Eine außergewöhnliche und vor allem in Bamberg bisher einmalige Verladeaktion fand im Hafen statt. Hier wurden zwei große Teleskopkran-Bagger auf die beiden Arbeitsschiffe des Wasser- und Schifffahrtamtes Nürnberg, Außenbezirk Neuses, geladen.

"Ich muss zugegeben, ein wenig Herzklopfen hatte ich vor der Verladeaktion schon ein wenig", gestand Hugo Lorz, Niederlassungsleiter der Rhenus Logistik GmbH. Und dies, obwohl sein Unternehmen im Jahr Tausende von Tonnen an Massengütern wie Steine, Holz und Metalle von Binnenschiffen be- und entladen. Doch die beiden Bagger, die per Lkw in den Bamberger Hafen angeliefert wurden, stellten auch Lorz Team vor großen Herausforderungen.

Denn zum einen kam der große Verladekran, der bis zu 45 Tonnen an Gewicht heben konnte, an seine Maximalauslastung heran, da jeder der Bagger ein Gesamtgewicht von rund 45 Tonnen auf die Waage bringt.
Und zum anderen galt es die Bagger beim Hebevorgang so auszubalancieren, dass sie dabei weder vom Haken des Krans rutschten, noch einen anderen Schaden nahmen.

"Wir haben hierfür eigens im Vorfeld eine spezielle Vorrichtung bestehend aus Bändern und Kettengliedern entwerfen lassen", schilderte Lorz. Mit deren Hilfe konnten die beiden Schwergewichte dann reibungs- und problemlos an Bord der beiden Arbeitsschiffe gehievt werden - sehr zur Freude des 15-köpfigen Teams, welches für die spektakuläre Aktion benötigt wurde.

Die beiden Bagger mit den Teleskoparmen werden übrigens für Revisionsarbeiten an der Zennbrücke sowie der Schwarzachbrücke (beiden Brücken befinden sich im Großraum Nürnberg) eingesetzt. "Wir führen jährlich während der Schifffahrtssperre in der Zeit vom 8. bis 24. April am Main-Donau-Kanal sowie den dort befindlichen Brücken und Schleusen Kontroll- und Ausbesserungsarbeiten durch", erläuterte Klaus Ulrich vom Wasser- und Schifffahrtsamt Nürnberg, Außenbezirk Neuses. Viele Arbeiten könnten dabei von Land aus gemacht werden.

Wie beispielsweise die Überprüfung der Strullendorfer Schleuse, die am 8. April leer gepumpt wird, sodass man ab 9. April ins Innere der Schleusenanlage gelangt. Bei den beiden Brücken jedoch, die turnusmäßig alle sechs Jahren überprüft werden, sei ein Landzugang nicht möglich. Hier kommen dann die beiden Bagger auf den Arbeitsschiffen ins Spiel.

Während das eine Schiff die Tage nun seinen Weg zum Zielgebiet in Richtung Nürnberg aufnehmen kann, musste der Bagger auf dem zweiten Arbeitsschiff leider noch einmal heruntergehoben werden, da das Schiff des Wasserwirtschaftsamtes für dringende Arbeiten an einer anderen Stelle gebraucht wird. "Leider hat sich erst im letzten Moment herausgestellt, dass wir den einen Bagger noch einmal von Bord nehmen mussten. Wir wollten jedoch an beiden Schiffen alle Krängungsversuche durchführen. Daher haben wir beschlossen, beide Schiffe zu beladen", schilderte der technische Beamte vom Wasserschifffahrtsamt.

Die Krängungsversuche seien dringend notwendig, damit man im Vorfeld auslotet, wie sich die Schiffe verhalten, wenn man die Teleskoparme ausfährt und mit Gewichten behängt, oder wenn die Bagger zur Seite schwenken.