Benjamin würde es nicht einmal im Traum einfallen mit einem Besen in der Hand auf die Bühne zu steigen und damit vor Tausenden von Besuchern "Luftgitarre" zu spielen. Und dennoch hat er es am Samstagabend bei "Bamberg zaubert" getan.

Eine verlorene Wette? Eine Mutprobe? Mitnichten. Er hat sich wie rund drei Dutzend andere Freiwillig gemeldet, um sich von Zyculus, alias Markus Götz, während dessen Comedy-Hypnose-Show hypnotisieren zu lassen.

Eigentlich wollte Zyculus "nur" 25 Freiwillige für seine Show haben. Am Ende aber wollten sich so viele vom ihm hypnotisieren lassen, dass es zu einer Massenhypnose am Maxplatz kam. Für die ersten zehn von ihnen hat der Zauberkünstler mehrere Minuten gebraucht, ehe sie wie Blei zu Boden fielen. Dabei wurden sie aber sanft von Zyculus' Assistenten Stefan Heim aufgefangen. Die übrigen Teilnehmer legte der Hypnotiseur regelrecht in Akkordtempo in Trance.

"Ich hatte nur sechzig Minuten Zeit für die Show. Daher gelang es mir nicht, alle Teilnehmer in Trance zu versetzen", schilderte Zyculus im Anschluss an die Show. Zwar sei prinzipiell jeder hypnotisierbar, aber jeder reagiere anders und deshalb dauere es bei manchen länger, bis sie in Dämmerschlaf fielen.

Daher mussten einige Freiwillige bei vollem Bewusstsein die Bühne wieder verlassen. Die anderen jedoch waren der "Herrschaft" des Hypnotiseurs ausgesetzt. Sie fuhren auf dessen Geheiß hin imaginäre Rennwagen, wurden Teil der Bamberger Symphoniker, liefen wie Models über den Laufsteg. Einer der Teilnehmer glaubte sogar, er sei Heino und schmetterte lautstark dessen Hits.

Künstler wollte "niemanden vorführen"

"Ich wollte niemanden vorführen. Daher gibt es bei mir auch keine Nacktnummer. Aber wenn ich es darauf angelegt und ihnen suggeriert hätte, es würde immer heißer und heißer werden, hätten sich die Teilnehmer auch entblößt", so Zyculus.

Er wollte aber laut eigener Aussage zu keinem Zeitpunkt seine "Macht" missbrauchen. Daher sei es ihm bei seiner Show wichtig, dass das Publikum zwar über die Situationskomik lachen dürfe, es aber keinen der Hypnotisierten auslachen sollte.

Und wie fühlt es sich an, in Trance versetzt zu sein? "Es ist wie wenn man abends kurz vor dem Einschlafen ist oder morgens kurz vor dem Aufwachen. Irgendwie eine Art Dämmerschlaf", berichtet Benjamin.

Am Ende sei man sehr entspannt, als wenn man acht Stunden geschlafen hätte. Vom Publikum jedoch bekomme man während der Trance nichts mit. Benjamin konnte sich am Ende auch an fast nichts erinnern. Zumindest nicht daran, dass er mit einem Besen die Bühne rockte.

Obwohl Zyculus seit Anfang der 90er Jahre das Hypnotisieren beherrscht, hatte er seine "Talente" in der Region Bamberg noch nie auf einer Bühne eingesetzt. "Aber da es ja fast an Zauberei grenzt, hatte ich beschlossen, daraus eine Comedy-Show zu machen." Die kam beim Publikum sehr gut an. Für viele war sie eines der großen Highlights von "Bamberg zaubert".



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