auch nicht einsturzgefährdet." Baumgärtel ärgert sich vor allem darüber, dass viele Verlautbarungen in den Medien nicht richtig dargestellt wurden.
Verlautbarungen gab es beispielsweise von einer Bürgerinitiative in Ramsenthal, die den Abriss der Brücke gefordert hatte. "Diese Variante käme deutlich teurer, zumal wir dann eine Vollsperrung und damit auch eine Baustellenumfahrung machen müssten", erläutert Baumgärtel. Auch die Untersuchungen im Bereich der Staatsstraße hätten ergeben, dass wir dort keinen besseren Untergrund antreffen."
Die aufwendige Pfahlgründung erfolgt nun nach dem System Fortrac der Firma Huesker. Um Setzungen bei wenig tragfähigen Böden zu reduzieren, werden Dämme punktuell auf einem Raster von Pfählen oder pfahlähnlichen Traggliedern aufgelagert. Diese tragen die Damm- und Verkehrslasten in tieferliegende Schichten ab, in diesem Fall auf den Buntsandstein, der rund acht Meter unter der Erdoberfläche liegt.
Bei den 1700 Pfählen handelt es sich laut Baumgärtel um Rammpfähle aus Stahlbeton. Sie sind zwischen acht und 14 Meter lang und wiegen zwischen 1,8 und 5,6 Tonnen. Den Einbau erledigen bereits in wenigen Tagen zwei große Rammgeräte. Bohrungen sind dazu nicht notwendig. Durch den Sandstein ist ein Einsinken der Pfähle ausgeschlossen.