Es ist nicht nur während des Faschings ein Problem: Immer wieder setzen sich Menschen nach einer durchzechten Nacht ans Steuer und fahren ins Büro, an die Werkbank oder zum Außentermin. Oftmals wäre es aber ratsamer, sich fahren zu lassen oder gleich daheimzubleiben. Denn wenn in der Nacht zuvor der Alkohol in Strömen geflossen ist, dann befindet sich garantiert am nächsten Morgen noch ein Rest davon im Blut. Das wird oft nicht wahr- oder ernstgenommen - kann aber schlimme Folgen haben, wie mehrere Urteile belegen.


Unfall auf glatter Straße

So hat etwa das Amtsgericht Siegen einem Autofahrer drei Viertel der Leistung aus seiner Vollkaskoversicherung entzogen, weil er unter Alkoholeinfluss (0,7 Promille) und auf glatter Straße einen Unfall gebaut hat. Zuvor war er ungebremst an einer Polizeistreife vorbeigefahren, die eine Unfallstelle absicherte. Das Zeichen einer Polizistin, langsamer zu fahren, nahm er nicht wahr. Erst als er die Unfallstelle selbst bemerkte, bremste er, verlor die Kontrolle über sein Fahrzeug und rutschte in die Unfallstelle. Den eigenen Schaden musste er fast selbst tragen. (Az. 14 C 2166/12)

Ähnlich ging es für einen Autofahrer im Saarland aus, der mit 0,93 Promille Alkohol am Steuer erwischt wurde, nachdem er auf eine Verkehrsinsel gerauscht war. Auch er musste letztlich akzeptieren, dass das Saarländische Oberlandesgericht seine Versicherungsansprüche wegen grober Fahrlässigkeit drastisch kürzte. Die Trunkenheitsfahrt kostete den Versicherten dadurch rund 11 600 Euro. (Az. 4 U 165/13)


Hände weg vom Steuer

In allen Fällen gilt: Hände weg vom Steuer eines Kraftfahrzeugs, wenn Restalkohol dazu führen kann, die Fahrerlaubnis zu verlieren. Auch wer glaubt, wieder nüchtern zu sein, sollte sich nicht gleich ans Steuer setzen. Es kann sich immer ein Rest Alkohol im Blut befinden. dpa