Endlich ist er da: der Frühling. Die Menschen zieht es auf die Straßen, in die Innenstädte. Dort essen sie Eis, bummeln an Schaufenstern vorbei und wenn sie etwas Schöne sehen, machen sie vielleicht in Foto davon. Das ist mittlerweile kein Problem mehr, denn fast jeder hat eine Kamera. Ob mit dem Handy, einer handlichen Digicam oder doch etwas größer und auffälliger mit einer Spiegelreflexkamera: Überall wird draufgedrückt. Das heißt dann Schnappschuss.

Heutzutage brauchen wir keinen teuren Fotofilm mehr, der erst aufwändig in einem Labor entwickelt werden muss. Moderne Digitalkameras speichern die gemachten Bilder sofort auf einem kleinen Computerchip, der in der Kamera eingebaut ist.

Ohne Licht geht nichts

Wie das funktioniert, erklärt der Bamberger Programmierer Christopher Schirner (24). "Die Grundvoraussetzung für eine Fotografie ist
Licht. Es fällt in das Objektiv, in dem mehrere Linsen eingebaut sind." Linsen sind kleine, geschliffene Glasscheiben, die in den meisten Kameras von einem Computerchip automatisch so eingestellt werden, dass das Bild scharf wird. Diese Einstellung heißt Autofokus. Oft benutzen Fotografen auch den manuellen Fokus, dabei übernehmen sie selbst die Arbeit des Chips und stellen das Bild manuell, also eigenhändig, scharf.

Wenn das Licht die Linsen und das Objektiv passiert hat, muss es noch durch die Blende. Das ist eine Art größenverstellbares Loch. Je nachdem wie die Blende eingestellt ist, lässt sie viel oder wenig Licht durch. "Dadurch hat sie Einfluss auf die durchgehende Schärfe des Bildes", sagt Christopher. Wenn das Blenden-Loch also sehr klein ist und wenig Licht durchfällt, wird das gesamte Bild schärfer. Ist das Loch aber größer und lässt mehr Licht durch, wird das Bild weniger scharf. So lässt sich auch die sogenannte Tiefenschärfe einstellen. Umso höher sie ist, desto mehr Bereiche sind im Foto scharf.

Direkt hinter der Blende trifft das Licht schließlich auf einen Filter, der das Infrarotlicht aussortiert. Das ist ein Bestandteil des Lichts, den wir Menschen nicht sehen können. Trotzdem verfälscht es die Fotografie und muss deshalb weg.

Unter dem Infrarotfilter liegt ein Farbfilter. "Oft wird dabei die sogenannte Bayer Matrix verwendet", sagt Christopher. Das sind ganz viele winzige Farbfilter, die jeweils nur eine Grundfarbe durchlassen - und zwar Grün, Blau und Rot.

Jede Farbe bekommt ihr Töpfchen

"Unterhalb der Filter sitzen Millionen lichtempfindliche Sensoren", sagt Christopher. Sie bilden einen sogenannten Ladungstopf. Jede gefilterte Lichtfarbe - also Rot, Grün, Blau - bekommt ihr eigenes Töpfchen. Drei Töpfchen verschiedener Farben bilden ein Pixel, also einen winzigen Punkt des Fotos.

Vielleicht hast du schon einmal gehört, dass eine Kamera zum Beispiel 13 Megapixel hat - das sind 13 Millionen Pixel, die zusammen das fertige Foto ergeben. Umso mehr Pixel ein Bild hat, desto höher ist seine Qualität.
Ein Computerchip in der Kamera misst nun, wie voll die Ladungstöpfchen sind, also wie viel Licht in ihnen ist. Umso voller das Töpfchen ist, desto heller wird der Bildpunkt. Aus all diesen Punkten, also den Pixeln, setzt der Chip die fertige Fotografie zusammen. Dieses Bild schreibt er schließlich auf die Speicherkarte in der Kamera.

Auf diesen Karten ist Platz für ganz viele Fotos. Und wenn du eines nicht magst, kannst du es einfach per Tastendruck wieder löschen. Deshalb ist es auch nicht schlimm, wenn mal ein Schnappschuss in die Hose geht.


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