Unterhaid
Kellergasse

Von der Denkmalpflege "geadelt"

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt das Sanierungsprojekt im Wald bei Unterhaid mit einem Fördervertrag. Einmal mehr wird die Besonderheit der historischen bürgerlichen Freizeitanlage hervorgehoben.
Bürgermeister Joneitis (links) und die Architekten führten Kurator Uwe Franke (Dritter von rechts) und Lotto-Gebietsleiter Hubert Hennes (Zweiter von rechts) durch die Unterhaider Kellergasse. Rechts die sanierte Kegelbahn, links das erneuerte Kellerhaus. Als "Event des Jahres 2012" kündigte Joneitis die künstlerische Ausleuchtung der Anlage an. Fotos: Ronald Rinklef
Für die Sanierung der Kellergasse im Wald bei Unterhaid hat die Gemeinde Oberhaid jetzt einen formellen Fördervertrag der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) erhalten. Damit verbunden ist eine Förderzusage über 23 000 Euro aus Stiftungsmitteln, die aus Spenden der Glücks-Spirale, von Lotto Bayern und von privaten Unterstützern stammen. Bürgermeister Carsten Joneitis (SPD) freute sich über die Förderung aus Potsdam: Damit werde das Sanierungsprojekt als "etwas Besonderes" und als das einmalige Kulturgut gewürdigt, das es auch sei.

Der Ortskurator für die Region, Uwe Franke aus Kulmbach, nannte das Unterhaider Projekt eine "beeindruckende Freizeitanlage" und lobte sehr, dass das Sanierungsvorhaben schon weit fortgeschritten ist. "Das Engagement nimmt Gestalt an", meinte er nach der Besichtigung. Die Unterhaider Felsenkeller, eine Kelleranlage mit 29 Einzelkellern an einem von einer Pflasterstraße durchzogenen Hohlweg im Wald, dazu einer Kegelbahn und einem historischen Kellerhaus mit Terrassen sei nach ihrer Wiederherstellung ein "Geschenk der Denkmalpfleger an die Zukunft".

Ihrer Bedeutung wegen sei sie eines von 180 Förderprojekten in Bayern, so Franke weiter. In der Region beschränkt sich die DSD bisher auf die Restaurierung von Kloster Ebrach, wofür seit 1998 etwa 200 000 Euro ausgegeben wurden. Mehr als 130 000 Euro hat man seit 2006 für Dacharbeiten an Schloss Reichmannsdorf bereitgestellt. Mit 100 000 Euro förderte man die Dachdecker-Arbeiten an der Pfarrkirche "Unsere Lieben Frau" in Bamberg.

Die Kelleranlage ist seit dem frühen 18. Jahrhundert nachgewiesen und dürfte zu den größten und am besten erhaltenen gehören. Sie verkörpert nach Ansicht der DSD in beispielhafter Vollständigkeit den Umgang der ländlichen Bevölkerung mit dem Grundnahrungsmittel Bier in sozialer Gemeinschaft bei ländlichen Vergnügungen.
Gebietsleiter Hubert Hennes bezeichnete die Denkmalpflege als eine "wichtige Aufgabe von Lotto Bayern". Sei die Glücks-Spirale zunächst auf die Olympischen Spiele in München 1972 und auf den Sport ausgerichtet gewesen, habe man sich jetzt eine weitere wichtige Aufgabe zu eigen gemacht. "Möge Ihr Werk gut gelingen", wünschte Hennes den Oberhaidern.

Architekt Johann Müller vom Büro für angewandte Denkmalpflege in Stettfeld nannte am Beispiel der Unterhaider Kellergasse "die Historie nachvollziehbar". Wegen der hohen Kosten von geschätzten rund einer Million Euro habe man sich für eine abschnittsweise Sanierung entschieden. "Der Durchbruch wurde 2009 mit hohen Förderzusagen erreicht", ergänzte Bürgermeister Joneitis. "Ohne die Förderquote von 80 Prozent der Kosten hätte die Gemeinde das Vorhaben nicht schultern können." Er kündigte für dieses Jahr ein Beleuchtungskonzept an. Beteiligt sind neben DSD die Oberfrankenstiftung, der Entschädigungsfonds, das Landesamt für Denkmalpflege und der Landkreis Bamberg.
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