Mehr als ein "Jo" ist kaum von ihm zu hören. Doch wenn es um ihre Musik geht, bedarf es eben zwischen den Beiden keine Worte. Und überhaupt beweist Kälberer im folgenden Interview mit unserer Zeitung, dass er alles andere als sprachlos ist.

Wie haben Sie sich eigentlich gefunden? Und ab wann beschlossen Sie gemeinsam Musik zu machen?
Werner Schmidbauer: Im Jahre 1994 hatte ich mich entschieden musikalisch meine eigenen Wege zu gehen und hatte meine erste Platte veröffentlicht. Die Band, die damals zusammen mit mir die Musik dafür einspielte, wollte ich anschließend mit auf Tournee nehmen. Leider konnte der Keyboarder nicht mitgehen und ich musste mir einen Ersatz suchen. Ich wollte dann jemand haben der zusätzlich auch noch Piano spielen und auf bayerisch sing konnte. Dabei wurde mir der Name Kälberer zugesteckt. Und nach einem spannenden Telefonat, das ähnlich lief wie unsere Gespräche auf der Bühne, sprich ich habe geredet und der Martin sagte nur: "Aha, jomai, warum nicht." Seitdem ist der Martin dabei.

Und wann wurde aus der einstigen Band das Duo "Schmidbauer und Kälberer". Und vor allem warum, löste sich die Band auf?
Das hatte eher pragmatische Gründe. Wir waren fünf Musiker, eine Sängerin und zwei Techniker. Mit acht Leuten auf Tournee zu gehen, ist nicht nur finanziell, sondern auch von der Bühnengröße her voluminös. Wir hatten in all dieser Zeit ferner immer wieder viele Anfragen von Kleinkunstbühnen bekommen, auf die wir aber aufgrund der Größe nicht drauf passten. Auch wollten wir etwas von dem klassischen Folk-Rock-Klischee, welches wir damals noch bedient hatten, wegkommen. Irgendwann hatte ich dann zusammen mit Martin einen Gig in einen ganz kleinen Laden gespielt. Wir sind in einem Keller vor 70 Leuten aufgetreten und hatten mächtig Spaß dabei. Ich habe aber damals der Band nicht gekündigt. Es hat sich homogen ergeben, dass Martin und ich immer mehr gespielt hatten und gleichzeitig wurden die Auftritte mit der Band weniger. Und seit 1997 sind wir als Duo unterwegs.

Wer macht eigentlich was? Also wer erstellt den Tourneeplan, wer schreibt die Texte und wer komponiert die Musik?
Martin Kälberer: Den Tourneeplan machen wir nicht selbst. Dafür sind wir beide nicht die richtigen Typen dazu. Ansonsten geht es bei uns Hand in Hand. Werner schreibt die Texte und in den allermeisten Fällen auch die Musik dazu. Wir sitzen dann mehrmals noch zusammen und der Rest entsteht automatisch. Ich bin dann noch allgemein fürs technische zuständig: Wie setzten wir es um, wie bekommen wir es zum Klingen und welches Instrument wird wie verstärkt.
Werner Schmidbauer: Während ich die Texte schreibe, ist der Martin derjenige, der meine Wörter und Geschichten musikalisch ausmalt. Es wären nicht diese Songs, wenn der Martin nicht diesen Sound spielen würde. Oftmals macht Martin auch hin und wieder Vorschläge, wie ich einzelne Sätze oder Gedanken verändern könnte.

Dennoch verfolgt jeder von Ihnen noch seine eigenen Projekte. Wie oft kommen Sie zusammen und proben beispielsweise?

Martin Kälberer: (lacht) Geprobt wird eigentlich ganz selten bis gar nicht.
Werner Schmidbauer: Auf der Tour treffen wir uns zu keiner Probe. Lediglich zum Tourneeauftakt setzen wir uns zwei, dreimal zusammen. Aber wir proben dann nicht die Lieder im Einzelnen durch. Wir haben mittlerweile ein großes Vertrauensverhältnis zueinander, dass wir die Musikstücke oftmals nur tonartmäßig durchsprechen. So läuft das auch bei neuen Liedern. Martin hört es sich im Soundcheck an und beschließt spontan, Quetsche zu spielen. Bestimmte Lieder üben wir nur vor Menschen. Viele im Publikum halten dies immer für einen Spaß. Es ist aber wirklich so.

