Klar ist bisher nur eines: Fredi Adler hat sich Brustbein, Rippen und den 12. Rückenwirbel gebrochen sowie eine Schürfwunde am Kopf erlitten, als er bei einer Floßfahrt auf der Wilden Rodach am 18. Juli 2009 an der Brücke im Wallenfelser Ortsteil Schnappenhammer hängen geblieben ist. Noch lange nicht geklärt ist dagegen die Frage, ob die Stadt Wallenfels als Veranstalter daran Schuld trägt und wenn ja, ob die Verletzungen wirklich 35 000 Euro Schmerzensgeld "wert" sind.

Kläger und Beklagte - Bürgermeister Peter Hänel vertrat die Stadt Wallenfels - trafen sich erneut vor dem Schifffahrtsgericht im Amtsgericht Bamberg und tauschten ihre Positionen aus: Adler und sein Rechtsanwalt Michael Fischer wollen Schmerzensgeld; die Stadt Wallenfels, vertreten durch Rechtsanwalt Stephan Roensch, lehnt die Klage ab.

Die Vorsitzende des Schifffahrtsgerichtes, Margit Hock-Schmitt, die den Fall von ihrem Vorgänger übernommen hat, ahnte schon, dass sie auf ihre Frage nach einer gütlichen Einigung ein Nein ernten würde. Insbesondere für die Stadt Wallenfels kam das nicht in Frage, weil die "Vorstellungen des Klägers deutlich überzogen und die Haftung äußerst fraglich" seien, so Anwalt Roensch.

Bisher waren in dem Verfahren keine Zeugen gehört worden. Kläger Adler behauptet, die Differenz zwischen der Oberkante des Sitzbalkens und der Unterkante der Brücke habe nicht mehr als 60 Zentimeter betragen. Er kann aber keine Zeugen benennen, die den Unfallhergang genau beobachtet haben.

Bürgermeister Hänel unterstrich, dass in 30 Jahren Floßfahrten mit 8000 Gästen jährlich noch nie ein so schwerer Unfall passiert sei.

Die Richterin kündigte an, sich erst einmal selbst ein Bild von den Örtlichkeiten machen zu wollen, wenn die Saison beginnt.