Der Jubel bei den Berufspendlern und Firmen aus dem Aurachtal dürfte riesig sein: Die Sperrung der Ortsdurchfahrt Tütschengereuth wird zum Samstag , 20. August, offiziell aufgehoben. Damit einher geht die vorzeitige Fertigstellung der umfangreichen Baumaßnahmen in dem Bischberger Ortsteil - denn bereits zwei Monate vor dem geplanten Bauende im Oktober sind die gröbsten Arbeiten erledigt. Winfried Lamberty vom Ingenieurbüro Schneider und Partner aus Buttenheim rechnet noch mit zwei Wochen, in denen Restarbeiten durchgeführt werden müssen, dann ist Schluss.

Bürgermeister Johann Pfister (BBL) sagte bei der symbolischen Freigabe am Donnerstag: "Wir heben die Sperrung vorzeitig auf, weil der Druck von außen so groß war." Tütschengereuth stellt eine wichtige - wenn nicht die zentrale - Verbindung zwischen Aurachtal und Maintal zur A70 und dem Bamberger Norden dar.


Kritik an der Vollsperrung

An der langen Sperrung der Ortsdurchfahrt hatte es aufgrund der Bedeutung der Verbindung für den Verkehr Kritik aus den umliegenden Gemeinden gehagelt. Unverständnis bestand vor allem an der Vollsperrung. Bürgermeister Pfister hatte immer wieder betont, dass der Strauß an Maßnahmen, der in Tütschengereuth in zwei Bauabschnitten durchgeführt wurde, keine halbseitige Sperrung zugelassen hätte.

Das bestätigte am Donnerstag auch Bernd Firmbach, beim Staatlichen Bauamt zuständig für den Bereich Straßenbau. "Die Straße ist mit 6,50 Meter zu schmal." Eine halbseitige Sperrung sei nur bei einer Breite von acht Metern möglich. Außerdem seien die Arbeiten zu umfangreich gewesen: Insgesamt gut 1,8 Millionen Euro hat die Gesamtmaßnahme gekostet, den Großteil davon trägt die Gemeinde. Gut 400.000 Euro übernimmt das Amt für ländliche Entwicklung für die Gestaltung der Randbereiche. Daneben wurden über mehrere Monate hinweg Kanal, Breitband, Straßenbelag und Gehsteige modernisiert.

Dass man nun vorzeitig fertig sei, sei vor allem dem guten Vorankommen im ersten Bauabschnitt zu verdanken, sagte Ingenieur Winfried Lamberty. Im vergangenen Jahr war der erste Abschnitt vom Ortseingang aus Richtung Trabelsdorf bis zur Ortsmitte erneuert worden. Die Arbeiten am zweiten, rund 250 Meter langen Abschnitt bis zum Ortsausgang Richtung Trosdorf hatten im März begonnen und sollten eigentlich bis zum 28. Oktober dauern.


Freude bei den Gemeinden

Die Freude über die vorzeitige Öffnung für den Verkehr ist in den umliegenden Gemeinden entsprechend groß. "Mir fällt ein Stein vom Herzen", sagte Lisbergs Bürgermeister Michael Bergrab (ÜPL) auf Nachfrage. Verständnis habe er für die Maßnahme zwar gehabt, doch "die Bauzeit hätte man von Seiten der Gemeinde einkürzen können", glaubt er nach wie vor. Die lange Sperrung habe eine große Belastung für die Pendler aus dem Aurachtal, aber auch für die Handwerksbetriebe bedeutet, die große Umwege ins Maintal in Kauf nehmen mussten. "Schön, dass es jetzt in der Sommerpause fertig geworden ist", so Bergrab.

Auch bei Regina Wohlpart (BG) fällt die Reaktion positiv aus. Die Bürgermeisterin von Viereth-Trunstadt berichtet von harten Monaten, in denen die Gemeinde mit dem Ausweichverkehr zu kämpfen hatte, der über Trunstadt und Weiher in der Zeit massiv zugenommen hatte. Die Gemeinde hatte auf eigene Kosten in Trunstadt eine Verkehrsüberwachung und eine Sperrung für Lkw einführen müssen. "Die Sperrung wird wieder aufgehoben", erklärt Wohlpart, appelliert aber gleichzeitig an die Verkehrsteilnehmer, vernünftig zu fahren: "Die Rücksichtnahme fehlt."

Bürgermeister Pfister lobt die Tütschengereuther für ihre Geduld: Im September soll die Gesamtmaßnahme mit einer Feier offiziell abgeschlossen werden.