"Viele Leute glauben, dass unsere Reise gar nicht so weit geht. Sie verstehen beim ersten Hören Bayreuth statt Beirut." Der 30-jährige Pfarrer und seine Ehefrau Berenike (24) müssen schmunzeln, wenn sie die Anekdote erzählen. In der libanesischen Hauptstadt wird Volker Metzler als Pfarrer in der dortigen Deutschen Gemeinde arbeiten. "Es wird schon ein bisschen anders sein", sagt Metzler, der zuletzt zweieinhalb Jahre lang Vikar in der Bamberger Erlöser-Gemeinde war.

Vor allem Erwachsene, Geschäftsleute und Botschaftsangehörige wird Volker Metzler in der EKD-Auslandsgemeinde betreuen. Viel seelsorgerische Arbeit könnte ihn auch erwarten, wenn "Flüchtlinge aus Syrien rüber kommen", weiß er - und ergänzt: "Trauungen und Taufen wird es wohl weniger geben".

Dass es jetzt in den Libanon geht, sei ein schöner Zufall, bekundet das Pfarrerehepaar. Denn mit Bildern aus dem Libanon begann die Liebesgeschichte der beiden. Damals im Jahr 2005 hatte Volker Metzler für zwei Semester an der Near East School of Theology in Beirut studiert und dort auch ein dreiwöchiges Praktikum in der Gemeinde gemacht, die er jetzt als Pfarrer betreuen wird. Zurück in Deutschland war er im selben evangelischen Wohnheim in Halle an der Saale untergekommen wie seine spätere Ehefrau Berenike. "Volker kam gerade aus dem Libanon zurück und hat mir Bilder aus dem Libanon gezeigt, so haben wir uns damals kennengelernt", schwärmt die 24-jährige Islamwissenschaftlerin, die ein Promotionsstipendium des Deutschen Orient Instituts bekommen hat. "Umso schöner ist, dass wir jetzt gemeinsam nach Beirut gehen können", so Berenike Metzler.

Aus Bamberg wegzugehen fällt Voker Metzler nicht so leicht, das merkt man ihm an, wenn er von seiner Zeit als Vikar in der Welterbestadt spricht. Seine Gemeinde ist ihm ans Herz gewachsen. Allerdings hätte er in den erste drei Jahren als Pfarrer so oder so eine Stelle in dem Ort annehmen müssen, wo etwas frei ist. Und da hätte es in Bamberg schlecht ausgesehen, das tröste über den Abschied hinweg: "Ich hab mich hier von Anfang an sehr wohl gefühlt, da die Leute ganz offen und freundlich sind", erzählt Metzler.

Der junge Pfarrer freut sich jetzt aber auch auf seine erste Amtszeit in Beirut: "Was für die Leute wichtig ist, ist Gemeinschaft zu haben, sich auszutauschen, sich zu verstehen. Ich möchte einen Raum anbieten, wo Hilfe zur Selbsthilfe möglich ist", sagt er über seine Motivation. Ihm sei es wichtig, die Menschen durch Glauben, durch verschiedene Gebetsformen zu stärken. "Ich möchte die Probleme ernst nehmen, auch wenn ich sie nicht immer lösen kann", sagt Metzler. Zentral für seinen Glauben sei Psalm 31: "Du stellst meine Füße auf weiten Raum."