Ganz besonders angetan sind die Gläubigen von der Atmosphäre, die in den frühen Morgenstunden auf jeden einzelnen Teilnehmer wirken kann. Zum einen ist es das Hereinbrechen des neuen Tages verbunden mit dem Vogelgezwitscher und dem frischen Frühlingsgrün, zum anderen ist es die meditative Einheit aus körperlicher Bewegung und geistigem Nachsinnen in der Kreuzwegandacht.

Die Anlage der Kreuzwegstationen ist seit 1890 in der Obhut des St. Kilian Vereins, der sich mehrfach im Jahresablauf in Reinigungsaktionen und mit Pflegemaßnahmen um das Areal am Kreuzberg kümmert. Kreuzweg andachten fanden dabei schon immer zu besondern Tagen im kirchlichen Jahreskreis statt. In den späten 40er Jahren des 20. Jahrhunderts waren es dann die Heimkehrer aus dem Zweiten Weltkrieg, die den Bittgang an Karfreitag gelobten, um eben Ihrer Rückkehr aus dem Kriegswirren oder Gefangenenlager mit den Dank an Gottes Hilfe zu verbinden.

Inzwischen fühlen sich diesem Bittgang nicht nur die Hallstadter Katholiken verbunden, vielmehr findet er konfessionen-übergreifend Anhänger, Freunde und Mitbeter. Vor allem aus den umliegenden Ortschaften Kemmern, Oberhaid, Baunach und Breitengüßbach zieht es immer mehr Menschen zu dieser besonderen Form der Meditation auf den Kreuzberg. Auch in diesem Jahr stand Pfarrer Christoph Uttenreuther dem Bittgang vor, während Praktikant Johannes Saffer den geistlichen Impuls am Tempel zu den über 750 Anwesenden sprach.

Im Nachgang zu den Sanierungsmaßnahmen, welche der St. Kilian Verein Hallstadt mit großen ehrenamtlichen Engagement im Jahr 2007 abschließen konnte, wird der Verein bis zur Eröffnung der Landesgartenschau vier neue Ruhebänke aus Sandstein im Umgriff der Kreuzwegstationen anbringen, um so die Wanderer zum Verweilen einladen. Erklärtes Ziel der Vorstandschaft sei es, den Glauben über die Meditation in der Natur einer möglichst großen Zahl von Menschen zu vermitteln, so Markus Zirkel, der Erste Vorsitzende des St. Kilian Vereins Hallstadt.