"G'scheid gfreid" nennt die Oberbayerin aus der Ecke von Fürstenfeld, Martina Schwarzmann, ihr aktuelles, fünftes Bühnenprogramm. Und großartig gefreut, wie man es wohl im Hochdeutschen übersetzen könnte, hat sie damit auch ihr Publikum. Vor ausverkaufter Kulisse amüsierte man sich in der Konzerthalle prächtig über ihre Geschichten, Gedichte und Lieder.

Lachsalven

Obwohl es meist nur belanglose Alltagsszenen sind, die die Kabarettistin beschreibt, waren es genau diese, welche für große Lachsalven und Heiterkeit im Saal sorgten. In ihrem zweieinhalbstündigen Programm spannte sie den Bogen vom Friedhof über ihre "bucklige" Verwandtschaft, die sie sich nicht aussuchen konnte, bis hin zur Tierhaltung und Tierversuchen. Schwarzmann erzählt von ihren Träumen, in denen sie nackert zum Einkaufen geht, schwadroniert sarkastisch vom Alltag mit ihren Kindern und wünscht sich, dass nach ihrem Ableben Gemüse auf ihrem Grab angepflanzt werden soll, damit wenigstens noch ein paar Leute zum Besuchen vorbei kommen, wenn sie wissen, dass es dort noch was zu holen gibt.

Pointen sitzen

Ganz gleich, ob sie die Geschichten in ihrem breitesten oberbayerischen Dialekt (hin und wieder muss sie Übersetzungshilfen anbieten) deklariert oder in Gesangsform darbietet - die Pointen sitzen und das Publikum ist begeistert. Selbst ihre Gedichte kommen gut an. Was wohl unter anderem auch daran liegt, dass Martina Schwarzmann keine hochgeistige, tiefschürfende Poetik von sich gibt, sondern vielmehr zum Teil in recht derber Vulgärsprache ihre Erlebnisse in Reimform packt.

Im Gepäck hatte sie übrigens auch einen Praktikanten. Doch anders als der damalige Showpraktikant Elton bei Stefan Raab wurde dieser nicht "missbraucht" und hemmungslos in ihr Programm eingebaut. Vielmehr wollte Martin Schwarzmann nach eigenen Angaben dem jungen Liedermacher Mathias Kellner die Chance zu geben, einmal die Tausendergrenze auszuloten. Nicht, dass so er plötzlich nach eines Tages vor Leuten steht und feststellt, dass er seinen Beruf verfehlt hat ...

Alles in allem bot die Oberbayerin mit dem strengen Zopf und der roten Retro-Bluse aus zweiter Hand ein kurzweiliges und unterhaltsames Programm, bei dem das Publikum obendrein noch viele "praktische" Tipps bekam. Oder wer weiß schon, dass man am bestens mit der Fußbodenheizung Bananenchips herstellen kann oder dass sich Essensreste idealerweise zusammenkehren lassen, wenn sie ein paar Tage am Boden gelegen haben?