Bamberg
Infoveranstaltung

Stadt Bamberg sucht Betten und Mobiliar für Asylbewerber

Die Stadt Bamberg lud zur Informationsveranstaltung über die Unterbringung von Asylsuchenden ein. Dem Sozialreferenten macht der Mangel an Möbeln Sorgen.
Das Haus Geisfelder Straße 98 wird als erstes bezogen. Foto: Pressestelle der Stadt Bamberg
Das Haus Geisfelder Straße 98 wird als erstes bezogen. Foto: Pressestelle der Stadt Bamberg
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Asylpolitik beziehungsweise die Unterbringung von Asylbewerbern bleibt ein heiß diskutiertes Thema, auch in Bamberg. Das zeigte die jüngste Informationsveranstaltung der Stadt Bamberg über die geplante Unterbringung von Asylbewerbern in den Konversionsgebäuden an der Geisfelder Straße.

Auf der zweistündigen Veranstaltung spiegelten sich bei manchen Teilnehmern Ängste wider. Aber auch massive Vorurteile, wie Stammtischparolen formuliert, sorgten für eine emotionale Stimmung im Pfarrhaus von St. Kunigund. Einzelne Teilnehmer warfen den Asylbewerbern vor, bevorzugt behandelt zu werden oder, dass sie den Deutschen Wohnraum wegnehmen würden. Andere befürchteten, dass die Flüchtlinge ansteckende Krankheiten wie das Ebola-Virus einschleppen könnten. Ebenso laut wurde die Frage nach der Integration und nach den Kosten, die Flüchtlinge hervorrufen.

Verständnis für die Problematik

Allerdings, und dies war deutlich die Mehrheit im Saal, zeigten die meisten Verständnis für die Flüchtlingsproblematik und boten sogar an, sich ehrenamtlich bei der Betreuung der Asylbewerber zu engagieren. Andere betonten, dass man nicht nur nackte Zahlen betrachten dürfe, sondern, dass hinter jeder Zahl ein Mensch mit einem eigenen Schicksal stecke. Zudem würden Menschen ja nicht einfach so aus Kriegsgebieten flüchten und ihre Heimat aufgeben.

Dennoch steht die Stadt bei der Unterbringung der Flüchtlinge, wie Sozial- und Umweltreferent Ralf Haupt betonte, vor großen Herausforderungen. "Allerdings sind hohe Flüchtlingszahlen in Deutschland kein neues Phänomen. Bereits Mitte der 90er-Jahre haben knapp 167 000 Menschen in der Bundesrepublik Asyl beantragt", so der Sozialreferent. Danach nahmen sie kontinuierlich wieder ab, bis sie im Jahre 2008 mit 28 000 Anträgen einen Tiefstand erreichten. Inzwischen jedoch sind die Zahlen wieder deutlich angestiegen. "Wir erwarten heuer bis zum Jahresende rund 200 000 Flüchtlinge", schilderte Haupt.

"Wohnungen in Top-Zustand"

Der Hauptteil der Flüchtlinge komme aus Syrien, der arabischen Republik und Eritrea. Von den rund 200 000 Flüchtlingen müssten Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen die meisten der Asylbewerber aufnehmen. "Oberfranken muss demnach 2710 Flüchtlinge unterbringen und die Stadt Bamberg 192. Derzeit leben in verschiedenen Unterkünften insgesamt 314 Asylbewerber", berichtete der Sozialreferent. Auch seien inzwischen die ersten zehn Flüchtlinge in die ehemaligen US-Gebäude in der Geisfelder Straße 98 eingezogen. Dort und in den Gebäuden der Geisfelder Straße 50, 52 und 94, 96 sollen künftig bis zu 170 Personen Asyl finden. Die Wohnungen an sich seien in einem Top-Zustand, was fehle seien Einrichtungen wie Betten, Möbel und Geschirr. "Und gerade hier zeichnet sich ein Engpass ab. Der Markt an Betten und Möbeln ist geradezu leergefegt", erläuterte Ralf Haupt.

Stefan Krug von der Regierung von Oberfranken betonte, dass er keinesfalls wolle, dass in Bamberg Zelte als Unterkünfte aufgebaut werden müssten. "Wir wollen die Flüchtlinge menschenwürdig unterbringen. Und in den Konversionsflächen haben wir geeignete Gebäude gefunden." Er wisse allerdings auch, dass die Konversion in Bamberg ein heißes Eisen sei.

Dennoch war Stefan Krug überzeugt, mit der Geisfelder Straße einen Kompromiss gefunden zu haben. Denn damit würde die Konversionsfläche nicht zerschnitten und Bamberg hätte immer noch die Chance, diese nach ihren Plänen zu entwickeln.