Das bedeutet aber dann auch, dass jedes Konzert anders ist, oder?
Werner Schmidbauer: Ja, Gott sei Dank. Sonst könnte man sich gleich eine Platte kaufen. Wir haben ganz viele Menschen, die kommen bis zu zehn Mal im Jahr auf unsere Konzerte, und erleben jedes Mal etwas Neues. Natürlich bleibt unser Grundgerüst auf einer Tour gleich, aber klingen tut es jedes Mal anders.

Wie würden Sie ihren musikalischen Stil beschreiben?
Martin Kälberer: Ich denke, man kann unseren Stil als bayerische Liedermacherei mit weltmusikalischen Hintergrund bezeichnen.

Fünfzehn Jahre in einer Ehe sind heutzutage schon eine halbe Ewigkeit. Und 15 Jahre zusammen auf der Bühne sind auch nicht von schlechten Eltern. Was hält sie beieinander?
Werner Schmidbauer: Wir lassen uns in Ruhe. Der Martin quatscht mir nicht in meine Lieder und ebenso lasse ich ihn gewähren, wenn er musikalische Akzente setzt. Es ist auch so, dass ich auf der Bühne meistens rede. Aber der Martin redet eben nicht gerne, der spielt lieber. Auch schätzen wir uns gegenseitig sehr und akzeptieren, was der andere tut.

Gibt es den typischen Fan? Und wie hat er sich in den letzten 15 Jahren verändert?
Martin Kälberer: Er ist 15 Jahre älter geworden. (lacht). Das Schöne an unserem Publikum ist, dass es sich bunt gemischt ist. Wir haben fast jede Altersklasse: von Kindern bis hin zum 80-Jährigen.
Werner Schmidbauer: Es gibt aber auch die, und darüber bin ich sehr glücklich, die mit uns älter geworden sind und die uns schon mit der Band gehört hatten.

Ist es auch nach 15 Jahren noch der Traumjob?
Martin Kälberer: Ich stelle immer mehr fest, dass das was ich tue genau mein Traumjob ist. Ich könnte mir nichts anderes vorstellen.
Werner Schmidbauer: Mir geht es genauso. Es gibt natürlich am Ende einer Tour auch immer eine Phase, in der man erschöpft ist. Ende Dezember nach unserer Herbsttour waren wir beide ganz schön fertig. Da freute man sich dann schon mal, wenn man sich nicht mehr sieht und wenn man seine Ruhe hat.
Martin Kälberer: Aha, dann bist du also froh, verstehe!
Werner Schmidbauer: (fährt lachend fort) Ja, so ist es doch! Aber zwischendurch macht zudem jeder noch seine eigenen Projekte. Und wenn wir dann wieder zurückkommen, sind wir nicht nur erfrischt, sondern freuen uns auf die gemeinsame Tour.

Auf was dürfen sich die Bamberger Fans am 31. März in der Konzerthalle freuen?
Werner Schmidbauer: Auf einen lebendigen Abend. Auf zwei Musiker, die gerne auf der Bühne stehen und die versuchen, aus jedem Abend etwas Neues zu machen. Sie dürfen sich zudem darauf freuen, dass sie Teil des Programms sind. Denn wir singen nicht nur für, sondern auch mit den Leuten. Nicht immer wie im Musikantenstadl, doch gelegentlich ist es schön, miteinander etwas zu machen. Das Programm heißt Momentnsammler. Daher können sie sich auf ein paar Momente freuen, die sie vielleicht vorher gar nicht erwartet hätten.

Die Fragen stellte Harald Rieger

Karten und Termine
Schmidbauer und Kälberer gastieren am Freitag, 31. März um 20 Uhr im Hegelsaal der Konzerthalle. Karten sind erhältlich bei der telefonischen Hotline unter der Nummer 0951/2 38 37 oder im Internet unter www.kartenkiosk-bamberg.de