Sonntagnachmittag, 15 Uhr. Das Parkleitsystem in der Königstraße zeigt für die Parkhäuser in der Innenstadt "Besetzt" oder nur noch wenige Stellplätze an. Die Park-and-Ride-Busse sind gut gefüllt. In der Innenstadt herrscht emsiges Treiben: Zigtausende von Besuchern zog es zum verkaufsoffenen Sonntag in die Fußgängerzone.

Auch wenn es gefühlsmäßig im Vergleich zum Vorjahr etwas weniger Menschen gewesen sein dürften: Entscheidend sind ja nicht die Massen - wie letztes Jahr bei spätsommerlichem Wetter - sondern vielmehr deren Kaufverhalten, wie Citymanager Klaus Stieringer betont.

Und dieses sei durchweg sehr gut gewesen. In vielen Geschäften hätten die Kassen laut geklingelt.
Seine Einschätzung teilt Stieringer mit Alfons Distler, dem Vorsitzenden von Stadtmarketing und Geschäftsführer eines Warenhauses.

"Die Frequenz in war außerordentlich positiv. Vor allem viele Familien nutzten den verkaufsoffenen Sonntag zum gemütlichen Einkaufen." Distler zufolge war das Wetter bestens: trocken und nicht zu warm.

Ideales Wetter


Eine positive Bilanz kam auch aus einem großen Bekleidungshaus: "Viele unserer Kunden standen bereits vor Ladenöffnung vor der Tür und warteten auf Einlass", sagte ein Abteilungsleiter. Bis Ladenschluss habe der Andrang an den Kassen kaum nachgelassen. Es seien sogar schon erste Weihnachtsgeschenke gekauft und gezielt nach Weihnachtsverpackungen gefragt worden.


Zufriedene Gesichter gab es auch bei den Marktkaufleuten und Schaustellern der "Bamberger Mess'", die sich ebenfalls am verkaufsoffenen Sonntag beteiligten. "Wir waren mit der Kundenfrequenz sehr zufrieden. Und auch das Konsumverhalten war außerordentlich positiv", bilanzierte Georg Fischer, Zweiter Vorsitzender der Marktkaufleute und Schausteller in Bamberg. Viele Besucher seien aus dem Landkreis gekommen, um sich mit den unterschiedlichsten Dingen einzudecken.


Und wie bewerten die Kunden den zusätzlichen Einkaufstag? Herbert und Maria Schneider kamen aus Schweinfurt nach Bamberg. "Wir haben uns einen schönen Tag gemacht, sind durch die Stadt und über die Messe geschlendert, haben Kaffee getrunken und Kuchen gegessen und uns mit den ersten warmen Pullovern für den Winter eingedeckt."


Citymanager Stieringer sieht sich durch die durchweg positive Bilanz in seiner Auffassung bestätigt, dass verkaufsoffene Sonntage unabdingbar sind, um sich gegen den Internethandel zur Wehr setzen zu können und die Innenstadt lebendig zu erhalten. Stadtmarketing brauche zwei starke Waffen: den verkaufsoffenen Sonntag (der um mindestens einen zweiten erweitert werden müsste) und das Mitternachtsshopping.