Laden...
Friesen
Kandidaten-Porträt

Update für den Landkreis: Martin Wünsche (FDP) im Kandidaten-Porträt

Mit 23 Jahren ist Martin Wünsche (FDP) einer der jüngsten Direktkandidaten im Stimmkreis 401 Bamberg-Land. Er präsentiert sich als heimatverbundener Macher.
Artikel drucken Artikel einbetten

Martin Wünsche mag das "Mindsetting" von Guido Westerwelle. Er schätzt, wenn jemand - wie Westerwelle - ein starkes "Standing" vertritt ("Mehr Netto vom Brutto"). Der FDP-Direktkandidat für den Stimmkreis 401 Bamberg-Land ist Personalleiter und in einem "Franchise" tätig ("Bierothek" in Bamberg). Er erzählt, wie "happy" die Leute in anderen Bundesländern auch nach acht Uhr abends einkaufen gehen und findet: "Bayern braucht definitiv ein Update" - auch bezüglich der Öffnungszeiten.

Trotz der vielen Anglizismen: Ein "Globetrotter" sei er nicht, dazu sei er viel zu sehr in der Region verwurzelt, sagt er. Auch das Motto "Work hard, play hard" sei nicht seins, er habe auch gerne mal seine Ruhe. Als Lieblingsort hat sich Wünsche die Friesener Warte (Gemeinde Hirschaid) ausgesucht. Dort, wo die Segelflieger starten und landen, geht er gerne spazieren und blickt über seine Heimat. "Einen festen Lieblingsplatz habe ich eigentlich gar nicht, dafür gibt es zu viele schöne Ecken im Landkreis", sagt Wünsche. Deshalb findet das Gespräch größtenteils während einer Autofahrt statt, auf der er über seine Lebensstationen spricht.

Wünsche ist im Hirschaider Ortsteil Sassanfahrt aufgewachsen - "in einfachen Verhältnissen", wie er sagt: Seine Eltern haben sich getrennt, seine Mutter erzog ihn alleine, er besuchte die Hauptschule. "Ich war ein Spätzünder", gesteht er: "Bis zur neunten Klasse hatte ich nur Vierer in Mathe. Dann hat es plötzlich ,Klick' gemacht": Er wollte etwas erreichen. Dann kam er in Mathe auf eine 2, schaffte den Quali, machte einen Abschluss an der Wirtschaftsschule in Bamberg und eine Ausbildung zum Bankkaufmann in Buttenheim. Mittlerweile ist er Personalleiter eines Technik-Unternehmens mit 100 Angestellten und an der "Bierothek" beteiligt. "Ich bin stolz darauf, was ich in meinen jungen Jahren erreicht habe", sagt der 23-Jährige, "und ich gönne es jedem".

Hauptanliegen: Stärkung des ländlichen Raums

Eben diese Einstellung verkörpere für ihn keine Partei mehr als die FDP. Die Worte "Freiheit" und "Individuum" fallen bei Wünsche so oft wie bei Alt-Bundespräsident Joachim Gauck. In puncto "Update für Bayern" will er sich vor allem für eine Aufwertung des ländlichen Raumes stark machen. "Dafür müssen viele Zahnräder ineinandergreifen", sagt Wünsche, und nennt Ärzteversorgung, Bildung vor Ort und Arbeitsplätze. Zudem brauche es schnelles Internet und einen besseren öffentlichen Nahverkehr. "Was nützt kostenloser ÖPNV, wenn er nicht ausgebaut ist?", fragt er in Anspielung auf Markus Söders Wahlversprechen. "In Sassanfahrt hat der Bäcker dicht gemacht, die Bank ist weg. Aber es gibt Menschen, die können nicht drei Kilometer bis zum nächsten Supermarkt laufen", erzählt er von den Problemen, die auch seinen Wohnort betreffen. Dort lebt er bis heute mit seiner Muter und zwei seiner Nichten unter einem Dach. In der Jugend spielte er beim ASV Sassanfahrt Fußball, später ging das wegen einer Verletzung nicht mehr. Zum Sportplatz geht er immer noch gerne, trifft Freunde, mit denen er dann weiter in die Wirtschaft zieht. Dort spricht er gerne über Politik, "ich lache auch mal über etwas, das ich früher falsch gemacht habe", sagt er. "Nicht alles, was ich sage, ist komplett richtig. Ich lerne gerne dazu." Den direkten Kontakt und Austausch schätze er besonders am Landleben.

Wünsche verabschiedet sich, er hilft noch beim Aufbau des Patronatsfestes mit. Seine Wahlplakate hat er selbst aufgehängt.