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Bamberg
Buch

Wenn ein reicher Bamberger verschwindet

Die Detektivin Katinka Palfy ermittelt in "Angeschwärzt" in ihrem 13. Fall. Die Autorin Friederike Schmöe verrät, was einen guten Krimi ausmacht.
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Autorin Friederike Schmöe und ihr neuer Krimi "Angeschwärzt" Foto: Jona Gebhard
Autorin Friederike Schmöe und ihr neuer Krimi "Angeschwärzt" Foto: Jona Gebhard
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Ein reicher Bamberger Geschäftsmann ist spurlos verschwunden. Tochter und Ehefrau des Vermissten beauftragen die Detektivin Katinka Palfy, den verschwundenen Kunsthändler zu finden. Diesem wird vorgeworfen, Steuern hinterzogen zu haben. Auch Palfy sieht sich im Internet Verleumdungen ausgesetzt. Nachdem sie von einem Unbekannten niedergeschlagen wird, fragt sie sich, ob sie ihren Auftraggeberinnen noch trauen kann. Darum dreht sich "Angeschwärzt", der neue Krimi von Autorin Friederike Schmöe und Palfys 13. Fall - das Buch ist unlängst im Gmeiner Verlag erschienen.

Wie alles begann

Friederike Schmöe erfreute sich schon in ihrem Germanistikstudium an den deutschen Lautverschiebungen, Wechselpräpositionen und Ablautreihen des Althochdeutschen. Sie schrieb in dem Fach ihre Doktorarbeit und später ihre Habilitation. Nach einigen Jahren an der Universität fragte sie sich, "ob man auch etwas anderes schreiben könnte. Etwas, das mehr Leute interessiert", sagt Schmöe. 2005 ließ sie das erste Mal Detektivin Katinka Palfy auf Bambergs Kriminelle los. "Und dann konnte ich halt nicht mehr aufhören." Heute ist Schmöe Autorin zahlreicher Krimis.

"Was mich immer wieder fasziniert, sind Zerwürfnisse von Familien", sagt Schmöe. "Wir haben hier eine Unternehmerfamilie, bei der es eine ganze Menge Brüche und Schwierigkeiten gibt." Die Autorin wagt den Blick hinter die Fassade einer scheinbar perfekten Familie und erzählt ein Familiendrama mit überraschenden Wendungen. "Die üblen Dinge sind überall", sagt die Autorin. "Sie sind in uns selbst, in den Familien und Beziehungen und entwickeln sich auch aus dem Kleinen."

"Crime City" Bamberg

Eine Eigenschaft teilen sich Schmöe und Palfy. "Wir trinken beide gerne Kaffee", gibt die Autorin zu. "Katinka Palfy ist sonst ein ganz anderer Typ. Sie ist ziemlich mutig, fetzt nachts mit einer Waffe in der Hand durch irgendeinen Wald - was ich nicht unbedingt gerne machen würde."

Friederike Schmöe schlendert lieber den Leinritt in Richtung Schleuse 100 entlang oder genießt die Aussicht vom Michelsberg auf die Dächer der Stadt. "Man findet viele Orte in Bamberg, an denen man sich gerne aufhält", meint Schmöe. "Aber man sagt ja die Idylle trügt. Also muss hinter der Idylle etwas Fieses passieren, etwas Gehässiges oder etwas Gemeines", sagt die Autorin. Deshalb verfolgt Palfy Betrügerinnen und Mörder in den verwinkelten Gassen und dunklen Kellern der Stadt.

Inspirierend sind für Friederike Schmöe die Ambivalenzen Bambergs. Neben der Altstadt, die Touristen anzieht, "hat man auch ganz andere Ecken. Oder ein riesiges Verkehrsproblem", sagt die Autorin. Solche Details lässt sie in ihre Geschichten einfließen. "Gut gelungen ist ein Krimi dann, wenn die Stadt, die Umgebung und das Land mitspielt", meint Schmöe. "Fast wie ein Mittäter."

Lang lebe Katinka Palfy!

An dieser Stelle sei schon verraten: Obwohl zwielichtige Typen der Detektivin unter der Markusbrücke auflauern, überlebt Palfy auch diesen Fall. Und das soll auch künftig so bleiben. "Würde ich sie in einem der nächsten Krimis sterben lassen, würde sie mir total fehlen. Und die Leser würden mich massakrieren!", lacht Schmöe.

Für alle, die nach der Lektüre selbst Lust haben, einen Krimi zu schreiben, hat die Autorin einen Tipp: "Wenn man wirklich etwas zu erzählen hat und Freude mitbringt, ist das schon 90 Prozent von allem. Dann braucht man nur noch das Sitzfleisch, um es aufzuschreiben."