Bunte Fäden schlingen sich über eine große Leinwand, eine Aneinanderreihung abstrakter, geometrischer Figuren verwandelt sich im Vorbeigehen plötzlich zu einem absurden Raumkonstrukt. Der Beobachter kommt nicht umhin, innezuhalten und diese Kunstwerke genauer ins Visier zu nehmen. Er wechselt die Perspektive, blickt ein drittes, fünftes und zehntes Mal hin. Doch die Verwirrung bleibt. Der menschliche Sehapparat gerät an seine Grenzen - zu ausgeklügelt die optischen Täuschungen, die das E.T.A.-Hoffmann-Theater seinen Besuchern im Dezember darbietet. Wo Wahrnehmungspsychologie, Optik und Kunst aufeinandertreffen, fand Bernd Lingelbach seine Passion. Der Professor für Augenoptik inspirierte Intendanten Rainer Lewandowski dazu, das Theater in eine Stätte optischer Phänomene zu verwandeln.

Die Kunst des verdrehten Blicks

Die Ausstellung im Foyer des Theaters ist in zwei