Trotz Inklusionsdebatte ist es gesellschaftlich immer noch nicht selbstverständlich, behinderte
Menschen ins öffentliche Leben einzubeziehen. Der Vorsitzende des Behindertenbeirats Reinhold Richter berichtete unter anderem von Klagen über Geräuschbelästigungen durch Blindenampeln und bemängelte, dass es immer noch sehr schwierig für Menschen mit Handicap sei, eine barrierefreie Wohnung zu finden. "Inklusion bedeutet, dass es beispielsweise selbstverständlich werden muss, dass Menschen mit Behinderung in Gaststätten Essen gehen können, ohne dass andere Gäste nebenan tuscheln. Schließlich leiden im Stadtgebiet zehn Prozent der Menschen an einer Schwerbehinderung". Einen Kongress für behinderte Menschen in Bayreuth zu planen, sei fast unmöglich, weil keine barrierefreien Hotelzimmer vorhanden seien.

Positiv bewertete Richter in diesem Zusammenhang die Anstrengungen der Bayreuther Marketing und Tourismus GmbH (BMTG), die sich in Zusammenarbeit mit der kommunalen Behindertenbeauftragten Bettina Wurzel des Themas "Tourismus für alle" annimmt.

Ein gutes Beispiel hierfür sei auch der Tag für Menschen mit und ohne Behinderung beim Bayreuther Volksfest, der bereits zum 4. Mal erfolgreich stattfand und mittlerweile fast 1.000 Besucher zählt. Wie die städtische Behindertenbeauftragte Bettina Wurzel ergänzte, wurde Bayreuth für die erfolgreiche Umsetzung der Barrierefreiheit in diesem Jahr von der Stiftung "Lebendige Stadt" und dem Bundesfamilienministerium im Wettbewerb "Barrierefreie Stadt" als beispielgebend gewürdigt.

Der Behindertenbeirat befasst sich auch mit der Arbeit der Polio-Selbsthilfe, einer Interessens gemeinschaft von Menschen mit Spätfolgen der Kinderlähmung. Susanne Müller, Vorsitzende der Gruppe, stellte deren vielfältige Aktivitäten von der Freizeitgestaltung bis zum Veranstalten großer Kongresse vor. Sie rief dazu auf, nicht "impfmüde" zu werden. red