Neben den Artisten und Akrobaten dürften am meisten unter der Sonne die beiden Akteure Anja Müller und Esther Falk gelitten haben. Nicht nur, dass sie sich für ihre Straßentheater-Nummer die Gesichter und die Füße schwarz schminken mussten. Sie schlüpften auch noch in dicke Kostüme, bei denen man, wie sie betonten, selbst im tiefsten Winter ins Schwitzen gerät.

"Wir haben drei Tage lang in Bamberg kostenlos sauniert", scherzten sie. Auch wollten sie ihre Teilnahme an Bamberg zaubert nicht missen. Zumal sie sonst überwiegend auf Figurentheater-Festivals unterwegs seien. "Zum Abschluss unserer Sommersaison freuten wir uns, das erste Mal bei einem Kleinkunstfestival mitwirken zu können. Und dies, obwohl unsere Show sicherlich nicht jeden angesprochen hat", bilanzierte Anja Müller.

Während dieser versucht ein Hühnchen, Eier zu legen. Doch es will einfach nicht gelingen. Selbst Musik oder die Zuschauer helfen nicht. Was folgt ist unweigerlich die Flucht vor dem Metzgermesser. Die scheitert allerdings und das Hühnchen wird geköpft. Der entstellte Metzger bereut jedoch seine Tat und ehe er sich versieht, verwandelt er sich selbst zum Huhn. Das Huhn hingegen findet sich in der Gestalt des Metzgers wieder. Und siehe da, mit vertauschten Rollen klappte plötzlich es mit dem Eierlegen.

"Wir wollten hiermit eine Parodie auf unsere Leistungsgesellschaft und den Perfektionswahn darstellen", erläuterte Esther Falk. Ebenso könnte man das Stück aber auch gegen Massentierhaltung interpretieren. Oder darin den Vorschlag sehen, öfters einfach mal die Perspektive zu wechseln und sich in sein Gegenüber hineinzuversetzen.

Den tieferen Sinn sahen oder wollten nicht alle Besucher sehen. Diejenigen jedoch, die sich darauf einließen, fanden es gut.


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