Alexander könnte Papst werden. Zumindest theoretisch. Denn laut Kirchenrecht der katholischen Kirche darf jeder männliche Katholik über 35 Jahren gewählt werden. Also auch Alexander Bothe (40). Er kümmert sich im Jugendamt des Erzbistums Bamberg um die Ministranten und Ministrantinnen.

Aber Alexander ist Laie, hat also zwar Theologie studiert, ist aber nicht zum Priester geweiht. Damit sinken seine Chancen deutlich. "Schon seit Jahrhunderten wurde kein Papst mehr gewählt, der nicht vorher Kardinal war", sagt er.

Eine Päpstin gibt es nicht

Frauen können in der katholischen Kirche übrigens nicht zum Priester geweiht werden und haben darum auch keine Chance Papst zu werden. "Dabei beruft sich die katholische Kirche auf das Neue Testament", sagt Alexander. Denn Jesus, sozusagen die Hauptfigur im neuen Teil der Bibel, war ein Mann.
Genauso wie seine zwölf Jünger - und an dieser Tradition hält die katholische Kirche seither fest.

Bevor ein Kardinal zum Papst gewählt wird, hat er meist einen langen Aufstieg innerhalb der Kirche hinter sich. Nach dem Theologiestudium muss er erst einmal zum Priester geweiht werden, später zum Bischof. Irgendwann wird er dann vom Papst zum Kardinal ernannt. Auch der Papst hat eigentlich den Rang eines Bischofs inne. Er ist der Bischof von Rom.


Maximal 120 Kardinäle wählen den neuen Papst

Die Kardinäle dürfen den Papst wählen. Aber nicht alle. Diejenigen, die zu Beginn der Sedisvakanz noch nicht 80 Jahre alt sind, gehören dazu. Sedisvakanz heißt die Zeit, in der ein Kirchenamt unbesetzt ist. Sie beginnt mit dem Tod oder im Falle Benedikts XVI. mit dem Verzicht des Amtsinhabers auf sein Amt und endet mit der abgeschlossenen Neuwahl. Außerdem dürfen höchsten 120 Kardinäle an der Wahl teilnehmen.

Die eigentliche Wahl heißt Konklave, sie findet in der Sixtinischen Kapelle in Rom statt. "Konklave" ist lateinisch und setzt sich aus den Wörtern "cum" und "clave" zusammen. Es bedeutet "mit dem Schlüssel" und drückt aus, dass die Wahl in einem abgeschlossenen Raum stattfindet. "Das ist wichtig, damit die Kardinäle während der Wahl durch nichts abgelenkt werden", sagt Alexander.

Manchmal vergehen viele Tage, bis sich alle Kardinäle auf einen Kandidaten geeinigt haben. Damit die Wahl richtig geheim ist, schreibt jeder seinen Favoriten auf einen Zettel - und zwar mit der Hand, die er normalerweise nicht zum Schreiben nutzt. So kann man an der Handschrift nicht mehr erkennen, wer für wen gestimmt hat.

Die Stimmzettel werden verbrannt

Um Papst zu werden, muss ein Kandidat zwei Drittel aller abgegebenen Stimmen bekommen, also mindestens 80 von 120. Wenn alle Stimmzettel ausgezählt sind, werden sie verbrannt. Dabei werden Chemikalien ins Feuer gegeben, die den Rauch einfärben. Dann ist er entweder schwarz oder weiß.

Schwarz bedeutet, dass kein Kandidat die sogenannte Zweidrittelmehrheit erreicht hat. Dann muss weiter gewählt werden. Weißer Rauch sagt das Gegenteil: Ein neuer Papst wurde gewählt. Der farbige Rauch zieht durch einen Kamin nach draußen. Vor der Kapelle sitzen bei der Wahl oft ganz, ganz viele Menschen, die gespannt auf das Ergebnis warten. "Die jubeln natürlich, wenn weißer Rauch aufsteigt", sagt Alexander. Wurde ein Kandidat gewählt, geht er in die sogenannte Tränenkammer. Was hier passiert, ist geheim. Alexander sagt, dass der neue Papst Gott wahrscheinlich in einem Gebet dankt und um Beistand für die ihm übertragene Aufgabe bittet.

Weiß steht für Reinheit und Unschuld

In dieser Kammer bekommt der Papst auch seine Dienstkleidung. Die meisten Kleidungsstücke sind übrigens weiß, weil sie dadurch Reinheit und Unschuld ausdrücken. "Darum sind zum Beispiel auch Taufkleider und Kommunionskleidchen weiß", sagt Alexander.

Schuhe hat der Papst natürlich auch. Sie sind blutrot und sollen an die Menschen erinnern, die ihren Glauben verteidigt haben - notfalls sogar mit ihrem Leben.

Neben der Kleidung bekommt jeder neue Papst auch einen ganz besonderen Ring, den sogenannten Fischerring. Er ist ein Symbol für Petrus, den besten Freund von Jesus. Der war Fischer. Stirbt ein Papst oder gibt wie Benedikt XVI. sein Amt ab, wird der Ring zerstört. Für seinen Nachfolger wird dann ein neuer Ring hergestellt.

Wer diesen Ring bekommt, erfahrt ihr, wenn bald weißer Rauch über der Sixtinischen Kapelle in Rom aufsteigt.


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