Oh ja, da gab es durchaus die Jahre, in denen sich Dominik Syga als Ehemann und Familienvater sah. Und zwar im fernen Brasilien, wo er an der Föderaluniversität in Curitiba Soziologie und Wirtschaftswissenschaften studierte. Dort knüpfte er enge Kontakte und Freundschaften, lernte die atemberaubende brasilianische Natur und die gastfreundlichen Menschen kennen, plante, in Lateinamerika zu bleiben. Doch das Heimweh wurde stärker. Und das Wissen, dass "ich vor Jesus nicht weglaufen kann", wie er sagt.

Dominik Syga brachte erst in Bamberg sein Studium zum Abschluss - begleitet von dem intensiven Wunsch, Priester zu werden, ganz für Christus und die Menschen da zu sein. 2007 trat er nach "bewusster, reflektierter Entscheidung" ins Priesterseminar ein und studierte fünf Jahre lang in Augsburg und Würzburg Theologie. Nach dem Diplom folgte der Pastoralkurs und im September 2013 die Diakonenweihe. In den Pfarreien Burgwindheim, Ebrach und Mönchherrnsdorf absolvierte Syga seinen ersten pastoralen Dienst, zu dem auch der Religionsunterricht in Grund- und Hauptschulen zählte. "Die Schüler sind meine Kinder", lächelt er und bekennt, dass sie ihm "richtig ans Herz gewachsen sind".

Am Samstag, 28. Juni, wird Dominik Syga nun gemeinsam mit seinen Kurskollegen Daniel Bittel (Strullendorf) und Christian Körber (Pottenstein) von Erzbischof Ludwig Schick zum Priester geweiht. "Nimm mich, Herr, so wie ich bin, ich bin für dich verfügbar", lautet Sygas Stoßgebet in den Tagen zuvor. Ein Gebet allerdings ohne Selbstzweifel oder Anfechtungen: "Ich freue mich sehr auf die Priesterweihe", strahlt der 34-Jährige. Die Weihe bedeutet für ihn den "Beginn einer unendlichen Liebesgeschichte", eines Lebens "in Treue zu Christus und zu mir selbst".

Dominik Syga ist sich sicher, dass er dank seines "jahrelang gereiften Entschlusses" diese Treue im Zölibat leben kann. "Ich betrachte den Zölibat von der positiven Seite. Ich möchte für Christus disponibel bleiben, ohne den mein Leben keinen Sinn macht", erklärt er, fügt aber hinzu, dass er "die menschlichen Gefühle derer ernst nimmt, die den Zölibat nicht leben können".

Dominik Syga kam am 22. Januar 1980 als drittes und jüngstes Kind seiner Eltern Barbara Jadwiga Posadowska und Rudolf-Heinz Syga in der oberschlesischen Stadt Nysa (Neiße) zur Welt. Die Kindheit und Jugend verbrachte er in Otmuchów (Ottmachau) im polnischen Sudetenvorland. Nach dem Abitur an einem Gymnasium in Opole (Oppeln) kam er 1999 nach Bamberg: in den Geburtsort seines Vaters, der in der Pfarrei St. Martin zu Hause war. "Ich wollte zurück zu meinen Wurzeln", erzählt Syga.

Außerdem sei Diplomat zunächst sein Berufsziel gewesen. Also lernte er, der ohnehin schon Deutsch, Polnisch, Russisch und Englisch beherrscht, neben dem Soziologiestudium an der Otto-Friedrich-Universität noch Französisch, Spanisch und Portugiesisch. Aus der Diplomatenlaufbahn wieder ausgeschert, ist Syga dennoch der weltläufige Blick geblieben. Denn als Priester will er nach eigenen Worten "nach allen meinen Kräften dazu beitragen, dass unsere Welt besser und gerechter wird im Lichte des Evangeliums und durch die Tradition der Kirche". Und das in enger Zusammenarbeit mit seinen künftigen Mitbrüdern, mit den "wichtigen Laien", mit allen Menschen guten Willens, die befähigt durch Taufe und Firmung am Werk Christi mitwirken können.

Dabei ist ihm sein Landsmann, der heilige Papst Johannes Paul II., ein Vorbild. "Er hat nicht nur Lehren aus dem Kommunismus gezogen, sondern auch das Schiff Kirche hindurchgesteuert", sagt Syga. Besonders das päpstliche Wort von der unantastbaren Würde eines jeden Menschen und der sensiblen Achtung vor der ganzen Person hat es ihm angetan: "Das spielt aus meiner Sicht bei unserer christlichen Sendungsausübung eine bedeutende Rolle." Deswegen glaube er auch fest daran, dass er gerade als Priester am besten Gott, der Kirche und den Menschen dienen könne.

Der Pfarrer von St. Martin, Anton Heinz, ist für Dominik Syga ein wertvoller Wegbegleiter geworden. Und natürlich sein Vater: "mein bester Freund und Berater". Rudolf-Heinz Syga ist seinem Sohn Dominik auf dem Weg der Nachfolge Christi sozusagen vorausgegangen: Er empfing im Juni 2013 in der Diözese Oppeln die Weihe zum Ständigen Diakon. In dieser Eigenschaft wird Syga senior auch bei der Priesterweihe des Juniors im Bamberger Dom mitwirken und das Evangelium verkünden.

Im August werden die Neupriester eine Urlaubsvertretung in der Erzdiözese Bamberg übernehmen, bevor am 1. September die erste Stelle als Kaplan folgt. "Wo das alles sein wird, erfahre ich erst am Tag der Weihe", erklärt Dominik Syga. Doch diese Ungewissheit bis dahin stört ihn nicht: "Gott führt mich dorthin, wo ich hin soll."

Samstag, 28. Juni, 9 Uhr Priesterweihe durch Erzbischof Ludwig Schick im Dom, anschließend Empfang in der Dompropstei. Ab 14 Uhr Erteilung des Einzelprimizsegens in der Kapelle des Priesterseminars (Heinrichsdamm 32). 16 Uhr feierliche Dankesvesper eben dort.

Sonntag, 29. Juni, 10 Uhr
Primiz von Dominik Syga mit anschließendem Empfang und Pfarrfest in St. Josef/Hain. Dort um 16 Uhr Dankesvesper und Erteilung des Einzelprimizsegens.