Rostige Räder ohne Reifen und Lenker, halb von Efeu eingewachsene Drahtesel ohne Sitz und nicht abgesperrte Fahrräder, die längere Zeit ungenutzt in öffentlichen Fahrradständern herumstehen: Die vielen Fund- oder Schrottfahrräder sind nicht nur ein unschöner Anblick, sie blockieren auch wichtige Abstellflächen und Absperreinrichtungen für die Radfahrer. Jetzt will die Stadt gegen Fahrrad-Friedhöfe noch stärker vorgehen.

"Bamberg ist die Fahrradstadt Süddeutschlands" - so das Ergebnis der Mobilitätsbefragung 2015, heißt es dazu in einer Pressemitteilung der Stadt. Die repräsentative Studie zum "werktäglichen Verkehrsverhalten der Bevölkerung in Bamberg" zeigt: 30 Prozent aller Wege werden mit dem Rad zurückgelegt. Eine Schattenseite des seit einigen Jahren rasant wachsenden "Fahrradbooms" sind überfüllte Fahrradabstellplätze.
Nicht selten jedoch blockieren dort, mit bis zu 20 Prozent, Fund- und Schrottfahrräder die Abstellflächen. Diesen möchte die Stadt Bamberg nun verstärkt zu Leibe rücken um für tatsächlich genutzte Fahrräder Platz zu schaffen.

Um Bürgern die Möglichkeit zu geben, noch leichter Schrott- und Fundfahrräder zu melden, wurde nun die Adresse fundfahrräder@stadt.bamberg.de eingerichtet.

Fahrrad-Friedhöfe finden sich auf beinahe allen größeren Abstellflächen und vor allem in der Nähe von größeren Studentenwohnheimen oder am Bahnhof. Der Grund: Manch einer lässt sein Rad während eines Auslandssemesters, längerer Urlaube oder über den Winter einfach mal an Ort und Stelle stehen, ohne es zu nutzen. Während manche ihre Räder also an öffentlichen Stellplätzen verwahrlosen lassen, werden für regelmäßige Fahrradfahrer die Abstellplätze knapp.

Die Stadt lässt regelmäßig betroffene Stellplätze in der Innenstadt vom städtischen Ordnungsamt auf Fund- und Schrottfahrräder kontrollieren. "Dabei wird streng zwischen Fundfahrrädern, also solchen, die unversperrt, aber noch fahrtüchtig sind und auf öffentlichem Grund stehen und Schrottfahrrädern, also Fahrrädern, die aufgrund ihres technischen Zustandes eine Teilnahme am Straßenverkehr unmöglich machen, unterschieden", erklärt der Fundfahrradbeauftragte Thomas Eck.

Fällt ein Fahrrad unter eine der beiden Kategorien wird es mit einem leuchtend gelben oder roten Aufkleber versehen, um auf den Fund- oder Schrottstatus hinzuweisen. Nach acht bis zwölf Wochen erfolgt dann der Abtransport der mit Sticker versehenen Räder. Einmal im Jahr wird im Rahmen einer öffentlichen Versteigerung ein neuer Besitzer für die Fundfahrräder gesucht. Die Schrottfahrräder landen direkt im Müllheizkraftwerk.
Um die Sammelaktion noch effektiver zu machen, gibt es für alle Bürgerinnen und Bürger nun die Möglichkeit, gesichtete Schrott- oder Fundfahrräder unter der neu eingerichteten E-Mail-Adresse fundfahrrad@stadt.bamberg.de zu melden.

Zudem besteht weiterhin die Möglichkeit, auf der Internetseite der Stadt Bamberg durch die Option Bürgerdialog auf schnellem und direktem Weg eine Meldung an die Stadtverwaltung zu erstatten.