Strullendorf

Unfall A73: Streit mit Mutter möglicher Auslöser?

Bei dem Geisterfahrer-Unfall bei Bamberg sind mindestens drei Menschen getötet worden. Die Mutter war auf der Autobahn in die falsche Richtung gefahren. Die Polizei vermutet eine psychische Ausnahmesituation bei der Unfallverursacherin als Auslöser des Unfalls.
Der total zerstörte Renault Twingo der 31-jährigen Geisterfahrerin aus Coburg.Die A73 war knapp sechs Stunden für Aufräum- und Bergungsarbeiten am Dienstagvormittag gesperrt. Foto:Ronald Rinklef
Der total zerstörte Renault Twingo der 31-jährigen Geisterfahrerin aus Coburg.Die A73 war knapp sechs Stunden für Aufräum- und Bergungsarbeiten am Dienstagvormittag gesperrt. Foto:Ronald Rinklef
Eine unbekleidete Geisterfahrerin aus Coburg hat am Dienstagmorgen auf der Autobahn 73 bei Bamberg einen tödlichen Unfall verursacht. Die 31-Jährige, ihre vierjährige Tochter auf dem Rücksitz und der Fahrer eines entgegenkommenden Wagens kamen ums Leben. Die beiden Fahrzeuge waren nahe Hirschaid (Kreis Bamberg) zusammengeprallt. Eine siebenjährige Tochter der Falschfahrerin erlitt schwerste Kopfverletzungen. Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks soll das Mädchen hirntot sein. Ein Beifahrer im anderen Wagen wurde schwer verletzt.

Warum die Frau aus Coburg nackt am Steuer ihres Wagens saß, ist unklar. "Wir gehen davon aus, dass sie sich in einem psychischen Ausnahmezustand befunden haben muss", sagte ein Polizeisprecher in Bayreuth. Es gebe vorerst keine Hinweise darauf, dass sie Suizid begehen wollte. Auch über eine mögliche Auseinandersetzung mit dem von ihr getrennt lebenden Ehemann sei nichts bekannt.

Die Polizei bestätigte am Mittwoch jedoch einen Bericht der "Bild"-Zeitung, wonach die Frau am Montag einen lautstarken Streit mit ihrer Mutter hatte. Herbeigerufene Polizeibeamte stuften die Situation allerdings als harmlos ein, da sich die Frauen wieder beruhigten.


Psychischer Ausnahmezustand


45 Minuten vor dem Unglück war die Falschfahrerin laut Polizei in Coburg nackt an einer Tankstelle gesehen worden. Dort hatte sie ohne zu zahlen getankt und aus dem Kiosk mehre Flaschen Mineralwasser gestohlen.
Dabei soll sie wirre Sätze gerufen haben. Der Tankstellenpächter alarmierte daraufhin die Polizei. Doch als die Streife eintraf, war die Frau schon weitergefahren.

Bei Familie und Freunden der 31-Jährigen werde nun intensiv ermittelt, hieß es. "Die Hintergründe dieser Tragödie zu klären, wird sehr schwierig. Antworten könnte wohl nur die Frau selber liefern", sagte der Polizeisprecher.


Siebenjährige hirntot


Die siebenjährige Tochter der Geisterfahrerin wurde bei dem Unfall aus dem Fahrzeug geschleudert und erlitt lebensgefährliche Kopfverletzungen. Ein Rettungshubschrauber brachte sie in eine Klinik. Das Mädchen ist mittlerweile hirntot, wie ein Polizeisprecher am Donnerstag dem Bayerischen Rundfunk bestätigte.Ob die Kinder auf den Rücksitzen angeschnallt waren, ist unklar. Der Kleinwagen wurde durch den Zusammenprall so stark zerstört, dass man dies den Angaben zufolge nicht sofort klären konnte.

Am Steuer des entgegenkommenden Autos saß ein 25-jähriger Mann aus dem sächsischen Vogtlandkreis. Sein 54 Jahre alter Beifahrer stammt aus dem Landkreis Bamberg. Durch den Aufprall der beiden Autos auf der A73 flogen Trümmerteile auf die Gegenfahrbahn. Dort kam ein weiteres Auto ins Schleudern. Der Fahrer blieb unverletzt.Die A73 in Richtung Suhl war stundenlang gesperrt. Gutachter, Polizei und Staatsanwaltschaft waren am Unfallort. Wo genau die Frau in die falsche Richtung auf die Autobahn fuhr, ist nicht bekannt. (mit dpa)