Das Geschäft wird seit Jahren von der Vermieterin, der Joseph-Stiftung, subventioniert. Sie hat Frank gekündigt und die Gewerbeeinheit für eine Sozialstation an die Caritas vermietet.

Nach 16 Jahren im kleinen Ladenzentrum von Bamberg-Südwest muss Robert Frank seinen Frische-Markt schließen. Der 55-Jährige bedauert die Kündigung durch die Joseph-Stiftung, sagt aber auch offen, dass es das Geschäft ohne Unterstützung durch die Vermieterin schon längst nicht mehr gäbe. Es sind zu wenige Leute, die bei ihm einkaufen. Am treuesten sind die Senioren aus dem Stadtteil, die den kurzen Weg zu Frank schätzen, auch die persönliche Bedienung und Ansprache, die sie dort finden.


Erlös reicht kaum zum Leben



Von den Kleinigkeiten, die die älteren Stammkunden brauchen, trägt sich der Laden aber nicht. Obwohl Frank nur 120 Euro Miete im Monat zahlen muss, verdient er damit nach eigenen Angaben kaum seinen Lebensunterhalt. 750 Euro könne er für sich abzweigen, mehr sei nicht drin, sagt der gelernte Werkzeugmacher. "Wenn es mir net so viel Spaß machen würde, hätte ich längst aufgehört."

Aus Freude an der Arbeit nimmt er weite Wege in Kauf, und das bei ständig steigenden Spritpreisen: Er wohnt im 42 Kilometer entfernten Langensendelbach. Zum Glück im eigenen Haus, so dass er mit dem geringen Verdienst über die Runden kommt. Seit nachmittags zu ist, verdient sich Frank in einem Nebenjob noch etwas dazu.

Die Stammkunden werden ihn vermissen, wenn Frank voraussichtlich am 30. April für immer schließen wird. Die Vermieterin hat ihm zwar eine kleinere Gewerbeeinheit in der Nachbarschaft angeboten, aber da müsste er investieren und mehr Miete zahlen. Das sei nicht drin, sagt er.


Unterschriftenaktion brachte Aufschub



Eine Unterschriftenaktion hat immerhin dazu geführt, dass die Kündigug um vier Wochen aufgeschoben wurde. Statt bis Ende März bleibt der Frische-Markt noch bis Ende April. Darüber hinaus sieht die Joseph-Stiftung keine Möglichkeiten mehr, den Laden zu halten. Laut Unternehmens-Sprecher Bernhard Schneider nahm die Joseph-Stiftung nicht nur eine Mini-Miete in Kauf, sie zahlte pro Jahr zudem etwa 15.000 Euro für Investitionen, Reparaturen, Strom, etc. drauf. Dazu ist man nicht länger bereit. Die Anwohner hätten es sich durch ihr Kaufverhalten selbst zuzuschreiben, wenn das Angebot schlechter wird, betont Schneider: "Wir sind die letzten, die die Geschäftsleute vertreiben."

Im Gegenteil, versichert Schneider. Man habe sich beispielsweise "'reingehängt", um eine Bäckerei zu finden, die die ab 1. Mai die ehemalige Gramss-Filiale im kleinen Ladenzentrum übernehmen wird. Das Angebot setzt sich dort derzeit aus einer Schlecker-Filiale, einer Apotheke, einem Friseur, einen Getränkehandel und der Sparkasse zusammen.

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