Oberstes Gebot für alle Zuschauer, die in Ruhe ein Programm genießen möchten und nicht unfreiwillig zur Lachnummer werden wollen: Setze dich bei einen Comedian nie in die erste (Mitmach-)Reihe und komme auf keinen Fall zu spät! Denn sonst steht man schneller im Rampenlicht, als einem lieb ist. Zumal wenn eine vorwitzige Nilpferddame wie Amanda auf der Bühne sitzt und schlechte Laune hat, nur weil ihr "Schöpfer" Sebastian Reich beschlossen hat, mit dem Beginn einer Diät nicht bis zum neuen Jahr zu warten, sondern schon über Weihnachten damit zu starten. Daher kannte sie keine Gnade, auch nicht gegenüber dem Publikum. So witzelte sie beispielsweise über Besucher aus der "Weltstadt" Viereth oder begleitete Zuspätkommende persönlich im Hegelsaal zu ihrem Platz.


SMS-Flut aus dem Saal

Überhaupt zeigte sich Amanda in ihrem zweiten, brandaktuellen Soloprogramm alles andere als "damenhaft" und zog satte zwei Stunden lang hemmungslos überwiegend über den Mann her, der ihr ihre Stimme verleiht: Sebastian Reich. Dabei nahm sie in gewohnter Weise kein Blatt vor den Mund und sparte auch nicht mit Peinlichkeiten aus dem Privatleben ihres Schöpfers. So verriet sie unter anderem wie Sebastian Reich, der früher unter dem Künstlernamen Pierre Ruby aufgetreten ist, bei einem Toilettengang an der Raststätte im Drehkreuz hängen blieb und zwei Stunden ungewollt Karussell fuhr. Sie scheute sich auch nicht davor zurück, seine Handy nummer bekannt zu geben. Mit dem Effekt, dass über die Pause zig SMS aus dem Publikum eintrafen.

Ein Pizzafahrer auf der Bühne

Auch quengelte das sprechende Nilpferd so lange, bis Sebastian Reich während der Show bei einem Pizzalieferservice anrief und der Ausfahrer eine halbe Stunde später mit zwei Pizzen in der Hand auf der Bühne stand.
Aber Amanda wäre keine echte "Dame", wenn sie nicht auch so manche Allüre pflegte. So überkam sie aus heiterem Himmel eine depressive Phase - nur weil sie auf Facebook 8000 Freunde hat, aber noch immer Single ist. Um sich zu kurieren, verschwand sie hinter der Bühne.

Das war dann die große Stunde des "stimmungsmachenden Esels". Dieser, ebenfalls eine Figur, die durch die Stimme des Bauchredners zum Leben erweckt wurde, zündete regelrecht ein Feuerwerk an Witzen. Stakkatoartig schleuderte er binnen drei Minuten einen Witz nach dem anderen ins Publikum. Darunter auch so schlüpfrige wie diesen: "Was ist der Unterschied zwischen einer Frauenhand und einer Bratpfanne? In der Pfanne schrumpfen die Würstchen..."

Alles in allem ist es Sebastian Reich und seiner Amanda mit dem neuen Programm "Amanda packt aus" gelungen, zwei Stunden lang das Publikum bestens zu unterhalten und es herzhaft zum Lachen zu bringen. Dabei ging kaum ein Witz unter die Gürtellinie, die Show war bis auf zwei, drei Witze familientauglich und fand vor allem bei den Besuchern viel Anklang.