"Ziel erreicht!" Mit diesen wenigen Worten charakterisierte Claus Hofmann, Vertreter des Einzelhandelsverbandes in Bamberg, den Verlauf des verkaufsoffenen Sonntags gestern. "Ich denke mal, so schlecht kann die Idee gar nicht sein, wenn ich sehe, wie viele Leute unterwegs sind", sagte er.

"Gefühlt" waren es nach seinem Dafürhalten deutlich mehr Menschen, als beim letzten verkaufsoffenen Samstag. Hofmann sprach von auffallend vielen jungen Familien, die auch mit Kinderwägen unter den Kauflustigen waren.
Außerdem fiel ihm positiv auf, dass zahlreiche Besucher aus einem weiten Einzugsgebiet gekommen waren. Der Vorsitzende des Einzelhandelsverbandes in Bamberg bewertet den verkaufsoffenen Sonntag als "die günstigste und effektivste Werbung für den Einzelhandel".

Er warnte, den Erfolg des Tages ausschließlich am Umsatz fest zu machen.
Eine wichtige Rolle spielt für ihn, dass Gelegenheit bestand, Kunden ausgiebig zu beraten und sich Zeit für sie zu nehmen. "Das geht während der normalen Geschäftstage nicht immer in diesem Umfang", sagte Hofmann über seine Erfahrungen im eigenen Tabakfachhandel. Zudem sieht er Gespräche als wichtigen Beitrag zur Kundenzufriedenheit und -bindung an; der Handel leiste auf diese Weise wertvolle Zukunftsarbeit.

Eine Einstellung, die auch Silvy Hahn von der gleichnamigen Parfümerie, teilte: "Reich geworden bin ich heute sicherlich nicht. Aber dennoch ist es mir wichtig, mich am verkaufsoffenen Sonntag zu beteiligen, denn an diesem Tag kann man neue Kunden gewinnen." Und zwar Kunden, wie sie betonte, die sie sonst nicht erreichen würde.
Schließlich kämen gerade am verkaufsoffenen Sonntag sehr viele Besucher aus dem Landkreis Bamberg und sogar aus Nachbarstädten wie Lichtenfels, Coburg oder Haßfurt. Daher würden sie und ihr Team beim verkaufsoffenen Sonntag auch schon auf die Zukunft hin arbeiten: "Wir haben viele neue Kundenkarten verteilt und viele Vorabinformationen über unterschiedlichen Düfte oder Make-up Trends gegeben. Und wenn alles gut läuft, haben wir zum Weihnachtsgeschäft zusätzliche Umsatzgewinne."

Guter Start für die Herbstmesse

Zufriedene Gesichter gab es auch unter den Schaustellern der Messe auf dem Maxplatz, die diesmal ohne den Plärrer auskommen muss. "Es waren sehr viele Menschen unterwegs und der Tag wurde gut angenommen. Somit war es auch für uns ein schöner Auftakt", resümierte Georg Fischer, der Erste Vorsitzende der Bamberger Marktkaufleute und Schausteller.

Gleich doppelt zufrieden äußerte sich Alfons Distler. Denn er zog sowohl als Vorsitzender des Stadtmarketing-Vereins eine positive Bilanz als auch als Geschäftsführer des Karstadt-Hauses. "Das Wetter hat optimal gepasst. Es war trocken, die Sonne schien und dennoch war es nicht zu warm. Geniales Einkaufswetter eben. Denn mit Jacken steigt die Kauflust."

Und die muss in seinem Hause sehr zufriedenstellend gewesen sein. Auf Grund der Witterung hätten viele Leute schon Jacken, Wintermäntel und Stiefel erworben. Gekauft wurden auch Spielsachen und Kinderbekleidung - nicht zuletzt deswegen, weil am Sonntag viele Familien unterwegs waren.

Auch Distler war sich sicher, dass dieser Tag ein "echter Zugewinn" war und kein negatives Echo am Montag auslösen wird. Angeblich haben die fünf Stunden seinem Haus den gleichen Umsatz beschert wie der zehnstündige Samstag davor.

"Ich denke, es wird auch ein gutes Weihnachtsgeschäft werden. Denn der verkaufsoffene Sonntag ist immer ein Indikator dafür, wie die Kauflaune bei den Kunden ist", sagte ein zufriedener Kaufmann. Aus Sicht des Stadtmarketings zeigte er sich ebenfalls sehr angetan. "Der Sonntag ist nach wie vor ein beliebter Familieneinkaufstag, zu dem Kunden aus der ganzen Region kommen." Ein zweiter verkaufsoffener Sonntag zu Beginn des Jahres ist seinen Worten zufolge nötig, um die Chancengleichheit in der Region herzustellen.

Und wie beurteilten Besucher den verkaufsoffenen Sonntag? Während Maria Baumgärtner und Christine Martin aus Haßfurt nur zum Schlendern und Cafébesuch anreisten, suchte Eva Hagen aus Ebern neue schwarze Lederstiefel - mit Erfolg.