Im Bamberger Osten war am Freitag schon der 1. April. Warum, erläuterte Heinz Jung, Kreisvorsitzender des Bund Naturschutzes Bamberg bei einer Kundgebung vor dem Plärrergelände, zu der sich rund 150 Demonstranten sternmarschförmig einfanden.

"Der Stadtrat sorgt sich in der Innenstadt am Maxplatz um Lärmschutz. Denselben Stadtrat aber interessiert eine Zunahme des Fluglärms, auch zur Nachtzeit, wohl nicht. Das kann doch nur ein Aprilscherz sein! Oder sind wir Menschen im Osten nur Bürger zweiter Klasse?", wetterte Jung. Dies wolle man nicht länger hinnehmen.

Zwar habe man bereits "Ja" zu den Millionen-Geschenken für die Firma Brose gesagt, obwohl für Schulen nicht einmal Geld für einen Eimer Farbe übrig sei. Man habe auch "Ja" gesagt zu einer Arbeitsplatzverschiebung. Denn laut Jung werden keine neuen Arbeitsplätze geschaffen, sondern lediglich von Coburg nach Bamberg verlagert.
Auch hätten die Bürger im Osten "Ja" zum Ausbau des Flugplatzes gesagt. "Doch damit ist jetzt Schluss. Wir sagen künftig ,Nein' und fordern ein Nachtflugverbot ohne Einschränkungen, eine Beschränkung der Flugfrequenz sowie eine Ausweisung des Flugplatzes als Naturschutzgebiet."

Unterstützung fand Jung nicht nur bei den lautstarken Demonstranten, sondern unter anderem auch bei Dietmar Beck, einem Anwohner und Fluglotsen im Ruhestand, sowie bei Dieter Volk vom Verkehrsclubs Deutschland. So klagte Beck beispielsweise über mangelnde Transparenz: "Wir von der Bürgerinitiative Lichteneiche haben uns sehr bemüht, Informationen über den Ausbau der Breitenau zu erhalten. Aber was bekamen wir? Nichts. Es wurde nur gemauert." Um endlich das Misstrauen aus der Welt zu schaffen, sollten von der Stadt endlich verlässliche Zahlen über das zu erwartende Flugaufkommen vorgelegt werden.

Die Notwendigkeit einer Ausweisung des Flugplatzes als Naturschutzgebiet erläuterten Hermann Bösche von der Naturforschenden Gesellschaft Bamberg und der Diplom-Biologe Martin Bücker. "Was wie eine einfache Grasfläche aussieht, birgt die größte Artenvielfalt, die deutschlandweit ihresgleichen sucht", betonte Bücker. So fänden sich auf der Wiese über 1000 Pflanzenarten, darunter zahlreiche vom Aussterben bedrohte.

Aber auch in der Tierwelt konnten über 54 Vogelarten nachgewiesen werden. "Zwar schützt die Stadt Bamberg das Gebiet per Stadtratsbeschluss, doch das ist uns zu wenig. Denn wenn später die Firma Brose eine Erweiterungsoption für ihre Bauten nutzen will, so kann ein einfacher Beschluss des Stadtrates den Schutz wieder aufheben", gab Bücker zu Bedenken. Nur der Status "Naturschutz" könne diese "Salamitaktik" verhindern.

Nach der Kundgebung meldete sich in der Redaktion der Pressereferent des Aero Clubs, Armin Hirmke, und bedauerte, dass er von den Verantwortlichen der Kundgebung keine Redeerlaubnis bekam. Er hätte, wie er sagte, zu den "Halbwahrheiten" gerne Stellung genommen.