Nach positiven Erfahrungen bei der probeweisen Winterdienstbetreuung von Radwegen mit Salzstreuung im letzten Winter wird der Testbetrieb in der kommenden kalten Jahreszeit ausgeweitet, wie die Stadt Bayreuth in einer Pressemeldung mitteilt. Dadurch sollen die Bedingungen für den Radverkehr im Winter weiter deutlich verbessert werden. Darüber hinaus sollen wichtige Erkenntnisse zu den Umweltauswirkungen der Salzstreuung gewonnen werden.

Die Stadt Bayreuth hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil des Radverkehrs am gesamten Verkehrsaufkommen deutlich zu steigern. Das Fahrrad soll ganzjährig als schnelles und sicheres Verkehrsmittel im Alltag und in der Freizeit genutzt werden können. Während der kalten Jahreszeit ist es deshalb wichtig, dass die Radwege bei Glätte, Schnee und Eis zuverlässig vom Winterdienst betreut werden.

Das gesamte städtische Radhauptroutennetz wird im Winter bereits durch den Stadtbauhof geräumt und gestreut. Wo der Radverkehr zum Beispiel mit Schutzstreifen oder Radfahrstreifen auf der Fahrbahn geführt wird, erfolgt die Betreuung im Rahmen des Straßenwinterdienstes. Dabei kommt Salzstreuung zum Einsatz. Bei eigenständiger Führung des Radverkehrs werden die Radwege bislang geräumt und es wird Splitt gestreut.

Erfolgreicher Testbetrieb im vergangenen Winter

Die bisher auf Radwegen verwendeten abstumpfenden Streustoffe erhöhen zwar die Griffigkeit der Oberfläche. Diese ist jedoch anders als bei auftauenden Streustoffen wie Salz oder Sole nicht schnee- und eisfrei. Da die Anforderungen an den Winterdienst für den Radverkehr stetig steigen, wurde im vergangenen Winter auf einer Teststrecke Salzstreuung auf Radwegen erprobt. Vom Thurnauer Weg im Westen der Stadt über Altstadt und Kreuzstein bis zum Schulzentrum Ost wurde der alternative Winterdienst auf einem Abschnitt des Inneren Radrings versuchsweise durchgeführt. Das Feedback der Nutzer/-innen war sehr positiv.

In diesem Winter wird der Testbetrieb ausgeweitet. So sollen weitere Erkenntnisse zur Mitarbeiter/-innen-Auslastung, zum Technikbedarf und zu den Umweltauswirkungen gewonnen werden. Schon im letzten Winter hat sich gezeigt, dass bei Salzstreuung mehr Winterdiensteinsätze nötig sind als bei Splittstreuung. Auch die Folgen für die Vegetation an den Radwegen müssen noch genauer untersucht werden. Denn bisher wird auf die Nutzung von Streusalz an Radwegen auch deshalb verzichtet, um das Begleitgrün zu schützen. Viele Radwege haben nämlich anders als Straßen häufig keine eigenen Entwässerungseinrichtungen.

Differenzierter Winterdienst

Neben der bisherigen Teststrecke wird in diesem Winter auch auf der Strecke zwischen Universitätscampus und Innenstadt Salzstreuung zum Einsatz kommen. Durch die Weiterführung bis in die Untere Rotmainaue entsteht ein geschlossener Ring des Winterdienstes mit Räumung und Salzstreuung. Durch eine fachgerechte Anwendung der Streutechnik der Winterdienstfahrzeuge des Stadtbauhofs wird dabei ein möglichst geringer Salzaustrag sichergestellt.

Wie bisher kommt auf den gesondert geführten Radwegen im restlichen Hauptroutennetz Splittstreuung zum Einsatz. Allerdings wird im Bedarfsfall bei Glätte zusätzlich Salz ausgebracht. Ausgenommen sind dabei Routenabschnitte, die unmittelbar an alte Baumbestände angrenzen. Dies betrifft Teile der Radwege am Roten Main und an der Mistel sowie an der Alten Bindlacher Allee.

Um die Umweltauswirkungen genauer zu erfassen, wird in ausgewählten sensiblen Bereichen ein stichprobenartiges Monitoring durchgeführt. Das Stadtgartenamt wird dafür an einzelnen Radwegen und Straßen mit unmittelbar angrenzender Vegetation Bodenproben entnehmen und analysieren. Nach der Wintersaison werden alle Erkenntnisse gesammelt und bewertet.

Alle wichtigen Informationen zum Winterdienstnetz für den Radverkehr sind in einer Übersichtskarte unter folgendem Link abrufbar: www.bayreuth.de/rathaus-buergerservice/verkehr-oepnv/fahrradfahren-e-bike. Dort sind auch eine Vielzahl weiterer nützlicher Hinweise zum Radverkehr in Bayreuth zu finden.