Der nun zwei Wochen andauernde "Krimi" um die rätselhafte Brose-Stele ist so gut wie gelöst - zumindest, was die Identität des Künstlers und die des Verkäufers anbelangt. Einige Fragen bleiben jedoch trotzdem offen. Zur Erinnerung: Die Stele war vor gut zwei Wochen von dem Hallstadter Harald Müller im Online-Auktionshaus Ebay ersteigert worden. Müller bezahlte für das rund 700 Kilogramm schwere Kunstwerk nur sage und schreibe 2,50 Euro - abholen musste er es allerdings selbst.

Wer der Künstler ist und warum die Plastik auf so eigenwilligen Wegen den Vorplatz der Stechert-Arena verlassen musste, konnte ihm zum damaligen Zeitpunkt noch niemand sagen. "Ich habe sie auf Ebay gesehen und dachte, dass ich wegen des Brose-Motivs sofort von Dutzenden von Bamberger Fans überboten werde", sagt Müller. Die Sandsteinstele zeigt Fans der Brose-Baskets, die jubelnd die Hände zum Himmel strecken. Der Titel des Werkes ist "Begeisterung".

Der Künstler der Stele ist mittlerweile bekannt: Es ist Horst Hauck alias Franz Rosenklee. Der in Bamberg lebende Bildhauer hatte die Sandsteinskulptur zusammen mit Schülerinnen seines Bildhauerkurses angefertigt und nach einer Ausstellung auf der Giechburg 2011 vor der Stechert-Arena platziert. Dort stand sie bis Anfang Juli dieses Jahres - dann musste sie wegen des "Carmina-Burana"-Konzertes der Bamberger Symphoniker das Feld räumen und wurde einstweilen hinter der Arena platziert.

"Ich werde künftig zwei Mal überlegen, bevor ich wieder eines meiner Stücke dort ausstellen werde", kommentiert der Künstler den Vorfall. Hauck betont außerdem, dass er zu jeder Zeit das Eigentumsrecht an der Stele hatte, während die Marketingabteilung der Brose-Baskets von einer Schenkung spricht.

Laut Angaben der Polizei wurde die Stele hinter der Arena von einem 25-jährigen studentischen Helfer entdeckt und zum Verkauf auf Ebay angeboten. "Dort stehen anscheinend oft Gegenstände, die von den Mitarbeitern mitgenommen werden können oder nicht mehr gebraucht werden", erklärt Polizeihauptkommissar Holger Dremel. "Er dachte wohl, das Kunstwerk sei zu schade zum Wegwerfen und bot es auf Ebay an." Den Erlös von 2,50 Euro warf der Student, der nicht genannt werden will, anschließend in die Kaffeekasse.


Abgestellt oder verschenkt?

Nachdem die anfänglich mysteriösen Umstände des Verkaufs geklärt sind, bleibt weiterhin die Frage, wie die Stele überhaupt an ihren unrühmlichen Platz hinter der Arena kam. Laut offizieller Stellungnahme von Marius Kröger von der Brose-Marketingabteilung wurde sie dort "zwischengelagert, weil sie wichtige Notausgänge blockierte".

Horst Feulner, Hallenmanager der Stechert-Arena, widerspricht dieser Darstellung: "Notausgänge oder Fluchtwege hat sie an ihrem damaligen Standort definitiv nicht blockiert." Während es an der Forchheimer Straße offenbar noch Klärungsbedarf gibt, sind die Ermittlungen der Bamberger Polizei zum Verkauf der Stele abgeschlossen und der Verkäufer ermittelt. Der Fall wurde zur weiteren Bearbeitung an die Staatsanwaltschaft übergeben.