Bamberg"Ich glaube, dass wir eine Renaissance des Buches erleben!" Damit resümierte Zweiter Bürgermeister Christian Lange (CSU) den zum 57. Mal stattfindenden Stadtentscheid des Vorlesewettbewerbes. Der 2. März wird den sieben Schulsiegern der Bamberger Gymnasien und Realschulen in vielerlei Hinsicht in Erinnerung bleiben.

Die vor Selbstbewusstsein und Lesesicherheit strotzenden Sechstklässler konkurrierten in zwei Vorleserunden um die Möglichkeit, Bamberg beim Bezirksentscheid Oberfranken würdig vertreten zu dürfen.

In der ersten Runde lasen die Teilnehmer aus einem von ihnen selbst ausgewählten Buch eine Textstelle vor. Nach kurzer Pause begann die zweite Runde, in der die Schüler eine ihnen unbekannte Textstelle vorzulesen hatten: ein Stück aus dem neuesten Werk von Ute Kraus, "Im Labyrinth der Lügen".

Die Teilnehmer kamen aus der Maria-Ward-Realschule, dem Clavius-Gymnasium, dem
Franz-Ludwig-, dem Dientzenhofer-, dem Kaiser-Heinrich-, dem Eichendorff- und dem E.T.A.-Hoffmann-Gymnasium.


Spannende Entscheidung

Bevor Christian Lange als prominentestes Mitglied der fünf-köpfigen Jury den Gewinnernamen bekanntgab - und seine Zuhörer dabei ziemlich auf Folter spannte - wurden alle Schulbesten erst einmal mit einem Buchpreis geehrt. Dann endlich war es so weit. Der Bürgermeister verkündete Yelena Drakew als Stadtsiegerin für Bamberg. Lautes Kreischen erfüllte das oberste Geschoss der Stadtbücherei, denn Yelena hatte einige Klassenkameradinnen vom FLG mitgebracht. Christian Lange betonte, wie schwer der Jury die Entscheidung gefallen sei, da insgesamt ein sehr hohes Niveau an Lesequalität vorhanden sei und man eine Mehrheitsentscheidung treffen musste und nicht im Konsens entschieden wurde.

Die Moderatorin und stellvertretende Leiterin der Bücherei, Anja Hartmann, zeigte sich sehr zufrieden mit der Entwicklung des bundesweiten Vorlesewettbewerbs: "600 000 Schüler haben dieses Frühjahr mindestens ein Mal sich ein Buch rausgesucht, vorgelesen und erlebt, was Wettbewerb bedeutet - allein das zählt."

Die Stadtbücherei Bamberg engagiert sich federführend für den Wettbewerb, der unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten steht und seit mehr als einem halben Jahrhundert vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels veranstaltet wird. Anja Hartmann sowie Christian Lange bedauerten, dass seit der Bildungsplanreform von Hauptschulen zu Mittelschulen diese leider freiwillig verzichten, teilzunehmen, mit der Begründung der unterschiedlichen Lesekompetenzschwerpunkte in der Unterstufe. Die Jury betonte abschließend, wie dankbar man den Lehrkräften und Eltern sei, entscheidend an der "Renaissance" des Kulturgutes Buch beteiligt zu sein.