Hallo, noch bringt mich nichts aus der Ruhe. Wenn ich schlafe, dann schlafe ich, ob da nun ein naseweiser FT-Reporter was von mir will oder nicht. Ich bin Aurora und am 2. Oktober 2019 im Bamberger Klinikum ganz ohne Komplikationen geboren worden. Man hat mich nach der römischen Göttin der Morgenröte benannt. Toll oder? Aber dies nicht das Bemerkenswerte an mir und auch nicht der pechschwarze Struppi auf dem Kopf, den ich mit zur Welt brachte.

Ein besonderer Schatz

Ich habe etwas gaaaanz Seltenes: eine Ururoma! Und die hat mich dieser Tage erstmals in ihren Armen wiegen dürfen. Schade, ich hab's leider verschlafen. Meine Ururoma heißt Ilse Garn, ist 95 Jahre alt und früher gehörtt ihr die Hutfabrik Fritz Garn mit bis zu 30 Beschäftigten in Bamberg.

Bisher war sie stolz auf ihre sieben Urenkel. Aber nun stehle ich, Aurora, allen die Schau und meine Mama, die Nina Lang, sowie mein Papa Luca Jentsch sind natürlich auch happy.

Mamas Mutti, Oma Sylvia Lang, meint ja, Mama und Papa wollen mit der Hochzeit so lange warten, bis ich "als Bräutla die Bluma streuen kann", also so in einem bis zwei Jahren. Hoffentlich sind dann alle noch dabei: Meine Großmutter Sylvia ist ja erst 53 Jahre alt, die Uroma Gisela Fichte aus Erlangen ist mit ihren 77 Jahren auch noch ziemlich fit.

Ja und Ururgroßmuteter Ilse ist sowieso unverwüstlich. Hat ja erst vor ein paar Monaten einen Oberschenkelhalsbruch überstanden und kommt schon wieder ein paar Treppenstufen rauf und runter.

In Pettstadt gelebt

Früher hat sie übrigens 30 Jahre lang in Pettstadt gewohnt, zeitweise auch meine Uroma Gisela; Oma Sylvia mit Opa Stephan haben hier sogar ein Haus. Darin ist Mama aufgewachsen, bis sie mit Papa eine Wohnung in Sassanfahrt genommen hat. Ich bin also die Aurora von Süsslfoä mit einer Ururoma in Bamberg und einer Uroma in Erlangen. Das ist dem FT schon mal ein Bild und paar Zeilen wert.

Soll ich euch noch verraten, warum ich hier schon selbst zu Wort kommen darf? Ja? Gut: Ich war noch so ein zwei Zentimeter kleines Gummibärchen im Bauch von meiner Mama, da habe ich mich meiner Verwandtschaft schon zusammen mit einem Ultraschallporträt schriftlich angekündigt: "Hey ihr... bis zu einem gemeinsamen Fototermin müsst ihr noch bis Oktober warten...!"

Und dann haben alle gefiebert, ob wir die fünf Generationen Mädels aus einer Reihe auf ein Bild bringen. Jetzt hat es geklappt und ich hab es glatt verpennt.

Gute Wünsche an er Wiege

Und was sagt die Ururoma Ilse? "Ich wünsche Aurora, dass die Welt, in die sie hineinwächst, nicht schlechter wird!" Die 95-Jährige, Flüchtling aus Breslau, hat die Welt durch Krieg und Vertreibung von der schlechtesten Seite kennengelernt.

Als Hochbetagte in der Obhut ihrer Familie fühlt sie sich aber immer noch wohl, hält sich geistig fit und denkt schon an ihren nächsten runden Geburtstag.