Nach den letzten Turbulenzen um das Namenssponsoring der Bamberger Arena hat sich nun Franz Stegner, Geschäftsführender Gesellschafter der Stechert Stahlrohrmöbel GmbH, zu Wort gemeldet. "Ich bin total verärgert und lasse mich nicht weiter verarschen. Ich werde die Halle vorerst nicht mehr betreten", machte er seinem Ärger am Mittwoch Luft.

Und dies, obwohl er sich in den letzten Jahren in der nach seiner Firma benannten Halle immer sehr wohlgefühlt habe. Denn ursprünglich, so Stegner, sei er dem Fußball mehr angetan gewesen als dem Basketball. Doch im Laufe der Zeit habe er auch diesen Sport sehr lieb gewonnen und sich eigens eine Trommel gekauft, um im Fanclub lautstark das Team der Brose Baskets anzufeuern. "Als Franz, der Trommler, war ich dort bekannt. Doch damit ist jetzt Schluss. Meine Trommel bekommt der Fanclub. Die können sie dann versteigern." Auch seine Lounge hat Franz Stegner angeblich bereits verkauft.

Doch warum nun der endgültige Bruch? Zum 30. September läuft der dreijährige Vertrag zwischen der Stechert GmbH, der BAB Bamberg Arena Betriebsgesellschaft mbH, einem Tochterunternehmen der Stadt Bamberg, und der Sportholding Franken1st Bamberg Basketballgesellschaft mbH über das Namenspatronat der Stechert Arena ab. Seit einiger Zeit, so schilderte gestern Franz Stegner, seien unzählige Gespräche über eine Fortführung des Vertrages geführt worden. Dabei sei er von der BAB stets vertröstet worden, obwohl man vor Weihnachten längst eine Einigung erzielt haben wollte.

"Wir hätten gerne weitergemacht und haben dafür auch unser Angebot abgegeben. Zwischenzeitlich haben wir erfahren, dass hinter unserem Rücken das Namenspatronat anderen Firmen angeboten wurde", erläuterte Stegner. Er hingegen sei stets von der BAB von einem Monat zum anderen vertröstet worden. Erst vor acht Tagen sei er von einem Vertreter der BAB wieder einmal kontaktiert wurden. Und wieder einmal ohne konkretes Ergebnis. Daher ziehe er jetzt die Reißleine und wolle den Vertrag nicht weiter verlängern.


"Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan"

"Erst waren wir die Retter der Halle und nun hat der Mohr seine Schuldigkeit getan und kann gehen", klagt Franz Stegner. Er gestand aber auch, dass seine Firma durchaus in Sachen Bekanntheitsgrad durch die Sponsorenschaft profitiert habe. Andererseits habe die Firma Stechert über ihren Vertrag hinaus viel für den Verein, die Halle, die Mannschaft und die Cheerleader getan.

Welches konkrete Angebot er letztendlich vorgelegt hatte, wollte Stegner nicht preisgeben. Seinen Äußerungen zu entnehmen war lediglich, dass er gerne einen Dreijahresvertrag mit der Option auf Verlängerung abschließen wollte. Er hätte sogar finanziell zum bestehenden Vertrag noch etwas drauflegen wollen. "Und auch über die Stühle hätte man noch verhandeln können. Wir haben sogar schon potentielle Sponsoren in Aussicht gehabt." Stegner hätte sich gut vorstellen können, die Arena blockweise mit neuen Stuhlreihen zu versehen. Diese hätte man in verschiedenen Farben anfertigen und an Sponsoren verkaufen können.

Die Stadt bedauert den Rückzug der Firma Stechert. Bürgermeister Werner Hipelius (CSU) erklärte, man sei mitten in den Verhandlungen gewesen und habe "nicht den Eindruck gewonnen, dass wir uns in einer Sackgasse befinden".

"Herr Stegner wusste, dass sein Angebot nicht zufriedenstellend war und wir auch mit anderen Interessenten verhandeln", betonte Hipelius. Er sei jedoch zuversichtlich, dass für die Arena rechtzeitig ein neuer Namenspatron gefunden wird.


Vorwürfe zurückgewiesen

Auch BAB-Geschäftsführer Horst Feulner und Brose Basket-Geschäftsführer Wolfgang Heyder betonten in einer gemeinsamen Stellungnahme, dass sie Franz Stegner und seinem Engagement sehr dankbar seien. Deshalb wäre es für sie auch eine Selbstverständlichkeit gewesen, als erstes mit der Firma Stechert über die Verlängerung des Namensrechtes zu verhandeln. "Aus unserer Sicht waren diese Verhandlungen bei weitem noch nicht abgeschlossen, deshalb möchten wir uns gegen die vorgebrachten Vorwürfe des Vertragsbruchs im Sinne fehlender Loyalität und unserer Verschwiegenheitspflicht verwahren", betonten beide. Auch von einem verbesserten Angebot von Seiten der Firma Stechert könne keine Rede sein.

Ferner heißt es in der schriftlichen Stellungnahme: "Das von Stechert angebotene Gesamtpaket war nicht geeignet, den Weiterbetrieb der Arena im Sinne eines verantwortlichen wirtschaftlichen Handelns zu gewährleisten. Aus dieser Verantwortung heraus sahen wir uns gezwungen, auch mit weiteren potenziellen Partnern Verhandlungen zu führen, um das für die Arena beste Ergebnis zu erzielen." Mit "Gesamtpaket" meinen Feulner und Heyder offenbar Stegners Verhandlungsangebot, die eine Hälfte der in Rede stehenden Sponsorengelder in Höhe von 750.000 Euro nicht auszuzahlen, sondern in eine neue Bestuhlung zu stecken.