Über 120 Künstler aus 20 verschiedenen Nationen werden auf 25 Auftrittsflächen bei kostenfreiem Eintritt Bamberg wieder verzaubern.

Über 1500 Bewerbungen sind nach Angaben des Stadtmarketings bei Ihnen für das diesjährige Zauberfestival eingegangen. Nach welchen Gesichtspunkten wählt man hier aus? Zudem finden sich doch auch immer wieder alte Bekannte unter den Künstlern. Warum?
Markus Götz alias Zyculus: Mein Ziel ist es immer, eine ausgewogene Mischung an Darbietungen zu bieten. Vom Kleinkind bis zu Oma und Opa, von leichter Kost bis nachdenklich-anspruchsvoll soll für jeden was dabei sein. Und natürlich lade ich möglichst viele Zauberer nach Bamberg ein, um dem Namen "Bamberg zaubert" voll und ganz gerecht zu werden. Das ist mir in diesem Jahr besonders gut gelungen, denn die Hälfte aller teilnehmenden Künstler sind Magier. Selbstverständlich lade ich immer wieder gerne Kollegen ein, die bereits in den Vorjahren dabei waren. Diese sind sozusagen mein "Sicherheitsgürtel", da ich diese Darbietungen live kenne und weiß, wie gut sie sind. Von den meisten neuen Künstlern kenne ich ja nur deren Bewerbungsunterlagen und Videoclips und bin dann immer sehr gespannt, deren Shows live zu erleben.
Worin liegt Ihrer Meinung nach die Magie von Bamberg zaubert?
Bamberg zaubert ist so anziehend magisch, weil es im herrlichen Flair einer wunderbaren, fränkischen Kleinstadt stattfindet. Es ist kostenfrei und verbindet alle Bevölkerungsschichten miteinander. Die Gäste lieben die ungezwungene Atmosphäre, das Schlendern und Flanieren durch die Straßen und Gassen und das Immerwiederüberrascht-Werden, wenn an jeder Ecke gezaubert, jongliert, animiert und gelacht wird.

Es gibt aber in der letzten Zeit immer mehr Stimmen, selbst von Familien, die das Festival mittlerweile meiden. Deren Kritik: zu viele Menschen, stundenlanges Anstehen und man sieht von Auftritten viel zu wenig. Wie kann man dem entgegenwirken?
Da wir auf die Anzahl der Besucher keinen Einfluss haben, können wir seitens der Organisation hier nicht viel machen. Es handelt sich bei unserem Festival ja nicht um ein abgesperrtes Gebiet. Jeder kann sich ins Getümmel stürzen, wann und wie lange er möchte - oder halt eben nicht. Es gibt aber bestimmte Uhrzeiten, zu denen die Stadt erfahrungsgemäß noch recht leer ist und die Künstler sich nach mehr Publikum sehnen. Hier empfehle ich einen Besuch am Samstag um 11 Uhr bzw. am Sonntag um 13 Uhr, zu den ersten Shows.
Auch wenn immer wieder betont wird, dass "Bamberg zaubert" ein Straßenfestival ist, sollte man nicht doch auch mal über zumindest kleine Bühnen nachdenken? Auf der Maxplatz-Bühne treten die Künstler ja auch auf.
Wir haben den Versuch mit kleinen Podesten bereits vor einigen Jahren gemacht. Mit dem Ergebnis, dass die Künstler vor oder neben diesen kleinen Bühnen gespielt haben. Immer wieder erhalten wir das Feedback von den Künstlern, dass es ein Straßenfestival ist und auch bleiben solle. Ferner sind die Anforderungen einzelner Künstler, was den Platzbedarf angeht, zu individuell, um hier jeden auf ein Standardmaß einzugrenzen. Auf unserer Bühne am Maxplatz treten nur Künstler auf, die uns das Okay vorab dafür gegeben haben. Und das ist oft gar nicht so einfach, dieses zu bekommen.

Auf was dürfen sich "Bamberg zaubert"-Fans heuer besonders freuen?
Auf eine neue, wunderbare Mischung toller Künstler aus der ganzen Welt mit herrlichen, zuvor noch nie da gewesenen Darbietungen!

Wo wird überall gezaubert? Und gibt es neue Auftrittsorte?
Die Auftritte finden an den bekannten Auftrittsflächen statt. Erstmalig in diesem Jahr gibt es auch Shows am Geyerswörthplatz/Brudermühle zu sehen.

Welche Geheimtipps muss man sich unbedingt anschauen?
Ich möchte hier niemanden bevorzugen, denn jede Show hat es verdient, gesehen zu werden. Natürlich sind die Magischen Nächte auf dem Maxplatz immer einen Besuch wert. Moderiert werden diese heuer von Matthias Rauch. Er ist Zauberkünstler und Moderator und spielt sonst in den besten Varietés in Europa.

Was sollte man darüber hinaus nicht verpassen?
Einen ersten Überblick kann man sich direkt am Freitag um 17 Uhr verschaffen, denn dann startet die Künstlerparade von der Sandstraße durch die Innenstadt bis zum Maxplatz. Ich bezeichne das gesamte Festival als besonders und überraschend.

Wird der künstlerische Leiter dieses Jahr selbst mal wieder auf der Bühne zu sehen sein? Und wenn ja, mit welcher Nummer?
Es wird in diesem Jahr tatsächlich einen Auftritt von mir zu sehen geben, und zwar am Samstag, 19. Juli, um 20 Uhr auf der Hauptbühne am Maxplatz. Ich zeige dort meine Comedy-Hypnose-Show. Wer Lust hat, sich von mir hypnotisieren zu lassen, darf zu mir auf die Bühne kommen und einmal selbst erleben, wie sich dieser Zustand tiefster Entspannung anfühlt. Hier werden die Freiwilligen zu den Stars!

Eng verbunden mit "Bamberg zaubert" ist seit vielen Jahren auch die Fuchs-Varieté-Gala. Hat diese inzwischen im E.T.A. Hoffmann-Theater ihr Zuhause gefunden? Und welche Höhepunkte wird es hier heuer geben?
In diesem Jahr steht die Fuchs-Gala erstmalig unter einem Motto. Ich habe hier "Las Vegas" gewählt, da ich selbst ein großer Las-Vegas-Fan bin. Perfekt moderiert von Zauberkünstler und Spaßmacher Bert Rex bieten wir an den drei Tagen in fünf Vorstellungen ein internationales Showprogramm und holen Las Vegas nach Bamberg. Mit dabei ist auch der amtierende Deutsche Meister der Zauberkunst Luke Dimon. Wir sind sehr glücklich, nun im Theater spielen zu können, denn das Ambiente und die technischen Möglichkeiten sind großartig.


Das Gespräch führte
Harald Rieger