Bamberg
Aktion

Und der Bamberger Dom schrumpft doch nicht

Schüler und das Amt für Ländliche Entwicklung vermessen die Höhe der Domtürme und bestimmen die genauen Koordinaten vom "Nabel der Welt".
Die Schüler bei der Vermessungsaktion am Domplatz, links Ausbildungsleiter Andreas Seubert Foto:  RiegerPress
Die Schüler bei der Vermessungsaktion am Domplatz, links Ausbildungsleiter Andreas Seubert Foto: RiegerPress
Schrumpft der Bamberger Dom? Diese Frage beschäftigt Jahr für Jahr aufs Neue das Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken (ALE) und die Staatliche Fachoberschule Bamberg (FOS). Daher vermessen die Experten mit modernster Technik regelmäßig Bambergs kirchliches Wahrzeichen. "Natürlich schrumpft der Bamberger Dom bisher noch nicht. Wir geben aber durch die Vermessungsaktion Schülern der Fachoberschule einen Einblick in unsere alltägliche Arbeit", erläutert ALE-Ausbildungsleiter Andreas Seubert. Seit vielen Jahren arbeiten die beiden Institutionen eng in der fachpraktischen Ausbildung zusammen.

So hospitierten auch kürzlich wieder zwei technische Klassen der elften Jahrgangstufe bei den Ingenieuren des Amtes für Ländliche Entwicklung. In zwei Unterrichtseinheiten wurden die Schüler zunächst in die trigonometrische Höhenmessung eingewiesen. Höhepunkt der Exkursion war die praktische Vermessung eines der vier Domtürme mithilfe von modernen "Elta"-Geräten (Elta steht für elektronisches Tachymeter).

"Was auf den ersten Blick sehr leicht ausschaut, erweist sich jedoch als durchaus schwierig. Denn bei der Vermessung sind Konzentration und ein gutes Auge gefragt", schildert der Ausbildungsleiter. So würden sich schnell "Zielfehler" einschleichen, die sich bei der Ermittlung der Turmhöhe im Zentimeterbereich auswirken. Aber meistens, so Seubert, komme alljährlich das gleiche Endergebnis heraus: Die Höhe des dem Domplatz direkt zugewandten Domturmes beträgt ab Fußpunkt bis zur Kugel an der Turmspitze exakt 72,44 Meter.

"Anlässlich des 1000-jährigen Domjubiläums haben wir den Schülern heuer eine zusätzliche Aufgabe gestellt: sie sollten den ‚Nabel der Welt koordinieren", schildert Seubert. So wurde mit neuesten Methoden der Satellitenvermessung (GPS) dieser historische Punkt vermessen. Dazu, so berichtet der Ingenieur, wurde ein Schüler mit einem GPS-Empfänger auf den Punkt positioniert; zeitgleich kreisten die Satelliten um die Erde und das Gerät registrierte die Messeergebnisse. Dabei scherzte ein Schüler: "Jetzt hätte der Erzbischof vom Domberg aus eine direkte Funkverbindung zum Himmel."
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