Amtsmüde ist Norbert Engel beileibe nicht. Im Gegenteil: Sein Herz schlägt weiterhin für die vielen Kinder und Jugendlichen auf den Philippinen, denen sein Verein "Mabuhay" nun seit 23 Jahren tatkräftig Wege aus Not und Elend aufzeigt. "Ich will eine geordnete Übergabe", sagt der pensionierte Schulleiter. Jetzt sei er noch fit und gesund, doch "mit zunehmendem Alter kann es schwieriger werden, die Aufgaben zu erfüllen", meint Norbert Engel. Am Donnerstag, 8. Februar, begeht er seinen 75. Geburtstag.

Ein vorzeitiges Geburtstagsgeschenk ist sozusagen der neue Vereinsvorstand, den die Mitgliederversammlung vor wenigen Tagen im Gemeindezentrum St. Urban problemlos gewählt hat: Die bisherige zweite Vorsitzende Monika Einwich, ihr Cousin Norbert Einwich, Jutta Guretzki und Gertrud Klotz bilden das Team, das die "Mabuhay Kinderhilfe Philippinen" in die Zukunft führen will.
"Inhaltlich wird sich nichts ändern, die Projekte gehen erst so weiter", erklärt die neue Vorsitzende Monika Einwich. Die 53-jährige Logopädin und Psychologin spricht jedoch von einer "notwendigen Verschlankung und Digitalisierung der Verwaltung". Die nüchternen Zahlen unterstreichen dieses
Muss: Der Verein hat 285 Mitglieder, 257 Paten unterhalten 316 Schulpatenschaften, jährlich werden rund 100 000 Euro Spenden verantwortungsbewusst und zielgerichtet eingesetzt. Der Verwaltungsaufwand dafür beträgt gerade einmal zwei Prozent.

Transparenz gerade in den finanziellen Belangen, aber auch die nachweisbare Wirksamkeit der Kinderhilfe bescheren Mabuhay einen Vertrauensvorschuss. Dieser hat Norbert Engel in seinem Engagement getragen und zugleich verpflichtet. Fünfzehnmal hat sich der rührige Bamberger persönlich davon überzeugt, dass die Hilfe auf den Philippinen ankommt: "Durch enge Kontakte
bleiben wir nah an den Nöten der Menschen und erkennen gut Fortschritte", bilanziert Engel. Er ist dankbar über die vertrauenswürdigen Partner auf den Philippinen: die Schwestern des Canossa-Ordens, die Sozialarbeiterin Leslie Macuja auf Mindoro und die Lehrerein Elaine Licame auf Camiguin.

Diese Partner sorgen vor Ort dafür, dass dank der fränkischen Paten Kinder aus armen Familien in die Schule gehen, nach dem Abschluss eine Arbeit finden und ihr Leben selbst in die Hand nehmen können. Durch die Spenden ermöglicht Mabuhay hunderten unterernährten Kindern in sogenannten "feeding programs" ein tägliches warmes Mittagessen. Norbert Engel und auch Monika Einwich konnten sich bei ihren Besuchen davon überzeugen, dass sich durch das Essen der Gesundheitszustand und die Lernfähigkeit der Kinder in Vor- und Grundschule wesentlich verbessert haben.

Waisen- und Straßenkinder bekommen durch Mabuhay Betreuung, Essen und ein einfaches Bildungsangebot. Und dann gibt es noch in Tondo/Manila eine Slum-Klinik, die der Verein durch Spenden unterstützt. "Wir sind nur ein kleiner Verein und können keine Katastrophenhilfe leisten", räumen Engel und Einwich ein. In gewisser Weise sei alles nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber "mit diesem Tropfen verhelfen wir immerhin mehr als 1000 Kindern zu einem besseren Leben". Geben ihnen und damit auch ihren Familien Perspektiven für eine menschenwürdigere Zukunft. Denn, so Norbert Engel zu seiner Motivation: "Wie man einer Schwester oder einem Bruder hilft, haben wir als Christen die Verpflichtung, den Menschen in den armen Ländern in Solidarität beizustehen". Der Lohn sei Achtung, Freundschaft, Partnerschaft, die "seine" Filipinos ihm und Mabuhay entgegenbringen würden.

Der neue Vorstand will die Arbeit der Mabuhay Kinderhilfe im Sinne ihrer Gründer Norbert Engel und dessen Ehefrau Ingrid weiterführen: "sorgfältig und erfolgreich", wie Monika Einwich bemerkt. Gleichwohl treibt die Vorsitzende eine Vision um. Nämlich die, dass Mabuhay auch Hochbegabte auf
den Philippinen fördern könne, denen sonst teure Studiengänge wie Medizin verschlossen bleiben würden. Einwich verspricht sich davon "langfristige Effekte für den Inselstaat": "Bildung ist die einzige Chance, aus der Armut zu kommen", beschwört sie einen generellen Nachhaltigkeitsfaktor.