Barrierefreiheit ist ein großes Thema unserer Zeit. Vorrangig geht es dabei um die Gestaltung von Wegen, Gebäuden et cetera in der Art, dass Menschen mit Beeinträchtigungen sie ohne zusätzliche Hilfe nutzen können. Aber auch Eltern mit Kinderwagen oder kleine Kinder mit Fahr- oder Laufrädern freuen sich über Barrierefreiheit. In Breitengüßbach soll nun ein kritischer Bereich eine deutliche Verbesserung erfahren.

Schon im April 2020 ging bei der Gemeinde ein Antrag des Breitengüßbachers Thomas Hosper ein, der sich den Umbau des Verbindungswegs am Güßbach zwischen Güßbachunterführung und Brückenweg wünschte. Dabei geht es insbesondere um die Abflachung der steilen Rampe sowie die Verbreiterung des Weges bei der Einmündung in den Brückenweg. Aktuell hat der Weg ein Gefälle von rund zehn Prozent - ein barrierefreier Weg dürfte lediglich maximal sechs Prozent haben. Die Breite liegt an der engsten Stelle bei gerade einmal 1,3 Metern.

Kosten von etwa 35 000 Euro

Nach einer Begutachtung durch den Bauausschuss wurde grundsätzlich der barrierefreie Umbau des Weges befürwortet. Es zeigte sich aber, dass ein Neubau der Ufermauer mit der Verbreiterung des Weges auf ganzer Länge wirtschaftlich kaum darstellbar wäre, denn es müsste mit Kosten von circa 135 000 Euro gerechnet werden. Dennoch ergeben sich Möglichkeiten: Der Asphaltweg könnte mit weniger Gefälle (fünf bis sechs Prozent) neu errichtet werden, wenn die Ufermauer erhöht würde. Ein neues Geländer könnte für mehr Breite sorgen, die Engstelle ließe sich gegebenenfalls mit einem Gitterpodest verbreitern. Dafür rechnet die Gemeindeverwaltung mit Kosten von etwa 35 000 Euro.

Dieser Vorschlag stand nun bei der jüngsten Gemeinderatssitzung zur Diskussion. Mittlerweile, sagte Bürgermeisterin Sigrid Reinfelder, habe auch eine Begutachtung mit dem Behindertenbeauftragten der Gemeinde, Robert Schneider , und dem Behindertenbeauftragten des Landkreises Bamberg stattgefunden. Auch ein Förderantrag sei gestellt worden. Es könnte aber sein, dass die Baukosten unterhalb der Bagatellgrenze liegen. Einstimmig beschloss das Gremium, den Weg wie vorgeschlagen umzubauen.

Gemeinschaftlich gärtnern

Behandelt wurde auch ein Antrag von Bündnis 90/Die Grünen . Demnach soll eine Bedarfsanalyse für einen interkulturellen und generationsübergreifenden Gemeinschaftsgarten erstellt werden.

"Solche Gärten werden von Interessierten gemeinschaftlich organisiert und stellen sowohl den Anbau von Gemüse als auch den sozialen Austausch und die Integration in den Mittelpunkt. Diese Entwicklung kann weltweit und in verschiedenen sozialen Schichten und Altersgruppen beobachtet werden und ist nicht nur auf Großstädte beschränkt", heißt es im Antrag. Und weiter: "Auch in der Gemeinde Breitengüßbach wohnen immer mehr Einzelpersonen und Familien in Mehrfamilienhäusern und verfügen daher nicht über eine Gartenfläche, die sie selbst bewirtschaften können. (...) Gemeinschaftsgärten könnten ferner einen Beitrag zur ,Grünen Kommune‘ und zur ,Gesunden Kommune‘ Breitengüßbach leisten und die Bürgerbeteiligung stärken."

Vom Gemeinderat wurde der Antrag positiv aufgenommen. Bürgermeisterin Sigrid Reinfelder erklärte, die Gemeinde verfüge westlich der Bühlstraße hinter den Gemeindehäusern über Flächen, die für einen Gemeinschaftsgarten geeignet wären. Anstatt einer Bedarfsanalyse favorisierte sie einen Aufruf im Mitteilungsblatt - so könne sich jeder, der an dem Thema interessiert ist, melden und anschließend an einem ersten Treffen teilnehmen.

Gemeinderätin Dagmar Riegler (Grüne) erklärte, dass bereits Kontakt mit dem Obst- und Gartenbauverein hergestellt worden sei, der das Projekt unterstütze. Der Beschlussvorschlag wurde einstimmig angenommen.