Am ersten Weihnachtsfeiertag, 25.12.2021, 10.00 Uhr, feiert Regionalbischöfin Drorothea Greiner zusammen mit der christlichen Gemeinde einen festlichen Abendmahlsgottesdienst in der Stadtkirche Hl. Dreifaltigkeit, Kirchplatz, Bayreuth. Das teilt das Büro der Regionalbischöfin in Bayreuth in einer Pressemeldung mit.

Wir veröffentlichen anlässlich der Feiertage einen Teil des Redemanuskripts der Predigt von Dorothea Greiner:

"Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder heißen sollen - Mit diesem freudigen Zuruf beginnt das Bibelwort, das wir vorhin gehört haben und das Grundlage der heutigen Predigt ist.

Dazu eine kleine biografische Geschichte. Dieses Bibelwort sollte der Taufspruch unseres jüngeren Sohnes werden. Wir besprachen das mit dem Ortspfarrer. Am Tauftag dann schenkten er und seine Frau uns ein großes Bild im Glasrahmen. Es war ein Abdruck - ein Poster - eines Gemäldes von Kees de Kort. Zu sehen war darauf jene Szene aus der Geschichte vom verlorenen Sohn, in der der Vater den zurückgekehrten Sohn in seine Arme schließt. Unten auf das Poster hatten die beiden den vereinbarten Taufspruch geschrieben aus 1. Johannes 3,1. Als ich den las, wunderte ich mich.

Da stand: „Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder heißen sollen – und wir sind es auch.“ Das ist aber nett, dass ihr diese Bestätigung dazu geschrieben habt, sagte ich. „Wieso?“, fragten sie mich zurück. „Das gehört zum Taufspruch und es steht so in der Bibel.“ Ich war völlig überrascht: „Diese Bestätigung ‚und wir sind es auch‘ steht so in der Bibel?“ „Ja“, nickten die beiden. Zu Hause angekommen schlug ich natürlich meine Bibel auf. Und da stand wirklich schwarz auf weiß zu lesen: Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder heißen sollen – und wir sind es auch.

Seitdem ist diese Vergewisserung fest in meinem Gedächtnis. Sie gilt natürlich dem damaligen Taufkind, und sie gilt uns allen, die wir durch die Taufe zu Jesus Christus gehören: „und wir sind es auch“. Du bist Gottes geliebtes Kind. Das ist ganz gewiss und unumstößlich.

Unser aller Lebenssituation ist viel ungewisser als noch vor der Pandemie. Anfangs waren wir besonders verunsichert, weil wir nicht wussten, wie dieses Virus wirkt, wie es ansteckt. Inzwischen sind wir da klarer. Wir haben nach zwei Jahren Übung im Umgang mit der Pandemie. Aber das gewohnte Leben ist nur teilweise zurück. Wir sehnen uns nach mehr Gemeinschaft. Doch: Wieder dicht an dicht im Gottesdienst sitzen und ohne Maske kräftig singen - das ist noch in weiter Ferne. (...)"